Die Dauerwelle ist zurück – welche Arten es gibt & wie schädlich sie sind

Foto: Shingi Rice.
Beim Wort „Dauerwelle“ schießen dir vielleicht Bilder von Sarah Jessica Parker in Girls Just Wanna Have Fun oder Meg Ryan in der Ära der kitschigsten RomComs durch den Kopf. Sogar die Böse in Natürlich blond hatte eine berühmt-berüchtigte Dauerwelle – die schließlich ihr Untergang war. Für viele von uns bedeutet die Dauerwelle voluminöse, aber verbrannte Mähnen. Die Dauerwelle hatte eine ganze Weile lang einen schlechten Ruf – und hatte den auch irgendwie verdient. Wie jeder Trend versank aber auch dieser Haarstyle irgendwann in der Versenkung und war ungefähr so geächtet wie Hüftjeans und sichtbare Tangas. Wie diese beiden Trends feiert aber auch die Dauerwelle gerade ein echtes Revival – und zwar besser denn je.
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Warum ist die Dauerwelle wieder da?

Zuallererst sollten wir betonen: Die Dauerwelle ist zurück, aber in abgeänderter Form – sprich: weniger haarzerstörerisch. Heute fühlen sich die Haare nach der Behandlung weich an und glänzen, und verschiedene Techniken ermöglichen je nach Haartextur und Lifestyle völlig unterschiedliche Looks. Bei einer modernen Dauerwelle geht es mehr um lockere Wellen, die deinem Haar Volumen und Textur verleihen, als darum, das Haar mit aggressiven Wirkstoffen in möglichst kleine Locken zu biegen.
Die neue Beliebtheit der Dauerwelle haben wir höchstwahrscheinlich dem Hype um Stranger Thingszu verdanken. Die Firma Zotos Professional, die 1929 die maschinenlose „permanente“ Welle entwickelte (woher auch der englische Begriff für die Dauerwelle kommt: „perm“), ist auch für die Wellen von Stranger-Things-Charakteren wie Nancy Wheeler (Natalia Dyer) verantwortlich. Noch dazu ist die Dauerwelle genderlos, und während immer mehr Menschen ihre Naturwellen oder -locken ausleben, ist die Technik eine tolle Methode, den voluminösen 80er-Style deiner Träume auszuprobieren, ohne jeden Tag mit Lockenwicklern rumrennen zu müssen.

Welche unterschiedlichen Arten der Dauerwelle gibt es?

„Das Tolle an der Dauerwelle ist, dass sie so vielseitig ist. Wenn du sie als Basis einsetzen möchtest, damit deine Frisuren besser halten, super“, erzählt mir die Haarstylistin Katrina Suhre, die auch an den Looks in Stranger Things arbeitet. „Wenn du schon immer einen lockigen Look ausprobieren wolltest, versuch’s mit einer sogenannten Body Wave. Du wünschst dir einen müheloseren Style? Lass dir eine Beachy Wave verpassen.“
Es gibt verschiedene Anwendungsformen der Dauerwelle: die digitale Dauerwelle, bei der heiße Stäbe und Chemikalien zum Einsatz kommen, und die Kaltwelle, die keine Hitze benötigt und in der Anwendung eher traditionell ist. Innerhalb dieser beiden Formen gibt es dann vier verschiedene Typen der modernen Dauerwelle: die Spiralwelle, die Ansatz-/Volumenwelle, die Body Wave und die Beach Wave. (Das heißt aber nicht, dass das die einzigen Arten der Dauerwelle sind; abhängig von Haartyp, -dichte und -dicke gibt es auch ganz individuelle Dauerwellen.)
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Die Spiralwelle

Die Spiralwelle ist die traditionellste Art der Dauerwelle, bei der das Haar in voluminöse Korkenzieher-Locken geformt wird, indem es vertikal um einen Dauerwellenstab gelegt wird. Diese Locken neigen allerdings dazu, sich sehr zusammenzuziehen – daher solltest du damit rechnen, dass deine Haare danach deutlich kürzer wirken.

Die Body Wave

Hier kommen deutlich größere Lockenwickler zum Einsatz, die lockere, lässigere Wellen ergeben. Diese Form der Dauerwelle eignet sich super für diejenigen, die ihrem Haar Textur und Bewegung verleihen wollen oder sich eine Basis wünschen, auf der Frisuren länger halten.

