Was passiert mit deinem Periodenblut, wenn deine Tage aussetzen?

Foto: Megan Madden.
Mit ein bisschen Fantasie lässt sich die Periode damit vergleichen, das Flusensieb im Wäschetrockner auszuleeren – nur dass das Sieb hierbei eben deine Gebärmutter ist, und die Flusen deine Gebärmutterschleimhaut. Im Laufe der Zeit sammeln sich ganz schön viele Flusen an und kleben an den Wänden des Siebs – genau wie das Menstruationsblut und Gewebe, das sich jeden Monat an den Wänden deiner Gebärmutter ablagert. 
Wenn du dein Flusensieb nicht regelmäßig reinigst, ist das schlecht, weil Flusen echt verdammt brennbar sind. Bei der Periode klappt das mit dem „regelmäßig“ aber manchmal nicht so gut, und vielleicht bekommst du sie in manchen Monaten auch gar nicht. Aber was wird denn in diesen Fällen aus deinem Periodenblut? Um diese Frage zu klären, musst du erstmal verstehen, wodurch eine Periode denn überhaupt mal aussetzt.
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Grob formuliert kommt es zu einer verpassten Periode, wenn der Hormonkreislauf im Körper „nicht normal läuft“, erklärt die Gynäkologin Dr. Kelly Treder. Dafür gibt es viele mögliche Gründe. Eine Erkrankung, die den Hormonhaushalt durcheinanderbringt – wie das polyzystische Ovarsyndrom oder Schilddrüsenstörungen zum Beispiel –, kann die Periode beeinflussen. Natürlich können auch hormonelle Verhütungsmethoden deine Regel verändern und sie beispielsweise leichter oder schwerer ausfallen lassen. Auch junge Leute, die vielleicht noch nicht lange menstruieren, können unregelmäßige Zyklen erleben, und bei wem die Menopause immer näher kommt, setzen die Tage auch durchaus mal aus. „Eine verpasste Regel ist eventuell nur eine Ausnahme, aber wenn diese Unregelmäßigkeit bestehen bleibt, sollte sich das gegebenenfalls ein:e Gynäkolog:in ansehen“, betont Dr. Treder.
Wenn der Hormonkreislauf nicht so funktioniert, wie er sollte, kann es passieren, dass die Gebärmutterschleimhaut immer dicker wird, aber nicht das Signal bekommt, sich während der Regel zu lösen, erklärt Dr. Treders Kollegin Dr. Rachel Cannon. „In dem Fall verbleibt das Gewebe dann in der Gebärmutter, wodurch die Schleimhaut dicker ist“, sagt sie. Ärzt:innen können diese Verdickung sogar mit einer Ultraschallaufnahme sichtbar machen. 
Diese verdickte Schleimhaut muss aber irgendwann weg. „Mit dem nächsten Zyklus kann das für eine besonders starke Periode sorgen“, sagt Dr. Treder. Vielleicht fällt dir dann auch auf, dass das Blut eine dunklere Farbe und/oder zähere Konsistenz hat; das liegt einfach daran, dass es schon seit einer Weile in dir „gewartet“ hat. 
Allerdings erlebt nicht jede:r Menstruierende nach einer ausgesetzten Periode eine stärkere Blutung. Wenn du zum Beispiel hormonell verhütest, bekommst du vielleicht auch gar keine Regel, weil die Hormone dafür sorgen, dass deine Gebärmutterschleimhaut sehr dünn bleibt, meint Dr. Cannon. „In anderen Worten: Die Hormone lassen nicht zu, dass sich die Schleimhaut jeden Monat neu aufbaut und dicker wird“, erklärt sie. Vielleicht stellst du auch fest, dass dein Menstruationsblut nach einer verpassten Periode ganz normal oder sogar dünnflüssiger aussieht als sonst – jeder Körper ist anders.
Zum Glück ist es also nichts Schlimmes, wenn deine Regel mal aussetzt und dir im nächsten Zyklus auffällt, dass dein Periodenblut in diesem Monat dicker oder dunkler ist. Es ist aber sehr wohl schlimm, wenn du nicht regelmäßig dein Flusensieb reinigst – denn das kann ganz schön gefährlich werden

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