Der Vollmond im Steinbock ermutigt dich, deine Grenzen zu respektieren

Foto: Getty Images.
Ein Blick hoch zum Vollmond ist gleichzeitig ein Blick in dich hinein – in die spirituelle Ruhe, die in dir wohnt. Der Vollmond erinnert uns daran, dass uns unsere Beziehungen niemals völlig erfüllen können, sondern uns dabei helfen, an unseren Grenzen zu arbeiten; sie zeigen uns unsere eigenen Schranken auf und führen uns gegebenenfalls um sie herum. Der Steinbock-Vollmond, der am 13. Juli den Himmel erhellt, steht im Quadrat zum Zwergplaneten Eris im Widder, in Opposition zum Merkur. Der Vollmond bewegt sich am Rand unseres erotischen Horizonts, reizt unsere Grenzen aus und ermutigt uns dazu, in der Liebe neue Regeln aufzustellen – oder zu brechen. 
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Der Mond lehrt uns das intergalaktische Geben und Nehmen und schenkt uns das Licht, das er im Erdenschein sammelt. Er ist unsere kosmische Konstante. Im Steinbock aalt sich der Vollmond in seiner Arbeit, reflektiert die Sonne im Krebs und vermittelt uns: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus – wir ernten, was wir säen.
Der Steinbock-Vollmond weiß, wie wichtig es ist, deine eigenen Grenzen zu respektieren, um anderen authentisch und ohne Groll zu begegnen und ihnen etwas von dir zu geben. Belastet von seiner Nähe zum Pluto versteht der Mond, dass die Linien, die wir um uns herum ziehen, um einander zu schützen, manchmal überschattet werden und daraufhin nur schwer erkennbar sind. Und obwohl es stimmt, dass wir selbst häufig von Strukturen und Überzeugungen überschattet werden, die viel älter sind als wir selbst, ist es ebenso wahr, dass wir selbst die Macht dazu haben, ihre Einflusskreise hinter uns zu lassen.
Der Mond steht im Sextil zum Neptun im Sternbild Fische und fungiert in dieser Konstellation gleichzeitig als Einladung und Erinnerung: Wenn du dich selbst nicht in der Welt sicher fühlst, die du mit aufgebaut hast, ist eine neue Welt stets zum Greifen nah. Wie auch die Zeit selbst ist dieser Übergang nicht linear. Um dich fortzubewegen, ist es manchmal nötig, zuerst zur Quelle zurückzukehren –  während du dich darauf besinnst, dass das nicht bedeutet, dass du in der Vergangenheit festhängst oder dort nach Antworten suchst.
In dieser Hinsicht erinnert das Erschaffen neuer Welten an das Zubereiten einer Mahlzeit: Was du kreierst, ist eine Form der Nahrung und dient dem leiblichen Wohl deiner Zukunft – selbst, wenn diese Zukunft lediglich das Ende eines anstrengenden Tages ist. Die Macht dessen, was du erschaffst, seine Wirkung und Konsequenzen, hängen zum Teil von deiner individuellen Methode ab, zum Teil vom Leben jeder einzelnen Zutat. Merkur, der Planet der Kommunikation, der Gott, der Nachrichten zwischen Welten vermittelt, zieht vom anderen Ende des Tierkreises am Mond.
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Der Merkur steht im Sextil zum Uranus und dem nördlichen Mondknoten des Schicksals im Stier. Dort genießt er den Abschied von alten Technologien und veralteten Machtsystemen. Gleichzeitig steht der Merkur weiterhin im Quadrat zum Chiron im Widder und erinnert uns daran, dass vergangene Schmerzen inzwischen zu einer wahren Quelle der Weisheit geworden sind. Uns dieser Quelle erneut zuzuwenden, vor der wir uns einst fürchteten, zahlt sich nun aus.
In ihrem Buch Mercy hielt die Dichterin Lucille Clifton Nachrichten fest, die sie von The Ones empfangen hatte – Geistern, mit denen sie seit den 1970ern kommuniziert hatte. Diese Nachrichten begannen, als Clifton den Schleier zwischen den Welten durchbrach und mit verstorbenen Familienmitgliedern in Kontakt trat. Bald wurde daraus ein Ritual, in dem sie mit weiteren Geistern kommunizierte, die über den Zustand der Erde sprachen. „Wenn du wiederkommst / und du wirst wiederkommen“, schrieb sie auf, „die Luft / die du verschmutzt hast / wirst du einatmen.“ – „Die Geduld / des Universums / ist nicht / endlos“, warnten die Geister.
Diese Warnungen, heute fast ein halbes Jahrhundert alt, spiegeln den Zustand der heutigen Welt erschreckend wider. In vieler Hinsicht schwingt in diesen Worten eine Trauer mit – vor allem für diejenigen, die sich diese Warnungen nicht zu Herzen nehmen konnten und hofften, die Zukunft könne den Fängen der Vergangenheit irgendwie entkommen.
Hier sind wir nun, im Schatten dieser Trauer, in einer schutzlosen Welt und ähnlich schutzlosen Körpern. Wir werden daran erinnert, dass Sicherheit nichts ist, was wir uns in Beziehungen verdienen; kein Einverständnis zwischen zwei Menschen. Sicherheit ist ein innerlicher Zustand, eine Verpflichtung demgegenüber, miteinander weitere Welten zu erschaffen.

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