Was du für deine erste Abstrichuntersuchung wissen solltest

Foto: Ruby Woodhouse
Kurz vor meinem 25. Geburtstag beschloss ich, dass die Zeit für meinen ersten Abstrich gekommen war. Doch schon beim Gedanken daran wurde mir schlecht; nicht nur, weil es mein erstes Mal bei einer Gynäkologin sein würde, sondern auch, weil ich noch nie penetrativen Sex gehabt hatte. Deshalb fand ich die Vorstellung dieser Untersuchung besonders nervenzerrüttend.
Aus diesem Grund machte mir auch vor allem das Spekulum Angst. Mit fast, aber nicht ganz 25 Jahren hatte mich noch nie jemand ohne Unterhose gesehen, geschweige denn meine nackte Vulva. Außerdem war da unten noch nie etwas drinnen gewesen außer ein paar Sextoys, an denen ich mich versucht hatte. Der Gedanke, diese Erfahrung mit einer fremden Person zu machen, war also alles andere als verlockend. Du brauchst keine „Jungfrau“ zu sein, um dich von so einer Behandlung eingeschüchtert zu fühlen: So, wie ich mich als heterosexuelle Jungfrau fühlte, geht es wahrscheinlich vielen Menschen – vor allem queeren und trans Menschen, die sexuell aktiv sind, aber noch keinen penetrativen Sex hatten.
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Deshalb hätte ich auch beinahe meine Meinung geändert und den Termin ein wenig hinausgezögert, aber ich wusste, dass diese Untersuchung wichtig war.
Dr. Deborah Lee, Ärztin für Sexual- und Fortpflanzungsmedizin, erklärt gegenüber Refinery29: „Du darfst nicht vergessen, dass Gebärmutterhals-Vorsorgeuntersuchungen Leben retten können. Die Entscheidung, dich untersuchen zu lassen, zeugt von Vernunft und Verantwortungsbewusstsein. Vorbeugen ist immer besser als Heilen.“ Studien zeigen, dass ein Viertel der neuen Fälle von Gebärmutterhalskrebs pro Jahr durch Gebärmutterhals-Screenings verhindert werden könnten. Grund genug für einen Abstrich, oder? Eben.
Aber zurück zu meiner ersten Abstricherfahrung... Egal, ob du im selben Boot sitzt wie ich oder einfach nur neugierig bist: Im Folgenden erfährst du alles, was vor, während und nach meiner ersten Abstrichuntersuchung als Jungfrau passiert ist.

Der Tag davor

Einen Tag vor meinem Abstrich wurde ich langsam nervös. Ich hatte mich für eine Ganzkörperrasur entschieden, um mich selbstbewusster zu fühlen, aber nicht, weil ich mir Sorgen darüber machte, was meine Behandelnde wohl denken würde – schließlich sieht sie jede Woche Hunderte Vulven und Körper. Dennoch war mir mulmig zumute, weil mich jemand zum ersten Mal ohne Unterhose sehen würde, und noch viel besorgter war ich darüber, wie sich der ganze Vorgang anfühlen würde. Dr. Lee versichert uns, dass „ein Abstrich nicht schmerzhaft sein sollte“, und fügt hinzu, dass „manche Frauen ihn aufgrund von Erkrankungen wie Vaginismus und Endometriose als unangenehmer empfinden als andere“. Sie sagt, dass der:die Behandelnde, der:die den Test durchführt, alles tun wird, damit du dich so wohl wie möglich fühlen kannst. Sie fügt hinzu: „Je mehr du versuchst, dich zu entspannen, indem du langsam und tief durch deine Nase atmest, desto einfacher kann der Abstrich durchgeführt werden und desto schneller ist er auch vorbei.“
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Trotzdem konnte ich nicht umhin, mich zu fragen: „Was ist, wenn es weh tut?“ Ich hatte schließlich so viele Horrorgeschichten im Internet gelesen. „Wie groß wird das Spekulum sein? Und wie wird es sich in mir anfühlen?“

