Ich habe meine blonden Haare „herbstorange“ gefärbt & dabei viel gelernt

Wenn du dich auf Instagram oder TikTok gerade so durch deinen Feed scrollst, wirst du garantiert früher oder später über ein ästhetisches Video mit „herbstlichen Haaren“ stolpern. Die Farbnuancen in diesen Umstyling-Videos reichen von einem tiefen Burgunderrot bis hin zu „Pumpkin Spice“-Tönen, und in den Captions steht dazu meist auch etwas über lodernde Kaminfeuer, fesselnde Bücher und/oder Gilmore Girls. Obwohl die Inspiration also meist aus einer ähnlichen Richtung kommt, sind die Farben hingegen ganz verschieden. Eine davon hat meine Aufmerksamkeit aber besonders erweckt – „Herbstorange“.

Was genau ist denn „Herbstorange“?

Der Ton liegt irgendwo zwischen dem von Sadie Sink in Taylor Swifts Musikvideo zu „All Too Well“ und dem von Poison Ivy in Batman – und ist wie geschaffen für all diejenigen von uns, die gerne in den Herbstmonaten durch laubbedeckte Parks schlendern (und dabei farblich zur Umgebung passen möchten). Aber inwiefern unterscheidet sich Herbstorange von seinen diversen Vorgängern, wie zum Beispiel verbranntes Kupfer, sommerliches Honigrot oder feuriges Kupferrot?
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„Wenn jemand von ‚Herbstorange‘ spricht, denke ich direkt an warme Orange-Nuancen“, erklärt die Junior-Stylistin Kornelija Cecetaite vom Salon BLEACH London. „Das ist ein eher rustikales Orange, keine grelle Farbe.“ Klang gut – also buchte ich mir einen Termin, um mein Blond in ein herbstliches Orange umfärben zu lassen.
Ich hatte vorher kaum eine Vorstellung davon, was genau bei diesem Termin passieren würde, wie häufig ich mir die Haare nachfärben lassen müsste oder wie ich sie am besten zu Hause pflegte. Zum Glück beantwortete Kornelija alle meiner Fragen im Laufe meines Termins und lieferte mir wichtige Infos dazu, was es wirklich bedeutet, sich einen solchen Orange-Haarton zuzulegen.

Wie lassen sich die Haare herbstorange färben?

Kornelija betont mir gegenüber immer wieder, wie wichtig es ist, ein gutes Beispielfoto in den Salon mitzubringen, um klarzumachen, ob dein Wunschfarbton eher ins Orangene oder ins Braune geht (und welche Farbe sich besser für deinen Teint eignet). Sobald ihr euch dann auf den idealen Ton geeinigt habt, könnt ihr darüber sprechen, ob es gleich eine (bleibende) Coloration oder nur eine (rauswaschbare) Tönung sein soll. All das hängt auch von deiner Ausgangsfarbe ab – und davon, wie viel Pflege du im Nachhinein in die Farbe investieren möchtest.
Weil ich vor dem Termin noch blonde Strähnen hatte, entschieden wir uns für eine Farbe, bei der mein dunkler Ansatz beim Rauswachsen nicht direkt auffallen würde. Also wurde es eine Herbstorange-Tönung, die Kornelija in meinem gesamten Haar verteilte und 20 Minuten einwirken ließ. Am Ende bekam ich noch ein paar gesichtsumspielende Stufen verpasst.
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Eignet sich Herbstorange für helles und dunkles Haar?

Mithilfe einiger Beispielfotos deine Traumfarbe zu demonstrieren, ist ein wichtiger erster Schritt – die letztliche Farbe hängt aber auch davon ab, ob du vorher helle oder dunkle Haare hast. „Blondiertes Haar ist wie eine leere Leinwand“, erklärt mir Kornelija. „Wenn du aber dunkle Haare färben willst, ist der Prozess ein ganz anderer.“
Obwohl du Kornelija zufolge auch mit dunklen Haaren einen richtig tollen Kupferton hinbekommst, wird er manchmal vielleicht nicht so strahlend ausfallen. „Die Farbe wird dabei immer ein bisschen Tiefe haben, weil du effektiv mit der Naturfarbe zusammenarbeitest – im Gegensatz zu blondierten Haaren, denen diese Naturfarbe bereits entzogen wurde“, sagt sie.
Kurz gesagt: Es ist wichtig, schon vorher klarzustellen, wie strahlend das Orange ausfallen soll, damit dein:e Colorist:in entscheiden kann, ob deine Haare vor dem Färben erst einmal aufgehellt werden sollten.
Foto: Alicia Lansom.
Vorher
Foto: Alicia Lansom.
Nachher

Wie lange hält die Herbstorange-Farbe im Haar?

