Sexuelle Erregung: Warum du (nicht) feucht wirst

Wenn du eine Vagina hast, ist der Begriff „Ausfluss“ bestimmt nichts Neues für dich. Jeden Tag bilden die Drüsen an den Wänden des Gebärmutterhalses einen klaren Schleim, um Bakterien und tote Zellen aus deinem Körper zu entfernen. Auf diese Weise reinigt sich deine Vagina.
Dieser Ausfluss ist meist klar oder weiß. Ohne den hormonalen Einfluss der Pille verändert er sich im Laufe deines Menstruationszyklus. In der fruchtbaren Phase wird er beispielsweise dünner, klarer und klebriger. Wenn du erregt bist, produziert dein Körper extra viel Vaginalflüssigkeit, um deine Scheide auf die Penetration durch Finger, den Penis oder Sextoys vorzubereiten.
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Woraus besteht die Vaginalflüssigkeit bei einer Erregung?

Der Ausfluss im Erregungszustand, unterscheidet sich vom normalen Vaginalsekret. Während der tägliche Ausfluss aus den Drüsen am Gebärmutterhals kommt, entsteht der Schleim bei einer Erregung an sogenannten Vorhofdrüsen. Diese befinden sich an beiden Seiten deiner Vaginalöffnung. Dazu kommt, dass deine Vulva durch das Blut, das in die Genitalien strömt, anfängt „zu schwitzen“ und so deine Schamlippen zusätzlich befeuchtet.

Wie werde ich erregt?

Die beste Art feucht zu werden ist durch ein ausgiebiges Vorspiel. Durch Küsse, Trockensex, Dirtytalk und mehr kannst du die Erregung steigern oder sogar ganz hervorrufen.Trotzdem passiert es manchmal, dass dein Körper nicht genug Eigensekret zur angenehmen Penetration der Scheide produzieren kann, selbst wenn du extrem angeturnt bist. Das nennt sich Nichtübereinstimmung der Erregung und ist bei Menschen mit einer Vagina nicht selten. „Das ist eine Unstimmigkeit zwischen dem Gefühl der Person und der Körperfunktion der Genitalien“ erklärt Sexualpädagogin und Autorin Emily Nagoski. „Es ist ein gängiges Phänomen, das fast jeder Frau einmal im Leben passiert.“
Es gibt unzählige Faktoren, die zu einer schlechten natürlichen Lubrikation beitragen: Die Antibabypille, Stillen, Medikamente wie Antihistamine und Antidepressiva, Rauchen oder sogar zu wenig Wasser trinken können es beeinflussen.

Was kann ich tun, wenn ich nicht feucht werde?

Natürlich bist du frustriert, wenn trotz stundenlangem Vorspiel sich da unten einfach nichts tut. Auf die Penetration komplett verzichten, musst du deswegen aber nicht, denn helfen kann dir dabei ganz normales Gleitgel! Und selbst für Menschen, die keine Schwierigkeiten mit der Lubrikation haben, machen den Sex durch Gleitmittel angenehmer und intensiver. Wie Nagoski sagt: „Man kann nie feucht genug sein! Die Menge der Vaginalflüssigkeit, die natürlich produziert wir, reicht meistens nur für eine Penetration, die ein paar Minuten dauert. Für die restliche Zeit beim Sex kannst du mit Gleitgel nachhelfen.“
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