Mein erster Locken-Haarschnitt hat meine Frisur verwandelt

Foto: bereitgestellt von Lucy Abbersteen.
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Wenn du mir vor 15 Jahren erzählt hättest, dass ich mir irgendwann mal eine Frisur verpassen lassen würde, die meine Locken betont, hätte ich garantiert gelacht. Ich war in den Nullerjahren auf der Oberschule – eine Zeit, in der das ghd-Glätteisen quasi der Heilige Gral war und ich mir damit jeden Tag die Haare verbrutzelte, um auszusehen wie Rachel Green. Der kollektive Nervenzusammenbruch, den alle Mädchen in meiner Klasse hatten, wann immer es regnete und unsere Haare „ruiniert waren“, ist aus heutiger Sicht echt traurig.
Als ich meinen Abschluss machte, war ich schon über die Besessenheit von spiegelglattem Haar hinweg. Trotzdem trug ich es in dem darauffolgenden Jahrzehnt nie wirklich lockig. Genau genommen ließ ich meine Haare „natürlich“ fallen, föhnte sie aber nach dem Waschen doch immer nach unten, sodass sie in flacheren, lockereren Wellen fielen. Ich kam nie überhaupt auf die Idee, meine Ringellocken zu betonen. Heute bin ich zwar keine Anhängerin der „Curly-Girl-Methode“ (als Beauty-Redakteurin muss ich schließlich ohnehin Produkte testen, die einige darin „verbotene“ Stoffe enthalten – wie Silikone oder Sulfate –, und ich färbe und hitzestyle mein Haar außerdem gerne mal), zeige meine Locken aber trotzdem gerne. Vor Weihnachten fasste eine Freundin das perfekt zusammen: „Ich weiß, dass du schon immer Locken hattest, aber jetzt sehen sie auch lockig aus.“
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Aber trotz all meiner Mühen, meine Styling-Routine zu perfektionieren, hatte ich immer noch das Gefühl, dass meine Haare einfach nicht perfekt dafür geschnitten waren. Weil ich nur wenige Stufen drin hatte, war meine Mähne ziemlich schwer. Die Konsequenz: ein flacher Ansatz und wenig Volumen. Ich brauchte einen auf mich angepassten „Custom Cut“ – einen Lockenschnitt, der aus meinen Haaren alles rausholte. Also buchte ich den „Curly Hair Remedy“-Schnitt in einem Larry-King-Salon in London.

Was ist ein „Custom Cut“?

Ein solcher individualisierter Schnitt folgt keinem Standard-Muster. Er orientiert sich an allem, das dein Haar einzigartig macht, um dein Wunsch-Ergebnis zu bekommen (und das gibt es nicht nur für Locken, sondern zum Beispiel auch für besonders feines oder dickes Haar). Weil sich Locken in ihrem Muster und ihrer Dicke so unterscheiden, eignen sich Custom Cuts für diesen Haartyp besonders gut. „Viele Cuts für lockige Haare sind heutzutage auf den Kunden bzw. die Kundin zugeschnitten“, erklärt mir meine Stylistin Lucy Jones. „Ich nenne das gerne ‚maßgeschneidert‘. Dazu sehe ich mir die Haartextur in trockenem Zustand an und fühle, wie fluffig und lockig das Haar ist. Ich schaue mir den Unterschied zwischen trocken und nass an und finde heraus, wo die ‚Problemzonen‘ liegen.“ Lucy schnitt mir außerdem in der vorderen Haarpartie ordentlich was ab, um dem Haar an Gewicht zu nehmen und den Ansatz anzuheben. „Dabei folgt man zuerst einer Grundform“, erklärt Lucy. „Sobald ich die Haare aber getrocknet habe und sie in ihre natürliche Form und Textur versetzt habe, wird der Cut durch ein bisschen Trockenschneiden richtig maßgeschneidert.“
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Was sind die Vorteile eines individualisierten Schnitts?

Weil ich mir mehr Volumen und Definition wünschte, schnitt mir Lucy auch ein paar Stufen rein, um die quadratische Form abzuschwächen, die du bei vielen Locken-Schnitten siehst, und so für mehr Schwung zu sorgen. Bei besonders lockigen Haartypen wie Lucys muss dafür im trockenen Zustand viel nachgearbeitet werden. „Larry hat mir letztens die Haare ganz trocken geschnitten, weil der Unterschied zum Nassen so krass ist“, sagt sie. „Meine Locken sind hinten kleiner als vorne. [Wegen dieser verschiedenen Texturen] würde es nicht funktionieren, wenn er mir die Haare nass schneidet, weil die Form dann nicht so aussieht wie im Trockenzustand.“
Foto: bereitgestellt von Lucy Abbersteen.
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Foto: bereitgestellt von Lucy Abbersteen.
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Sobald der Großteil des Schnitts erledigt war, wurde mein Haar gewaschen, mit Conditioner gepflegt und kalt abgespült, um meine Locken vor dem Trocknen neu zu formen. „Dabei geht es darum, die Feuchtigkeit im Haar zu behalten und genau in diesem Zustand damit zu arbeiten“, erklärt mir Lucy, bevor sie das Redken Acidic Perfecting Concentrate (20,95 €) und die Redken Curvaceous Ringlet Perfecting Lotion (21,95 €) einarbeitet. Danach verleiht sie meinem Haar mit dem Larry King Volumizing Hair Mist (35,00 €) noch ein wenig Volumen, bevor ich meinen Kopf zurücklehnen soll und sie es föhnt.
Als ich meinen Kopf wieder aufrichte und mir den fast fertigen Schnitt ansehe, klappte mir der Kiefer runter – ganz ehrlich. Meine etwas platteren Längen hatten eine echte Volumen-Verwandlung hingelegt, und die kürzeren Stufen rund um mein Gesicht verliehen dem Cut einen 70er-Shag-Vibe. Ich habe das Gefühl, einen trendigen Schnitt zu haben, der mit meiner natürlichen Textur zusammenarbeitet, anstatt zu erfordern, dass ich sie dem Trend anpasse. Ein paar Trockenschnitte später war ich fertig.
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Foto: bereitgestellt von Lucy Abbersteen.
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Den Beweis dafür, dass der Custom Cut wirklich „funktioniert“, lieferte mir meine nächste Haarwäsche und Styling-Routine. Meine Locken sind eindeutig definierter und werden nicht mehr von den Längen runtergezogen. Dank des neuen Volumens am Ansatz habe ich nicht mehr diesen platten „Cockerspaniel-Look“. Und obwohl ich immer noch ein bisschen rumexperimentiere, um meine beste Routine zu finden, freue ich mich unheimlich über einen Schnitt, der endlich das Beste aus meinen Haaren rausholt.
Foto: bereitgestellt von Lucy Abbersteen.
nachher (nach der Haarwäsche)
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