Der Morgen des Abstrichs

Ich wachte besorgt auf: schweißgebadet, klebrig und ohne Vorfreude auf den bevorstehenden Tag. Selbst der Gedanke an die Maniküre und Pediküre, die ich mir als Belohnung danach gönnen wollte (Selbstfürsorge, du weißt schon), verbesserte meine Stimmung nicht. Ich hatte einfach zu viel gegoogelt und viel zu viele schreckliche Storys gelesen, um mich entspannen zu können. Dann weinte ich ein paar Minuten lang, bevor ich mich wieder aufrappelte und mich mental auf das vorbereitete, was mich in der Praxis erwarten würde.
Meine Mutter begleitete mich zu meiner Ärztin, auf die wir zusammen im Warteraum warteten. Ich war nervös. Als mein Name aufgerufen wurde, gab ich meiner Mutter meine Tasche und ging den Flur hinunter zum Behandlungsraum. Ich schaltete auf Autopilot und tat genau das, was mir gesagt wurde – was die Sache einfacher machte. Ich fühlte mich gut, obwohl ich schon auch noch etwas aufgeregt war, als sie mich nach meinem Namen, meinem Geburtsdatum und danach fragte, ob das mein erster Abstrich sei, und mich zudem zum Thema Verhütung befragte.
Sie fragte, ob ich irgendwelche Fragen hätte, und ich beschloss, meine Befürchtungen anzusprechen und fragte sie: „Benutzen Sie ein kleines Spekulum?“ Meine Ärztin nickte und erklärte mir, dass sie nur kleine Spekula verwende. Das beruhigte mich, nachdem ich im Internet eine Reihe verschiedener Größen gesehen hatte, darunter auch einige ziemlich große. Mit einem Spekulum kann der:die Behandelnde deinen Gebärmutterhals weiten, um einen Abstrich zu machen. Im Gespräch mit der Ärztin erwähnte ich nicht, dass ich noch nie penetrativen Sex gehabt hatte, weil mir das nicht mehr relevant schien. Sie erklärte mir, was als Nächstes passieren, wie sie das Spekulum einführen würde und dass ich ihr Bescheid geben könne, falls sie irgendwann aufhören solle. Zum Schluss sagte sie, dass es nur ein paar Minuten dauern würde – es sei denn, mein Gebärmutterhals sei schwer zu finden. Dann forderte sie mich auf, mich hinter dem Vorhang auszuziehen und mich anschließend auf den Behandlungsstuhl zu legen.
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Als ich das getan hatte und auf dem Behandlungsstuhl lag, bat mich meine Ärztin darum, ein wenig hinunterzurutschen, meine Beine locker zu lassen und mich zurückzulehnen. Dann sagte sie mir, ich solle mich entspannen, während sie ein Plastikspekulum (NICHT das kalte Metallspekulum, von dem ich gelesen hatte) mit einem Gleitmittel einschmierte.
„Tief einatmen“, sagte die Ärztin, als sie das Spekulum in mich hineinschob. Zu meinem Erstaunen spürte ich gar nichts außer der Feuchtigkeit des Gleitmittels und einem Gefühl der Beruhigung, weil ich wusste, dass ich das Ganze fast hinter mir hatte. Dann hörte ich ein Klicken und spürte einen seltsamen, stechenden Schmerz, als sich das Instrument öffnete. Es war nicht wirklich schmerzhaft, nur ein ungewöhnliches Stechen, das schnell nachließ, und ehe ich mich versah, hatte sie das Spekulum geschlossen, es herausgezogen und bat mich, mich wieder anzuziehen. Offenbar war mein Gebärmutterhals leicht zu finden.
Ich hatte es nicht einmal gespürt, als die Ärztin den Abstrich machte. Das überraschte mich ein wenig, denn ich hatte gedacht, dass ich diesen Moment am meisten spüren würde. Der gesamte Vorgang dauerte nicht länger als fünf Minuten (vom Betreten der Tür bis zum Verlassen des Raumes). Die Ärztin sagte mir, dass ich meine Ergebnisse in ein paar Wochen erhalten würde. Sie war während des gesamten Prozesses unglaublich einfühlsam und redete mir sanft zu, weshalb ich mich wirklich gut aufgehoben fühlte.

Die Zeit danach

Nachdem alles erledigt war, gönnte ich mir eine Maniküre und Pediküre. Das hatte ich mir schließlich verdient. Trotz all meiner ursprünglichen Sorgen fühlte ich mich danach absolut wohl und hatte keinerlei Beschwerden. Eine Last war mir von den Schultern genommen worden.
Dr. Lee erklärt uns, dass im Schnitt neun von zehn Frauen normale Ergebnisse erhalten. Das bedeutet, dass keine Zellveränderungen am Gebärmutterhals gefunden wurden. Eine von zehn Frauen muss sich aber einer gründlicheren Untersuchung unterziehen – einer sogenannten Kolposkopie (was allerdings nicht automatisch bedeutet, dass es etwas zu befürchten gibt). „Es ist sehr wichtig, regelmäßig Abstrichuntersuchungen durchführen zu lassen“, sagt Dr. Lee. „Denk daran, dass alle Anomalien für gewöhnlich relativ leicht zu behandeln sind.“
Jetzt heißt es natürlich: Abwarten und Tee trinken, bis ich meine Ergebnisse habe. Die Untersuchung habe ich zumindest hinter mir – und ehrlich gesagt war sie gar nicht so schlimm.

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