7 Tipps für gesunde Haare von einer Kopfhaut- und Haar-Ärztin

Foto: Leia Morrison.
Hannah Gaboardi hat wunderschöne Haare. Kein Wunder, schließlich ist sie eine der gefragtesten Tricholog:innen in London. Ihr Job: die Kopfhaut und Haare ihrer Patient:innen zu optimieren (und oft total zu verwandeln). Die erhoffen sich von ihrer Behandlung dichtere und/oder glänzende Haare, einen weniger fettigen Ansatz oder das Ende von Problemen wie Schuppen oder Haarverlust. In anderen Worten: Hannah weiß genau, was Haare brauchen, um gesund und glücklich sein.
Das wollte auch ich wissen. Also habe ich Hannah in einer ihrer zwei Londoner Kliniken besucht und mich dort von ihr beraten lassen. Was ich von ihr gelernt habe, hat meine eigene Haarpflege-Routine komplett auf den Kopf gestellt – und dieses Wissen möchte ich dir nicht vorenthalten.
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Du wäschst deine Haare zu selten & das ist ein Problem

Laut Hannah ist es ein großer Fehler, Google zu fragen, wie oft du dir die Haare waschen solltest. „Ich habe einige Patient:innen, die ihre Haare nur alle zwei Wochen gewaschen haben“, erzählt sie. „Viele glauben, dass es die Haare ‚ausgleichen‘ würde, sie nur seltener zu waschen.“ Und das stimmt: In den letzten Jahren ist es zum Trend geworden, die Haare sich quasi „selbst reinigen“ zu lassen. Dabei gibt es überhaupt keine Indizien dafür, dass das wirklich funktioniert, meint Hannah. „Ich empfehle meinen Patient:innen immer, ihre Haare so zu behandeln wie ihre Haut. Du solltest deine Haare jeden zweiten Tag waschen – und das gilt für alle Haartypen. Eine gesunde Kopfhaut bedeutet gesunde Haare.“ Und das führt uns direkt zu ihrem nächsten Tipp…
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Ein Kopfhaut-Peeling kann eins der nützlichsten Haarpflege-Produkte sein

Selbst wenn du dein Haar regelmäßig wäschst, können sich Fett, Haarprodukte, Dreck und abgestorbene Hautzellen schnell auf der Kopfhaut ablagern. Wenn deine Haare tendenziell schnell fettig werden, rät Hannah dazu, alle zwei Wochen bis einmal pro Monat ein Kopfhaut-Peeling zu machen. Dazu empfiehlt sie das OUAI Scalp & Body Scrub (derzeit 30,40 € via Douglas). „Das entfernt die abgestorbenen Hautschuppen“, erklärt sie. „Wenn die Haarwurzeln verstopft sind, können die Haare nicht wachsen. Wenn du deine Kopfhaut reinigst, ermutigst du dein Haar damit automatisch zum Wachsen.“ 
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Kissenbezüge und Haargummis aus Seide sind nicht bloß nette Accessoires

Niemand braucht einen Kissenbezug aus Seide. Wenn dir deine Haargesundheit aber am Herzen liegt oder deine Haare ohnehin schon trocken und/oder beschädigt sind, solltest du dir einen zulegen, meint Hannah – vor allem, wenn du gern dichteres, gesünderes Haar hättest. „Im Schlaf wälzt du dich herum, und das kriegen deine Haare ab“, erklärt sie. „Wenn du auf Seide schläfst, schadet das den Haaren weniger. Ich schlafe auch gerne mit einem Seiden-Turban.“
Wir lieben den Kissenbezug von Slip (derzeit 79,20 € via Douglas); wenn du ungern so viel Geld ausgeben möchtest, gibt es auch günstigere Varianten, zum Beispiel von Lilysilk (24,00 € via Lilysilk).
Hannah empfiehlt außerdem, deine engen Haargummis gegen Scrunchies und Haarbänder aus Seide einzutauschen. „Das Schlimmste, was du deinen Haaren antun kannst, ist ein Haargummi. Vielen Leuten ist gar nicht klar, wie schädlich die dadurch entstehende Reibung ist. Seide hingegen ist sehr sanft zum Haar.“ In anderen Worten: weniger Haarbruch.
Versuch’s mit dem Dreierpack von Slip (derzeit 27,00 € via Niche Beauty) oder einem Zweierpack von Kitsch (20,99 € via ASOS). 
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Der typischste Fehler beim Haarewaschen

Wenn deine Kopfhaut sogar nach dem Haarewaschen juckt oder fettig aussieht, machst du womöglich etwas falsch. „Wir neigen dazu, unsere Haare vorne mit Shampoo einzureiben und den restlichen Kopf zu vergessen“, sagt Hannah. „Alle konzentrieren sich immer auf die vordere Haarpartie.“ Da werden deine Haare vielleicht besonders schnell fettig – zum Beispiel am Haaransatz oder am Pony. Dabei solltest du auch deiner hinteren Kopfhaut genug Aufmerksamkeit schenken und außerdem den Conditioner gründlich ausspülen.
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Den Conditioner nicht gut genug auszuspülen, kann dazu führen, dass die Kopfhaut gereizt reagiert. Das äußert sich dann in Form von Juckreiz und/oder Schuppen“, erklärt Hannah. Bei feinem, fettigem Haare solltest du das Produkt daher nur in die Spitzen und Längen einarbeiten; hast du sehr trockene, poröse Haare, kannst du den Conditioner überall auftragen. „Du solltest deine Produkte immer gründlich ausspülen“, sagt sie. Wenn du glaubst, alles ausgespült zu haben, mach sicherheitshalber noch ein paar Minuten weiter. Und falls du merkst, dass deine Kopfhaut auf dieses oder jenes Produkt reagiert (zum Beispiel mit Juckreiz oder Schuppen), solltest du es austauschen.
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So wachsen deine Haare schneller und stärker

