7 Hautpflege-Tipps für den Winter von einer Dermatologin

Foto: Sarah Harry-Isaacs.
Auf dem Thermometer geht’s derzeit immer weiter nach unten – und das bedeutet für dich ein paar Dinge: Zuallererst wird es höchste Zeit, deine mitgenommenen Winterstiefel endlich auszumisten. Zweitens solltest du dir langsam überlegen, was du dir zu Weihnachten wünschst (wenn deine Eltern nicht eh schon seit Wochen nachfragen). Und zu guter Letzt solltest du deine Hautpflege jetzt neu überdenken.
Weil sich die kalten Temperaturen mit der trockenen Heizungsluft gegen deine Hautgesundheit verbünden, ist es nur eine Frage der Zeit, bis deine Haut die Konsequenzen zu spüren bekommt. Und zack – schon schlägst du dich mit Irritationen, trockenen Stellen und diesem unangenehmen Spannungsgefühl rum (um nur ein paar typischer Winterprobleme zu nennen). 
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Ich habe die Dermatologin Dr. Alia Ahmed um ein paar Ratschläge und Tricks gebeten, die dir dabei helfen können, deine Haut wohlbehalten durch die frostigen Monate zu bringen. 

Trage deine feuchtigkeitsspendenden Produkte auf feuchte Haut auf

„Im Winter ist die Luftfeuchtigkeit eher niedrig“, erklärt Dr. Ahmed, „also müssen wir der Haut so viel Feuchtigkeit zuführen wie möglich, um die Hautschutzbarriere zu bewahren.“ Wenn du deine Produkte auf feuchte Haut aufträgst, erzählt sie weiter, führst du der Haut zusätzlich noch die Feuchtigkeit des Wassers zu, die du dann mit deinen Produkten in der Haut „verschließt“. „Dabei musst du aber nicht übertreiben“, sagt Dr. Ahmed. „Bewahre deine Produkte einfach im Badezimmer auf und trage sie direkt nach dem Duschen auf. Dasselbe gilt übrigens auch für den Rest des Körpers.“ Das funktioniert besonders gut, wenn deine Feuchtigkeitspflege ein Humectant (Feuchthaltemittel) enthält, das die Feuchtigkeit in der Haut versiegelt – wie zum Beispiel Hyaluronsäure, Polyglutaminsäure oder Glycerin. Diese Wirkstoffe findest du besonders oft in Gesichtscremes.

Verzichte auf Duftstoffe in deinen Produkten

Für einige von uns – vor allem diejenigen, die sich mit besonders sensibler Haut herumschlagen – können Duftstoffe oder ätherische Öle in Hautpflegeprodukten die Haut reizen. Wenn du parfümierte Skincare-Produkte im Winter bisher gut vertragen hat, ist das super, meint Dr. Ahmed; manche Hauttypen reagieren darauf aber mit Irritationen. „Das ergibt sich dann vor allem rund um diese Jahreszeit“, erklärt sie, „und sogar ein Duftstoff in einem Cleanser – einem Produkt, das du ja eigentlich schnell wieder abwäscht (aber bitte nicht zu schnell!) – kann die Haut dann reizen.“ Aus diesem Grund solltest du dann auf „schlichte“ Skincare setzen, sprich: auf Produkte, die ohne Duftstoffe auskommen, wie zum Beispiel die Avène Tolerance HYDRA-10 Feuchtigkeitscreme (17,13 € via Douglas). 
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Dr. Ahmed hat auch einen cleveren Parfum-Rat, vor allem für diejenigen, die während der kalten Jahreszeit unter Ekzemen oder trockener Haut am Hals leiden: „Im Winter tragen wir meist verschlossenere Kleidung [am Hals]“, sagt sie, wie zum Beispiel Rollkragenpullis und Schals. „Wenn du Parfum aufsprühst und darüber abdeckende Kleidung trägst, reagiert die Hautbarriere darauf empfindlicher. Das kann zu einem juckenden, gereizten Hals führen.“ In anderen Worten: Sprüh dein Parfum besser direkt auf die Klamotten oder in dein Haar.