Die Beach Wave

Beach-Wave-Dauerwellen sind für all diejenigen wie geschaffen, die einen lässigen, jung wirkenden Style haben möchten, ohne dauernd Hitze-Tools einsetzen zu müssen. Dazu werden Schaum-Lockenwickler verwendet – der perfekte Einstieg für die, die sich noch nicht an die „richtige“ Dauerwelle heranwagen.

Die Volumen-/Ansatzwelle

Wer verschiedene Lockenmuster oder -texturen auf dem Kopf hat, kann diese Dauerwelle ausprobieren, bei der verschiedene Lockenwicklergrößen in verschiedenen Haarpartien zum Einsatz kommen.

Für wen eignet sich die Dauerwelle?

Dauerwellen sind super, wenn du dir mehr Textur wünschst oder deine bereits bestehenden Locken in eine einheitlichere Form bringen möchtest. Laut der Haarstylistin Priscilla Valles eignen sich Dauerwellen auch für Leute mit glattem Haar, die gern mehr Volumen hätten – und für diejenigen, die Locken lieben, dazu aber immer einen Lockenstab (oder ein Glätteisen) verwenden müssen und gern weniger Hitzestyling bräuchten. „Die Dauerwelle ist da weniger schädlich, weil du keine Hitze-Tools mehr brauchst, damit das Volumen und die Locken halten“, erklärt sie.
„Moderne Dauerwellen können auch für lockere Wellen sorgen. Der Look ist dann ganz natürlich“, erklärt der Haarstylist Guy Tang, der sich gern selbst eine Dauerwelle machen lässt. „Dabei kommt es ganz auf die Chemikalien an, die ins Haar eingearbeitet werden. Such dir also einen Salon, der digitale Dauerwellen anbietet, und lass dich vorher beraten, damit du weißt, welche Pflege danach zu erwarten ist.“ Tang betont außerdem, dass sich eine Dauerwelle nicht von allein stylt. Du wirst deine Haare auch danach schützen und pflegen müssen – insbesondere, weil dauergewelltes Haar sehr empfindlich ist.
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Wenn du stark blondiertes oder chemisch geglättetes Haar hast, solltest du auf die Dauerwelle jedoch eher verzichten. Bitte aber am besten deine:n Friseur:in um eine Meinung. Am besten funktioniert eine Dauerwelle auf unbehandeltem oder gefärbtem (nicht blondiertem!) Haar. „Obwohl die Dauerwelle heute nicht mehr so schädlich ist wie früher, schadet sie dem Haar immer noch. Immerhin veränderst du seine Struktur“, erklärt die Coloristin Rita Hazan.

Ist eine Dauerwelle schädlich? Und wie lange hält eine Dauerwelle?

Wie oft du eine Dauerwelle wiederholen müsstest, hängt von deinem Haar und deinem Lifestyle ab. Grob geschätzt hält eine Dauerwelle etwa drei bis 12 Monate. „Wer sich täglich die Haare wäscht, sollte alle drei bis vier Monate eine neue Dauerwelle einplanen“, meint Angie Ceja von Zotos Professional. „Wer sich nicht täglich die Haare wäscht und professionelle Pflegeprodukte verwendet, hat abhängig von den Haaren und der Frisur rund sechs Monate Zeit.“
Du merkst also: Der große Vorteil der Dauerwelle ist, dass du sie nicht alle paar Wochen erneuern musst. Stylist:innen empfehlen, bei kürzerem Haar alle drei bis vier Monate zur Nachbehandlung vorbeizukommen; bei längeren Haaren reichen neun bis zwölf Monate. Hier hängt tatsächlich auch viel von den Friseur:innen und den jeweiligen Dauerwellen-Chemikalien ab. 
Sobald die Dauerwelle sitzt, kommt es auch auf die richtige Pflege an: Bloß, weil sich die Dauerwelle leichter stylen lässt, brauchen die Haare nicht gleich weniger Pflege. Achte bei deinen Produkten darauf, dass sie deinem Haar Feuchtigkeit spenden!
„Die Dauerwelle ist eine Basis, die dich deinen Style besser kontrollieren lässt. Dein Haar hat mehr Volumen und Textur“, erklärt Tang. „Ich persönlich bin süchtig danach und kann ohne die Dauerwelle nicht mehr leben. Sie schenkt mir Selbstbewusstsein – und dir garantiert auch!“
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