„Einige meiner Patient:innen mit Haarverlust stehen gerade total auf einen TikTok-Trend, der behauptet, ein zehnminütiger Handstand würde dafür sorgen, dass das Haar besser wächst, weil das Blut in die Kopfhaut fließt“, erzählt Hannah. Genau genommen stimmt es, dass das Haar einen guten Blutfluss in der Kopfhaut braucht, um ordentlich zu wachsen; Hannah würde dazu aber eher regelmäßige Kopfhautmassagen und -seren empfehlen.
Damit das Haar dichter und stärker wächst, müssen wir den Blutfluss in der Kopfhaut stimulieren. Ich massiere meine Kopfhaut regelmäßig mit einem Serum, wie dem Scalp Serum von OUAI (54,99 € via Douglas).“ Das enthält Peptide – also Proteine, die das Haar stärken. Hannah benutzt außerdem gerne eine Kopfhaut-Massagebürste unter der Dusche. „Massiere dir damit jedes Mal den Kopf, wenn du dir die Haare wäschst“, sagt sie. „Trag einfach dein Shampoo auf die Bürste auf und dann massiere deine Kopfhaut. Du kannst das Tool auch abends auf trockenem Haar anwenden. Ich mache das meistens fünf Minuten lang.“
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Versuch’s mit dem Briogeo Scalp Revival Stimulating Therapy Massager (18,50 € via Cult Beauty) oder der Scalp Brush von Tangle Teezer (derzeit 10,95 € via Zalando), und achte bei Shampoos auf gesunde Wirkstoffe wie feuchtigkeitsspendende Hyaluronsäure und Koffein
Wer unter Haarausfall leidet, sollte Hannah zufolge nach Minoxidil Ausschau halten (auch bekannt als Regaine), einer medizinischen Lösung, durch die Blut in die Kopfhaut fließt und das Haarwachstum angeregt wird. Auch Nahrungsergänzungsmittel sind eine gute Option, meint Hannah, die dazu zum Beispiel Eisen, Zink und Biotin empfiehlt. Wenn du zu Akne neigst, solltest du bei Letzterem eine geringere Dosis einnehmen, weil Biotin bei manchen Menschen zu stärkeren Hautunreinheiten geführt haben soll.  
Wenn du dich lieber in professionelle Hände begibst, empfiehlt Hannah eine Behandlung wie Microneedling oder eine PRP-Injektion in die Kopfhaut. Ein:e Expert:in kann außerdem untersuchen, ob dein Haarausfall mit den Hormonen, einer Schwangerschaft oder einer Krankheit wie dem Polyzystischen Ovarsyndrom zusammenhängen könnte.
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Deine Frisur kann deiner Kopfhaut schaden

Vom strengen Dutt bis hin zu einem geflochtenen Zopf: Viele straffe Frisuren sind gerade total im Trend. Sie können allerdings konstanten Druck auf deine Kopfhaut ausüben, indem sie an den Haarwurzeln zerren und dadurch für Traktionsalopezie sorgen. „Vielen Leuten ist gar nicht bewusst, wie viel Spannung sie durch besonders straffe Zöpfe oder andere Styles wie Weaves oder Extensions auf die Haarwurzel ausüben“, erklärt Hannah. „Nach einiger Zeit kann das zu Narbenbildung und schließlich sogar Haarausfall führen. Deswegen geht bei vielen Frauen der Haaransatz mit der Zeit zurück.“
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Wenn du deine Haare über lange Zeit hinweg also beispielsweise im Dutt oder Zopf trägst, solltest du Hannah zufolge auch mal eine Pause davon einlegen, um deine Kopfhaut „verschnaufen“ zu lassen und ihr ein Serum zu gönnen.
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Wie du schnell glänzende Haare bekommst

Hannah erklärt, dass glänzendes Haar bei der Ernährung anfängt. „Ich empfehle, regelmäßig Avocados, Spinat und fettigen Fisch zu essen“, sagt sie – zum Beispiel Lachs. Und auch das Schlafen auf einem Kissenbezug aus Seide kann dabei helfen, Reibung und Schäden am Haar zu vermeiden und Glanz zu optimieren. Bei Produkten setzt sie dabei vor allem auf Glossings, zum Beispiel auf das Chroma Absolu Soin Acide Gloss von Kérastase (48,95 € via Zalando). „Außerdem liebe ich Kopfhaut-Seren, Haaröle und den Reiswasser-Trick.“
Dabei wird weißer Reis über Nacht in Wasser getränkt. Mit diesem Wasser spülst du dann deine Haare – ein Ritual, auf das chinesische Frauen schon seit Jahrzehnten schwören, und das dank TikTok vor Kurzem viral ging. „Dieses Ritual ist toll für die Haare“, meint Hannah, die nach der Dusche auch gern ihre Haare kalt abspült, um ihren Glanz zu verstärken.
Zu guter Letzt: Die Haare mit hoher Temperatur zu glätten ist ein großes No-Go für Glanz. „Ein Glätteisen sollte immer mit niedriger Hitze verwendet werden“, rät Hannah. 180 Grad sind das Optimum – weswegen sich Glätteisen von ghd auch nicht höher stellen lassen. Natürlich brauchen manche Haartypen wie Locken aber eine stärkere Hitze, um sich glätten zu lassen, räumt Hannah ein. „Ich würde empfehlen, erstmal die kleinstmögliche Hitzestufe zu verwenden, die dein Glätteisen bietet, und dich von da aus langsam hochzuarbeiten“, sagt sie.
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