Versuch’s mit der „Skin Flooding“-Technik

TikToks Skinfluencer:innen schwören in den kalten Monaten auf das sogenannte „skin flooding“ (z. Dt. „Haut-Fluten“), eine Taktik, bei der feuchtigkeitsspendende Hautpflege in Form von Seren in Schichten aufgetragen wird. Dabei kommen vor allem zwei Wirkstoffe zum Einsatz: Polyglutaminsäure (die Feuchtigkeit aus der Luft in die Haut zieht) und Niacinamid (auch bekannt als Vitamin B3, das die Feuchtigkeit der Haut verbessert). Auf diese Welle der Feuchtigkeit folgt dann ein Moisturizer und/oder Sonnenschutz.
„Das ist tatsächlich eine sehr gute Idee“, bestätigt auch Dr. Ahmid, vor allem, wenn deine Haut besonders unter der Kälte leidet. „Die Schicht-Technik kann helfen, weil sie deiner Haut gut Feuchtigkeit zuführt, ohne sie mit schweren Cremes zu versiegeln.“ Das kann die Poren nämlich potenziell verstopfen. „Insbesondere Niacinamid ist für die Hautschutzbarriere sehr nützlich, weil die im Winter in Mitleidenschaft gezogen werden kann. Ich empfehle aber, zwischen den einzelnen Schichten ein paar Minuten zu warten, damit alles ordentlich absorbiert wird.“
Wir empfehlen das The Inkey List Polyglutamic Acid Serum (15,95 € via Sephora) sowie Niacinamide 10% + Zinc 1% von The Ordinary (5,43 € via Douglas). 
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Vermeide übermäßige Feuchtigkeitspflege

Wenn du unter trockener Haut leidest, kann es verlockend sein, deinen Moisturizer quasi zentimeterdick aufzutragen oder im Laufe des Tages nachzucremen. Dr. Ahmed zufolge kann das aber sogar mehr schaden als guttun – vor allem, wenn das Produkt porenverstopfende Stoffe wie Paraffinöl, Vaseline, Lanolin (Wollfett) oder Mineralöl enthält. „Trockene Haut wird nicht zwangsläufig von kalten Temperaturen draußen oder zu warmen Temperaturen drinnen ausgelöst“, erklärt sie. „Sie kann auch durch Entzündungen der Haut entstehen. Viele Leute führen der Haut zu viel Feuchtigkeit zu und verschlimmern das Problem damit sogar. Das zeigt sich in Form von schuppiger, brüchiger Haut.“ Die Lösung ist auch hier, die Produkte in dünnen Schichten aufzutragen. „Das funktioniert viel besser“, meint Dr. Ahmed. Dadurch gibst du deiner Haut die Chance, dünne Schichten zu absorbieren, anstatt sie mit einem dickflüssigen, verstopfenden Produkt zu bombardieren.
Schäumende Cleanser sind super, vor allem für fettige und/oder zu Unreinheiten neigende Haut – einige Expert:innen raten in den Wintermonaten aber tatsächlich davon ab. Wenn du einen benutzt und er für dich gut funktioniert, ist das klasse; Dr. Ahmed meint, dass du ihn dann nicht wegwerfen brauchst. Bei trockener Haut setzt sie aber im Winter auf einen cremigeren Cleanser.
„Die meisten Leute nutzen Cleanser nicht so, wie sie verwendet werden sollten“, erklärt sie. „Sie reiben das Produkt nicht genug in die Haut und bekommen demnach gar nichts von seiner Wirkung zu spüren.“ Das heißt: Lass den Cleanser mindestens eine Minute einwirken, nachdem du ihn ordentlich verteilt hast. Ein weiterer typischer Fehler: den Cleanser nicht gründlich abzuwaschen. „Du solltest dir ruhig zehn- bis zwölfmal Wasser ins Gesicht spritzen, um alles zu entfernen“, ergänzt Dr. Ahmed. „Das ist superwichtig.“
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Sie selbst verwendet gern morgens einen cremigen Cleanser, abends dann einen schäumenden, um Make-up und Sonnenschutz abzuwaschen. Sie empfiehlt außerdem Produkte mit PHAs (Polyhydroxysäuren). „Diese Reiniger sind besonders gut für den Winter“, sagt sie. „Sie sind erstens sanfter als andere peelende Säuren, und spenden der Haut zweitens Feuchtigkeit.“
Versuch’s mit dem Ole Henriksen Truth Juice Daily Cleanser (21,95 € via Sephora) oder dem Trinny London Better Off AHA/PHA Gel Cleanser (34,00 € via Trinny London). 

