Darum verspürst du Morgenübelkeit, obwohl du nicht schwanger bist

Foto: Ashley Armitage.
Übelkeit am Morgen bereitet Kummer und Sorgen – oder so ähnlich. Fest steht: Wachst du komplett übermüdet und mit Magenproblemen und schlechter Laune auf, ist der Tag so gut wie gelaufen. Wenn du dann auch noch deine Symptome googlest, möchtest du dich für immer unter der Bettdecke verstecken, denn dann bist du dir zu mindestens 100 Prozent sicher, dass du schwanger bist (selbst wenn das letzte Mal Sex Monate her ist) oder sterben musst. Zum Glück hat Dr. Google nicht immer recht und das Unwohlsein kann auch andere, zum Teil sogar harmlose und leicht behandelbare Gründe haben.
Auch wenn vielen Schwangeren morgens (oder tagsüber) schlecht ist, heißt das im Umkehrschluss nicht, dass du schwanger bist, nur weil es dir nach dem Aufwachen nicht gut geht. Aber warum zur Hölle fühlst du dich dann so... bäh?
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Falsche oder fehlende Nahrung

Dein Bauch könnte sich am Morgen beispielsweise komisch anfühlen, weil du unterzuckert bist, so Gastroenterologin Dr. Daniela Jodorkovsky. „Es klingt kontraintuitiv, aber ein kleiner Snack kann die Symptome lindern“. Solltest du sonst immer direkt nach dem Aufstehen frühstücken und dann kommt irgendwann etwas dazwischen wie ein Arzttermin, kann das deinen Körper durcheinanderbringen. Möglicherweise hilft es dann, eine Kleinigkeit zu essen.
Ein weiterer Grund für deine Beschwerden könnte laut Dr. Jodorkovsky Sodbrennen sein – besonders, wenn du am Vorabend viel gegessen hast. Eine schwere, fettige Mahlzeit am späten Abend erschwert deinem Körper die Verdauung. „Patient*innen, die mitten in der Nacht mit aufsteigender Magensäure zu kämpfen haben, rate ich, den Kopf durch Kissen etwas höher zu legen“. Und wenn du öfter Sodbrennen hast, rät Dr. Jodorkovsky dazu, mindestens zwei bis drei Stunden zu warten, bevor du dich nach dem Essen hinlegst. Bestenfalls vermeidest du es, abends schwer und spät zu essen.

Zu wenig oder schlechter Schlaf

Es gibt aber auch Fälle von Übelkeit, die nichts mit dem Bauch zu tun haben. Eine mögliche Erklärung kann dein Schlafverhalten sein. Wenn du beispielsweise mal früher als sonst aufstehen musst oder du an Insomnie leidest, wird dein natürlicher Schlaf-Wach-Rhythmus gestört. Das kann dazu führen, dass dir etwas mulmig wird, erläutert Dr. Jodorkovsky. Wie Untersuchungen ergaben, beeinflussen sich Verdauungsapparat und Tag-Nacht-Rhythmus gegenseitig. Sprich: Wenn du es bei einem der beiden versaust, wirkt sich das höchstwahrscheinlich negativ auf den anderen aus.

Nebenhöhlenverstopfung, Kater, Ängste oder Schwangerschaft

Auch das Postnasal-Drip-Syndrom (flüssiges Sekret tropft von der Nase über den Hals in die Bronchien) oder verstopfte Nasennebenhöhlen sowie Ängste und Sorgen können dir auf den Magen schlagen. Oder aber du hast am Abend zuvor einfach zu viel gesoffen. Und vielleicht hast du dir dann sogar noch mitten in der Nacht vorbeugend eine Aspirin eingeschmissen, ohne vorher etwas zu essen (nicht so clever). Dann brauchst du dich über Bauchgrummeln nicht zu wundern.
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Wenn keine der genannten Ursachen bei dir in Frage kommt und dir trotzdem oft früh schlecht ist, wäre ein Schwangerschaftstest vielleicht doch eine gute Idee. Schließlich ist Übelkeit eines der typischsten Anzeichen, so Dr. Jodorkovsky.

Tipps zur Behandlung

Ob du das Problem erst seit Kurzem hast oder schon so lange, dass du dich mittlerweile schon daran gewöhnt hast: In den meisten Fällen ist es relativ easy, etwas dagegen zu tun – sofern du weißt, was dahintersteckt. Probiere es als Erstes mit einer gesunden Portion Schlaf und versuche, dir einen ausgewogenen Schlafrhythmus anzutrainieren. Tipp Nummer 2: Iss eine Kleinigkeit, wenn es dir schlecht geht. Und last, but not least: Sollten Ängste deine Magenprobleme auslösen, können beispielsweise Entspannungsübungen helfen. Versuche also an Tagen, an denen du schon vermutest, Magenprobleme bekommen zu können, zu meditieren, spazieren zu gehen oder Yoga zu machen.
So weit, so machbar. Zum Schluss müssen wir dir allerdings trotzdem noch eine kleine Warnung mitgeben: „Wenn zur Übelkeit Symptome wie Erbrechen, Gewichtsverlust, heftige Kopfschmerzen oder Bauchschmerzen kommen, geh besser zu deiner Ärztin“, so Dr. Jodorkovsky. Am Ende ist es wahrscheinlich am besten, wenn du auf dein Bauchgefühl hörst und im Zweifel lieber einmal zu oft zur Ärztin gehst als zu selten.
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