Juckreiz, Rötungen & trockene Haut: Wie du Ekzeme behandeln kannst

Foto: Nai Collins
Bei einer Hautkrankheit denkst du vielleicht zuerst an Akne, aber auch Ekzeme können dich bis ins Erwachsenenalter begleiten. Meistens gehen sie mit trockener und rissiger Haut einher, die wund und gerötet ist und Juckreiz verursacht. Laut der Londoner Dermatologin Dr. Justine Kluk sind Ekzeme zwar weit verbreitet, werden mit den Jahren aber besser. Rund 60 Prozent der Menschen, die Ekzeme im Kindesalter hatten, haben diese spätestens in ihren Teenagerjahren überwunden. Was aber bei den meisten übrig bleibt, ist eine besonders trockene Haut, die sich manchmal sogar erst Jahre später bemerkbar macht – damit kenne ich mich nur zu gut aus! Eigentlich hatte ich immer recht ölige Haut, die zu Pickeln neigte, mittlerweile ist sie allerdings furchtbar trocken, juckt und an Händen und Augenlidern wird sie schnell schuppig und rissig. Ich habe alle möglichen Kosmetikbehandlungen ausprobiert, um meine Haut wieder unter Kontrolle zu kriegen, aber alles war für die Katz (irgendwann habe ich mir eingestanden, dass all die klebrigen Masken und scheuernden Peelings bei mir einfach nichts bringen). Außerdem hatte ich das Gefühl, dass die Jahre, die ich in die Suche nach meiner perfekten Skin-Care-Routine gesteckt hatte, für nichts und wieder nichts waren, weil ich jetzt plötzlich wieder am Anfang stand und alles auf trockene Haut umstellen musste. Natürlich habe ich mich gefragt, wie das passieren konnte. Wie entstehen Ekzeme und was ist der Grund für die 180-Grad-Wende meiner Haut? Und vor allem: Was kann ich tun, um die Ausbrüche in den Griff zu kriegen?
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„Es gibt eine Reihe von Faktoren, die zur Entwicklung von Ekzemen beitragen“, erklärt Dr. Kluk. „Wenn beispielsweise deine Eltern schon damit zu kämpfen hatten, ist die Wahrscheinlichkeit höher, es auch selbst zu bekommen, aber eine Garantie ist das auch nicht. Außerdem sind Ekzeme unberechenbar. Sie kommen und gehen, wie sie möchten. Manchmal werden die Entzündungen durch bestimmte Seifen, Waschmittel oder anderer Chemikalien hervorgerufen, aber auch Allergene und bakterielle und virale Infektionen lösen sie aus“ und das sind noch längst nicht alle Trigger: „Es ist bewiesen, dass auch Stress den Ausbruch von Ekzemen begünstigt“, fügt die Ärztin hinzu. „Weitere mögliche Gründe sind starke Wetterumschwankungen, eine Erkältung und allergische Reaktionen auf beispielsweise Tiere, Staub und Wolle.“ Das Krankheitsbild ist dabei bei vielen Menschen gleich: „Typische Symptome von Ekzemen sind Juckreiz und trockene und rote Haut“, erklärt Dr. Kluk. „Vor allem an Händen und Füßen bilden sich feuchte und krustige Stellen. Am häufigsten von Ekzemen betroffen sind aber Bereiche mit sehr dünner Haut, wie beispielsweise Ellbogen, Knie, Handgelenke, Knöchel und Nacken.“
Wenn deine Haut dann auch noch sehr empfindlich ist, scheint eine Therapie wie eine nicht enden wollende Tortur zu sein. Vielleicht hilft dir eine dieser von Dermatolog*innen empfohlenen Methoden, um die lästigen Ekzeme loszuwerden:

Symptom lindernde Mittel

Diese Mittel tun im Grunde nichts anderes als sich wie eine Barriere auf die Haut zu legen, um zu verhindern, dass Feuchtigkeit entweichen kann. So bewahren sie sie vor Trockenheit und Schuppen. Laut Dr. Kluk sind Symptom lindernde Mittel oft als Creme oder Salbe erhältlich und sehr beliebt, wenn es um die Behandlung von Ekzemen geht. „Am besten, du verwendest die feuchtigkeitsspendenden Mittel mehrmals am Tag und trägst sie immer schön großflächig auf. Wenn die Haut sich nicht mehr trocken anfühlt, hast du genau die richtige Menge.“
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Expert*innen empfehlen gerne die feuchtigkeitsspendende Creme von Diprobase in Kombination mit der Lotion von Dermol – beides rezeptfrei erhältlich. Auch sehr wirkungsvoll sind die Reinigungslotionen von CeraVe. Aber vergiss nicht: „Selbst wenn der Ausbruch unter Kontrolle gebracht wurde, ist es wichtig die Mittel weiter zu benutzen, damit die Wirkung dauerhaft anhält“, rät die Dermatologin. Also integriere die Produkte am besten in deine Pflegeroutine ein, damit du nicht später irgendwann wieder alles von vorne durchmachen musst.