Investiere in ein feuchtigkeitsspendendes Spray

Feuchtigkeitssprays (oder „Face Mists“) haben sich enorm weiterentwickelt und tun inzwischen viel mehr für die Haut als früher. Wir mögen das Hyaluronic Ceramide Mist von Dermalogica (39,19 € via Douglas) und den Dr. Jart+ Ceramidin Cream Mist (22,95 € via Zalando). 
„Diese Sprays sind ziemlich hilfreich und praktisch“, meint Dr. Ahmed. „Im Winter verändert sich deine Haut enorm. Das hängt von deiner Umgebung drinnen und draußen ab. Wenn du dann so ein Spray parat hast, das du aufsprühen kannst, ohne damit zum Beispiel dein Make-up oder deinen Sonnenschutz ‚verrutschen‘ zu lassen, ist das super.“ Wenn deine Haut zu Unreinheiten neigt, kann es sich ohnehin lohnen, einen Tiegel- oder Tuben-Moisturizer gegen eine Spray-Version einzutauschen. „Ein leichter Nebel, der schnell absorbiert wird, gefolgt von Sonnenschutz, ist vermutlich die bessere Variante“, meint Dr. Ahmed.

Probiere die „Skin Cycling“-Technik aus

„Viele Leute glauben, sie müssten bei kälterem Wetter auf aktive Wirkstoffe [wie Retinol oder peelende Säuren] verzichten“, erzählt Dr. Ahmed. „Du kannst sie aber auch weiter verwenden – nur eben effizienter und nicht so oft.“ Dr. Ahmed empfiehlt dabei das sogenannte (und auf TikTok total beliebte) „skin cycling“, eine Kreislauf-Technik, bei der du deine Hautpflege zyklisch abwechselst. Zum Beispiel trägst du einen Abend Retinol auf, am Abend danach eine peelende Säure, an zwei darauffolgenden Abenden dann nur einen sehr schlichten Moisturizer ohne aktive Wirkstoffe, um deiner Haut eine kleine Pause zu bieten – und dann geht’s wieder von vorne los.
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„Es kann sich auch lohnen, die Konzentration der aktiven Wirkstoffe im Winter runterzuschrauben, damit deine Haut davon zwar profitiert, aber nicht gereizt wird“, empfiehlt Dr. Ahmed. Wenn sich dein Glykolsäure-Toner mit 5 bis 7 Prozent Säurekonzentration also dem Ende neigt, kannst du danach ja mal die Augen nach einem geringer konzentrierten Produkt offen halten. Dasselbe gilt auch für Retinol, das trockene, gereizte Haut im Winter zusätzlich irritieren kann.
Dr. Ahmed betont abschließend, dass es auch im Winter unheimlich wichtig ist, täglich Sonnenschutz zu tragen – vor allem, wenn du einen oder mehrere der eben genannten Wirkstoffe aufträgst, die die Haut anfälliger für Sonnenstrahlung machen können.
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