Wenn du möchtest, dass dir der herbstliche Ton bis zum Ende des Jahreszeit erhalten bleibst, solltest du dabei einiges berücksichtigen. „Bei Tönungen geht im Laufe der als Erstes das Orangene verloren“, erklärt Kornelija. „Weil die Farbe eine Mischung aus Braun und Orange ist, verblasst die hellste Farbe darin immer zuerst. Dadurch bleibt der Kupferton zwar erhalten, strahlt aber nicht mehr so.“
Obwohl die Farbe Kornelija zufolge schon ab etwa einem Monat verblassen kann, kannst du einiges tun, um sie so lange wie möglich zu erhalten – wie das Reduzieren deiner Haarwäschen. „Wenn du deine Haare nicht so oft wäschst, musst du sie nicht so oft nachfärben oder -tönen“, sagt sie. Ihr Vorschlag: Trainiere deine „Haar-Toleranz“.
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Es klingt vielleicht absurd, wenn Leute behaupten, sie hätten ihrem Haar „antrainiert“, länger ohne eine Wäsche auszukommen; Kornelija hält das aber absolut für plausibel. Da ich selbst meine Haare etwa alle drei Tage wasche, riet sie mir, es doch mal mit vier Tagen zu probieren, dann wieder mit drei, dann mit vier, und so weiter – bis ich keinen Unterschied mehr zwischen dem Zustand meiner Haare nach drei oder vier Tagen erkenne.
Von da aus kannst du die Zeit zwischen dem Haarewaschen immer weiter verlängern, um dein Haar idealerweise irgendwann nur noch einmal pro Woche waschen zu müssen. Das garantiert eine besonders lange Haltbarkeit der Haarfarbe. Kornelija empfiehlt mir außerdem, beim Föhnen und Glätten immer ein Hitzeschutzspray zu benutzen, da auch Hitzestyling die Haare ausbleichen kann.
Foto: Sacha Jayne Fleming.
Nachher

Wie oft muss ich eine Farbe wie Herbstorange auffrischen (lassen)?

Jede Haarfarbe verblasst mit der Zeit – strahlendere Farben erfordern aber meist mehr Aufmerksamkeit. „Wenn das Haar darunter gebleicht ist, wirst du feststellen, dass die Farbe schneller rauswäscht, weil sie dort nicht so viele Pigmente findet, an denen sie sich ‚festhalten‘ kann“, erklärt Kornelija. „Das heißt, wenn deine Haare darunter blond sind, wirst du das Orange nach einer Weile vermutlich komplett nachfärben müssen, anstatt nur ein bisschen weiteres Orange oder Braun hinzuzugeben – abhängig davon, welches Pigment am ehesten verblasst ist. Das Beste, was du tun kannst, ist aber, alles verblassen zu lassen und von vorn anzufangen“, meint sie.
Wenn du die Farbe auch im Alltag erhalten möchtest, kann es sich lohnen, ein wenig Farbe in deinen Conditioner zu geben – zum Beispiel BLEACH Tangerine Dream (9,95 € via Sephora). „Jedes Mal, wenn dir dein Shampoo ein bisschen Farbe rauswäschst, kannst du sie dann einfach wieder auffrischen, indem du die Conditioner-Farbe-Mischung danach ein paar Minuten einwirken lässt.“
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Muss ich meine Haare anders pflegen, wenn sie herbstorange gefärbt sind?

Das Wichtigste im Umgang mit gefärbten Haaren sind die Produkte, die du benutzt. „Es stimmt, was die Leute sagen: Ein farbpflegendes Shampoo sorgt dafür, dass dir die Farbe länger erhalten bleibt“, meint Kornelija. Um das Verblassen der Farbe abzubremsen, solltest du daher zu Produkten greifen, die speziell für gefärbtes Haar entwickelt wurden – wie das Moroccanoil Color Continue Shampoo (derzeit 28,49 € via Douglas) oder das Redken Color Extend Magnetics Shampoo (derzeit 17,39 € via Douglas). 
Kornelija empfiehlt, danach ganz auf Conditioner zu verzichten und stattdessen eine pflegende Haarmaske einzusetzen. Dadurch versorgst du dein Haar schon unter der Dusche mit Feuchtigkeit.

Wie schwer ist es, orangefarbene Haare neu zu färben?

Herbstorange ist definitiv eine Trendfarbe – es lohnt sich aber, dir auch schon vorher Gedanken darüber zu machen, was danach kommen soll (vor allem, wenn du dir häufiger die Haare färbst). Wie leicht sich die Haare danach umfärben lassen, hängt mitunter davon ab, wie oft die Haarfarbe bis dahin aufgefrischt wurde.
Kornelija erklärt, dass sich mehr Farbe im Haar ablagert, wenn du es regelmäßig mit der Conditioner-Farbe-Mischung auffrischst. Diese Ablagerungen müssen dann erstmal entfernt werden, bevor du die Haare neu färbst. Wenn du die Farbe hingegen allmählich verblassen lässt, bevor du eine neue hinzugibst, sind bis dahin nur noch wenige Farbschichten im Haar vorhanden; das erleichtert das Neufärben.
In meinem Fall versicherte mir Kornelija, dass ich durchaus auch zu meinem vorherigen Blond zurückkehren kann, solange ich damit leben kann, dass das Haar danach einen wärmeren Ton hat als zuvor. „Blondierte Haare sind oft etwas orange- oder pfirsichfarbener, bevor sie wirklich zum Blond zurückkehren. Das finde ich aber ganz cool. Dadurch erlebst du ganz viele verschiedene Nuancen.“
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In anderen Worten: Der Färbe-Prozess ist eine lange Reise – und auf dieser ist für mich der Weg das wahre Ziel.
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