Nasenpiercing: Was tun, wenn sich Wucherungen bilden?

Diejenigen unter uns, die sich kürzlich ein Nasenpiercing stechen haben lassen, wissen bestimmt, dass die Pflege der neuen Wunde ganz schön lästig sein kann.
Ich habe mir vor fast eineinhalb Jahren die Nase piercen lassen und erst jetzt ist alles vollständig verheilt. Und mit "verheilt" meine ich, dass das Loch sich wie meine Ohrlöcher anfühlt; ich kann es berühren, ohne dass es schmerzt oder blutet.
Gerade in den ersten Monaten nachdem du dich piercen lassen hast, besteht ja oft die Gefahr, dass kleine beulen-ähnliche Narben und Pickelchen enstehen können. Diese meist roten, klumpigen Dinger an der Seite deines Piercings sind nicht gerade schön anzusehen und bestimmt auch nicht unbedingt das, was du dir erhofft hast, als du dich entschieden hast, dir eine Nadel durch die Nase bohren zu lassen.
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Wenn du dir also Gedanken machst, was für eine Wucherung sich auf deiner Nase bildet und wie du sie wieder los wirst, bist du hier genau richtig. Ich habe mich mal schlau gemacht und dir alles Wissenswerte zu diesem Thema zusammengetragen:

Ist eine Beule nach dem Piercen normal?

Laut der Seite Authority Tattoo ist es eigentlich völlig normal, dass sich Beulen bei der Heilung bilden. Es besteht also keinen Grund zur Panik.

Bleiben diese Wucherungen für immer?

Zum Glück meistens nicht. Es mag verschiedene Gründe dafür geben, warum sich die Wucherungen bilden und sie können auch unterschiedliche Formen haben, aber oft verschwinden sie irgendwann auch wieder.

Welche verschiedenen Wucherungsarten gibt es?

Keloid

Ein Keloid ist eine Vernarbung, die entsteht, wenn Kollagen sich um die verletzte Haut legt, sodass die Wunde verschließt werden kann. Meistens siehst du dann eine einen kleinen, glänzenden Knubbel an dieser Stelle. Klingt toll, oder?
Vor allem Menschen mit dunkleren Hautfarben bekommen Keloide, aber glücklicherweise werden sie mit der Zeit kleiner. Wenn die Narbe aber zu groß ist, kannst du sie bei deinem Dermatologen oder deiner Dermatologin mit flüssigem Stickstoff einfrieren oder mit Kortison-Präparaten kleiner machen lassen.
Im Internet wird zwar auch Teebaumöl empfohlen, aber mein Piercer rät davon definitiv ab! Solche aggressiven Mittel können die Heilung nämlich sogar gefährden.

Granuloma anulare

Diese kleinen Hautknötchen sind das Ergebnis einer Überwucherung der Blutgefäße (entweder durch den Einstich oder das Piercing). Das führt zu rötlichen und leicht blutigen Läsionen, die sich um das Piercing-Loch bilden.
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Und wie bei den Keloiden, solltest du die Knötchen einfach in Ruhe lassen und hoffen, dass sie von alleine verschwinden. Manche Menschen raten, die Stellen mit kalten Salzwasserkompressen, Kamillen-Teebeuteln oder Teebaumöl zu reinigen, aber am besten ist es, wenn du so wenig wie möglich an deiner Nase herumtust. Und wenn sie nicht verschwinden, kann dein Arzt oder deine Ärztin die Knötchen mit Kortison-Präparaten oder flüssigem Stickstoff behandeln. Manche Hautärzt*innen nutzen auch die Phototherapie: Da wird die Haut mit UVA-Licht bestrahlt.

Pusteln

Pusteln sind Eiterbläschen, die durch eine Infektion hervorgerufen werden. Um sie wieder loszuwerden, solltest du beim Arzt oder bei der Ärztin erstmal einen Abstrich machen lassen, damit die Ursache ermittelt werden kann. Handelt es sich um eine bakterielle Infektion, können die Bläschen mit Antibiotika behandelt werden.

Kann ich die Beulen auch einfach ausdrücken?

Mach. Das. Auf. Keinen. Fall! Bei Keloiden und Granulomas gibt es sowieso nichts zum ausdrücken, weil in den Wucherungen keine Flüssigkeit ist. Und sind wir mal ehrlich: Nur weil das Ausdrücken von kleinen Pickelchen so befriedigend ist, heißt das nicht, dass du das mit jedem Knubbel auf der Haut machen solltest. Und gerade, wenn du deine Haut durch das Piercing schon beansprucht hast, braucht sie Ruhe zum Heilen. Falls der Drang immer größer wird und du unbedingt etwas aufplatzen sehen willst, rate ich dir eine Folge Dr Pipple popper reinzuziehen...

Was mach ich, wenn die Wucherungen nicht verschwinden?

Der beste Tipp, den ich dir geben kann, ist die Stelle einfach nur in Ruhe zu lassen und nicht zu viel daran herumzufummeln, auch wenn es wirklich sehr sehr schwer ist. Wenn du das Gefühl hast, etwas tun zu müssen, dann hol dir bitte professionelle Hilfe im Piercing-Studio oder bei deinen Ärzt*innen. Im Grunde aber geht es nur um Geduld. Deine Haut hat ein Trauma erlitten, und die Heilung braucht nun mal Zeit. Halte durch!
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