Mit diesen Tipps hält dein Parfum länger

Illustration: Olivia Santner
Was kannst du tun, damit dein Parfum länger hält? Wenn du im Sommer gerne tropische Düfte trägst, die dich an deinen letzten Urlaub erinnern, kann es sein, dass du bald frustriert bemerkst, dass sie immer nur eine Stunde oder so anhalten. Vielleicht hast du dich in der Zwischenzeit einfach nur an den Duft „gewöhnt“ und nimmst ihn deshalb einfach nicht mehr wahr. So oder so erfährst du im Folgenden, wie du das meiste aus deinem Parfum rausholen kannst, damit es so lange wie möglich hält.
Es gibt nichts Besseres als den Duft des Sommers. Ich persönlich liebe den Geruch von Sonnencreme und Meersalz, geschnittenem Gras, Rosé und saftigen, reifen Pfirsichen. Ich bin ein großer Fan von „Sommerdüften“, die ich gerne trage, wenn die Temperaturen langsam zu steigen beginnen und mich in Sommerstimmung bringen will. Diesen Effekt hat Estée Lauders Bronze Goddess auf mich: ein Spritzer und plötzlich bin ich (gedanklich) in der Toskana.
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Allerdings verlieren Düfte im Sommer leider schnell an Intensität. Das passiert natürlich auch im Winter, aber unsere Parfums bleiben an den zusätzlichen Schichten, die wir dann tragen, haften. Außerdem halten Düfte während der kälteren Monate des Jahres länger, weil wir weniger schwitzen. Ich habe schon so viele Tricks gehört, um diesem Problem entgegenzuwirken – bei den meisten davon wird dazu geraten, den Duft auf ungewöhnliche, warme Stellen zu sprühen. Denn die Wärme soll den Geruch intensivieren. Um eine biochemische Antwort auf dieses Dilemma zu finden, habe ich Nausheen Qureshi, eine Kosmetikchemikerin, um Rat gebeten.

„Es gibt ein paar Faktoren, die dafür sorgen, dass Parfums länger halten“, erklärte Nausheen. „Im Allgemeinen empfehle ich holzige und würzige und rate von fruchtigen und blumigen Noten ab, da diese schneller nachlassen.“ Sogenannte Sommerdüfte gehen in Richtung Gewächshausblumen und exotische Früchte, was vielleicht auch erklärt, warum Parfums vor allem in den wärmeren Monaten kürzer halten. Mein Lieblingsduft für den Winter, Vanilj von Maya Njie, ist reich an Zedernholz und Kardamom – ein Holz und ein Gewürz, also zwei Fliegen mit einer Klappe.

„Außerdem spielt es eine große Rolle, wie trocken oder fettig deine Haut ist“, sagte Nausheen. „Je fettiger, desto langsamer ist der Verdunstungsprozess des Parfums. Wenn die Haut trocken ist, verdunstet der Duft viel schneller“, fügte sie hinzu. Sie erklärte auch, dass trockenere Luft im Winter für eine geringere Verdunstung sorgt. „Aus diesem Grund fügen Hersteller:innen manchmal Feuchthaltemittel (feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoffe) zu einem Parfum hinzu“, erklärt Nausheen. „Der entscheidendste Faktor ist aber, wie hoch der Parfumprozentsatz des Produkts ist und welche Menge an Alkohol enthalten ist.“
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An dieser Stelle wird das Ganze etwas fachlicher. Du hast vielleicht bemerkt, dass einige Düfte als EdT oder EdP verkauft werden. Die Abkürzung EdT steht für „Eau de Toilette“ (laut Nausheen handelt es sich dabei um eine Duftkonzentration von 5-10 Prozent), während EdP für „Eau de Parfum“ steht (eine Duftkonzentration von 7-15 Prozent). „Der Anteil an Duftölen, die in dem Parfum enthalten sind, bestimmt in erster Linie, wie lange es hält“, erklärt Nausheen. Im Gegensatz dazu enthält eine parfümierte Seife oder Körperlotion meist nur 1-2 Prozent Parfum. Da EdP im Normalfall einfach mehr Duftstoffe beinhaltet und daher intensiver riecht, ist es auch die teurere Option.
Und was hat es mit der weit verbreiteten Annahme auf sich, dass wir uns im Laufe des Tages an den Duft von Parfums gewöhnen und ihn deshalb irgendwann weniger riechen? Nausheen wies mich auf eine aktuelle Studie hin, die nahelegt, dass die Art und Weise, wie wir Düfte wahrnehmen, komplexer ist, weil sie nicht nur mit unserem Vertrautheitsgrad zusammenhängt. „Sie zeigt, dass viele Faktoren im Spiel sind, wenn es um Veränderungen in unserer Wahrnehmung von Düften geht. Zum Beispiel scheinen Frauen Gerüche besser aufzuspüren als Männer. In diesem Zusammenhang spielen aber auch das Alter und Genetik eine Rolle“, so Nausheen. „ Umweltfaktoren sind ebenfalls mit im Spiel: Rauchst oder trinkst du? Lebst du in einer schadstoffbelasteten Gegend? Wie heiß ist es dort, wo du lebst?“
An deiner genetischen Veranlagung kannst du nicht viel ändern (und ins Ausland zu ziehen, um das meiste aus deinem Parfum rauszuholen, ist vielleicht auch nicht die beste Lösung). Wenn du aber folgende Tipps befolgst, kannst du dafür sorgen, dass dein Lieblingsduft länger hält: „Befeuchte deine Haut vor dem Auftragen mit einer Creme oder einem Serum, damit der Duft weniger schnell an Intensität verliert“, empfiehlt Nausheen. „Und sprüh das Produkt hinter die Ohren. Dort verdunstet es nicht so schnell, weil die Ohren es vor Luft und Wind schützen.“ Ich habe übrigens auch etwas Ähnliches über den Bauchnabel gehört.
Vielleicht ist es auch an der Zeit, deinen Sommerduft zu wechseln. Etwas kann sommerlich und würzig sein – ich werde Bronze Goddess nie ganz aufgeben, aber Tom Fords Lost Cherry gefällt mir auch immer besser. Die schwarze Kirsche verleiht dem Parfum eine leicht süße Note, aber es hat auch eine wärmere Mandel- und Sandelholzbasis. Dieses Parfum hält ebenso wie Byredos Mixed Emotions extrem lange. Es ist gleichzeitig holzig und fruchtig (mit schwarzer Johannisbeere, Tee und Birkenholz) und riecht einzigartig gut.
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