Steroidhaltige Cremes

Die verschreibungspflichtigen Steroide-Cremes sind zwar sehr effektiv, haben aber auch viele potenzielle Nebenwirkungen. So sorgen sie bei zu langer Anwendung beispielsweise für die Verdünnung der Haut. Trotzdem sind sie besonders gut, um die verschiedenen Symptome gleichzeitig zu behandeln. „Topische Steroide behandeln den Juckreiz und die Entzündung, die mit einem Ekzem einhergehen“, erklärt Dr. Kluk. „Dein*e Dermatolog*in sollte dir immer genau erklären, wie du das Mittel verwendest und dir außerdem eine Gebrauchszeit verordnen. Schwächere topische Steroide werden normalerweise für Bereiche wie Gesicht, Brüste, Augenlidern und Achseln verschrieben, da die Haut da dünner und sensibler ist“, fügt sie hinzu. Auch Mittel mit Hydrocortison sind besonders hilfreich und können sogar rezeptfrei gekauft werden. Kombiniert mit einem Entzündungshemmenden Mittel wirken sie wahre Wunder. Wenn du nicht gleich auf die Steroide zugreifen willst, kannst du es mal mit dem Cremogel von Soventol versuchen.

Topische Calcineurinhemmer

Lass dir von dem komplizierten Namen keine Angst machen, denn Calcineurinhemmer sind im Grunde nichts anderes als Entzündungsblocker. Wenn deine Haut nicht auf Steroide reagiert oder das Ekzem an sehr dünnen Hautpartien auftritt, kannst du auf diese topischen Mittel zurückgriefen. Laut Dr. Kluk gehören die Elidel-Creme und protopische Salben zu den gängistens Calcineurinhemmern, jedoch müssen sie von deinem Dermatologen oder deiner Dermatologin verschreiben werden.
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Lichttherapie oder Medikamente zur oralen Einnahme

„Diejenigen, die schwere oder stark ausgebreitete Ekzeme haben, die nicht auf eine topische Behandlung ansprechen, müssen es möglicherweise mit einer LED-Therapie versuchen“, meint die Ärztin. Medikamente zur oralen Einnahme, wie zum Beispiel Kortikosteroidtabletten, könnten aber auch schon gut anschlagen. „Diese wirken direkt auf das Immunsystem und sollten deshalb nur unter ärztlicher Beobachtung eingenommen werden.“

Vermeiden von bestimmten Inhaltsstoffen

Bei Akne, Hautunebenheiten, Falten und Hyperpigmentierung, greifst du oft auf verschiedene Säuren (wie Milchsäuren und Glykolsäuren und Salicylsäuren), um die Symptome zu behandeln oder baust Retinol in deine Hautpflege ein und da machst du auch alles vollkommen richtig. Wenn du aber zu atopischen Ekzemen neigst oder das Ekzem eher unerwartet aufgetreten ist, rät Dr. Kluk von diesen Wirkstoffen ab, da sie die Erkrankung verschlimmern können. Stattdessen solltest du auf Inhaltsstoffe wie Ceramide, Hyaluronsäure und Urea zurückgreifen, da sie besonders wohltuend auf die empfindliche Haut wirken. Mittlerweile findest du diese Wirkstoffe in vielen Pflegeprodukten.
Die reichhaltige Urea-Salbe von Eucerin sorgt beispielsweise mit ihrem zehnprozentigem Ureaanteil dafür, dass die Haut das Wasser in sich bindet und macht sie so sanfter. Auch die feuchtigkeitsspendende Creme von CeraVe verfeinert das Hautbild, in diesem Fall mit Hyaluron und durch ihre nicht-komedogene (nicht die Poren verstopfende) Wirkung. Außerdem enthält sie drei wichtige Ceramide, um die Hautbarriere zu reparieren, sodass die Wahrscheinlichkeit geringer ist, dass Feuchtigkeit entweicht und trockene, raue und rissige Hautstellen entstehen. Die wohltuende Salbe der Marke MooGoo, ist dagegen reich an wichtigen Fettsäuren und Vitamin F, das trockene und rissige Haut von der Tiefe repariert. Außerdem legt sie sich (wie Symptom lindernde Mittel) auf die Haut und verhindert, dass Feuchtigkeit entweichen kann.
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