Schwanger trotz Blutung: Einnistungsblutung vs. Periode

Photographed by Ashley Armitage.
Wenn du Angst hast, schwanger zu sein, aber (noch) nicht bereit für Kinder bist – oder prinzipiell einfach keine möchtest – können Blutrückstände in der Unterwäsche eine echte Erleichterung für dich darstellen. Wenn du blutest, hast du wahrscheinlich deine Periode und das heißt wiederum, du bist nicht schwanger, richtig?
Schön wär’s, denn so einfach ist das leider nicht immer. Es könnte nämlich sein, dass es sich um eine Einnistungsblutung handelt. Sprich: Du bist schwanger. Genau deswegen können ein paar Blutstropfen im Slip für Menschen, die versuchen ein Kind zu kriegen, auch ein Hoffnungsschimmer sein.

Der Hintergrund

Wenn sich die befruchtete Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut einnistet, kann das zu einer leichten Blutung (auch Nidations- oder Implantationsblutung genannt) führen, da dabei kleine Blutgefäße der Gebärmutterwand beschädigt werden können, erklärt die Gynäkologin Dr. Dr. Raquel B. Dardik.
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Manche Frauen verwechseln die Regel- mit der Einnistungsblutung und verfallen in Panik - entweder, weil sie versuchen schwanger zu werden oder, weil sie genau das vermeiden wollen. Ängstlich oder angespannt zu sein ist in so einer intensiven, nervenaufreibenden Zeit natürlich absolut normal! Damit du in Zukunft nicht mehr durchdrehen musst, erklären wir dir jetzt ein paar Unterschiede, anhand derer eine Regel-oder eine Einnistungsblutung erkennen kannst.

Farbe

Die Nidationsblutung ist meistens deutlich schwächer als die Periode, so Dr. Dardik. Das Blut ist normalerweise rosa bis hellrot oder hellbraun und nicht dunkelrot oder braun wie bei der Monatsblutung.

Stärke

Während die Periode bei vielen Frauen recht stark ist und über die Tage auch zunimmt, ist die Einnistungsblutung relativ leicht – und zwar gleichbleibend.

Schmerzen

Wenn du schwanger bist, hast du normalerweise keine Schmerzen und Krämpfe im Unterleib wie du sie sonst bei der Regel vielleicht erfährst. Meistens verläuft die Einnistung schmerzlos ab.

Zeitpunkt & Dauer

Die Einnistungsblutung kann etwa zur selben Zeit kommen wie die Periode, weshalb manche denken, ihre Tage würden einfach etwas früher beginnen. Eine befruchtete Eizelle nistet sich normalerweise etwa 10 Tage nach der Ovulation ein, sagt Dr. Dardik. „Bei einem Zyklus von 28 Tagen wäre am 14. Tag er Eisprung, am 24. die Einnistung und am 28. würde die Periode ausbleiben“. Wenn du also ein paar Tage vor deiner normalen Blutung Tropfen im Slip siehst, könnte es sich um die Implantationsblutung handeln. Wobei natürlich auch die Regelmäßigkeit des Zyklus beachtet werden muss. „In diesem Beispiel gehen wir davon aus, dass er sehr regelmäßig ist. Wenn er jedoch jeden Monat unterschiedlich lang ist, ist die Verwechslungsgefahr dementsprechend höher“.
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Die sogenannte Einnistungsblutung kann laut der American Pregnancy Association ein paar Stunden oder wenige Tage andauern (die Periode dagegen im Schnitt drei bis fünf Tage, manchmal auch mehr). Sie hört von selbst wieder auf – du musst also nichts unternehmen. Allerdings solltest du dir jetzt vielleicht deinen Kalender oder deine Pillenpackung genauer anschauen und versuchen, herauszufinden, an welchem Punkt im Zyklus du dich gerade befindest.
Wenn du wirklich sicher sein willst, ob du schwanger bist oder nicht, solltest du einen Schwangerschaftstest machen. Allerdings musst du dich für ein verlässliches Ergebnis ein paar Tage gedulden. Nach der Einnistung der befruchteten Eizelle bildet sich die Plazenta aus und bildet das Hormon hCG (Choriongonadotropin), was durch einen Test erkannt werden kann, so die Mayo Clinic. Zuerst ist hCG im Blut, später auch im Urin nachweisbar. Wenn du so schnell wie möglich ein sicheres Ergebnis haben möchtest, sollest du also direkt einen Bluttest bei deiner Ärztin bzw. deinem Arzt durchführen lassen. Ansonsten kannst du auch bis zum planmäßigen ersten Tag der Periode warten und dann einen Test machen.

Wenn du dir ein Baby wünschst…

Wenn du versuchst, schwanger zu werden, kann die Einnistungsblutung deiner Gynäkologin/deinem Gynäkologen dabei helfen, den Geburtstermin zu errechnen – du kannst dir aber auch einfach die Tage im Kalender notieren, an denen du Sex hattest.
Wenn du bereits schwanger bist und dann eine leichte Blutung bekommst, wäre es besser, medizinischen Rat einzuholen. Wenige Tropfen sind normalerweise nicht schlimm – so geht es laut des American Congress of Obstetrics and Gynecology etwa 15 bis 20 Prozent der schwangeren Personen während des ersten Trimesters. Stärkere Blutungen oder Blutungen zu einem späteren Zeitpunkt können jedoch ein Zeichen für etwas Ernstes sein.
Kurz gesagt: Behalte deine Unterwäsche und Menstruation im Auge, denn verschiedene Arten und Zeitpunkte der Blutung können ein Zeichen für eine Schwangerschaft sein – oder dafür, dass du nicht schwanger bist.
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