Alles, was du über entzündete Nippelpiercings wissen solltest

Nachdem du buchstäblich jahrelang hin- und herüberlegt hast, ob du dir die Brustwarze piercen lassen sollst, hast du es endlich gewagt. Eigentlich könntest du jetzt super happy sein – schließlich sieht das Ergebnis mega aus! Aber irgendetwas stimmt da nicht… Die Haut um dein neues Schmuckstück herum ist ungewöhnlich warm und angeschwollen. Und irgendein komisches Sekret läuft da auch noch raus. Also beginnst du dich zu fragen: Hat sich mein nigelnagelneues Nippelpiercing etwa entzündet?
Damit du jetzt keine Panik schieben und das halbe Internet nach Antworten durchforsten musst (die Bilder willst du nicht sehen!), haben wir ein bisschen für dich recherchiert und zwei Profis nach Tipps gefragt – den Celebrity-Piercer Brian Keith Thompson und den Dermatologen Dr. Matthew Lin.
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Im Folgenden erzähle ich dir, was ich von ihnen gelernt habe, also zum Beispiel nach welchen Symptomen du Ausschau halten solltest und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt. 
Vergiss aber bitte nicht, dass nichts, was du online liest genauso hilfreich ist, wie sich medizinischen Rat zu holen. Sprich, wenn du dir Sorgen machst, wende dich bitte an eine echte Ärztin oder einen echten Arzt – und nicht an Dr. Google.

Entzünden sich Nippelpiercings schnell?

Die gute Nachricht ist, generell entzünden sich Piercings tatsächlich eher selten. Bei Nippelpiercings ist die Wahrscheinlichkeit jedoch etwas höher als bei Ohrlöchern oder Nasenpiercings – sprich man kann es nicht komplett ausschließen. Solltest du die oben beschriebenen Symptome erfahren, kann es laut Thompson aber auch gut sein, dass sich dein Nippel nicht einfach so entzündet hat, sondern du eine allergische Reaktion hast.

Was sind die Symptome eines entzündeten Nippelpiercings? 

Das ist gar nicht so kompliziert – oder grauenvoll – wie du vielleicht denkst. Laut Dr. Lin sind die ersten Anzeichen meist relativ unauffällig. Dazu zählen Rötungen, Wärme, Schwellungen, Ausfluss und Empfindlichkeit rund um die gepiercte Stelle. In einigen ernsteren Fällen entwickeln sich aus den Schwellungen möglicherweise Lymphknoten in den Achselhöhlen und du bekommst Fieber. Sollte die Entzündung nicht behandelt werden, kann das zu grünlichem oder bräunlichem Ausfluss führen. Weißlicher Ausfluss oder Schorf ist dagegen normal – das heißt Lymphflüssigkeit und ist ein Zeichen dafür, dass die Stelle verheilt.

Bedeutet eine Beule am Nippelpiercing, dass es entzündet ist?

Nicht zwingend. Eine Beule ist normalerweise kein Zeichen für eine Entzündung, aber es kommt immer darauf an, wie sie sich anfühlt und wie sie aussieht. Wenn du eine Beule siehst, lass sie bitte von deiner Ärztin oder deinem Arzt anschauen, denn es könnte alles Mögliche sein – wie ein Granulom, ein Eiterbläschen, eine Narbenwucherung oder eine hypertrophische Narbe.  Du solltest also besser keine Eigendiagnose stellen, denn sonst behandelst du es am Ende falsch und verschlimmerst es dadurch noch. 
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Warum können sich Nippel entzünden, wenn sie gepierct wurden?

Normalerweise schützt dich deine Haut vor Entzündungen. Beim Piercen entsteht jedoch ein Loch in der Haut, wodurch Bakterien schneller eindringen können. Deswegen ist auch das Schlimmste, was du machen kannst, die Nachbehandlung zu vernachlässigen! 

Wie reinige ich die Haut an meinem neuen Piercing?

Die Nachsorge ist bei Nippelpiercings etwas anders als bei Nasen- oder Ohrenpiercings. Cassi Lopez, Piercerin bei New York Adorned, empfiehlt ihren Klient*innen, sich auf die Reinigung mit Wasser zu beschränken – zweimal täglich in der Dusche. Lass dafür einfach das Wasser für etwa zwei Minuten über das Piercing laufen. Anschließend trocknest du den Bereich vorsichtig. Aber nicht mit deinem normalen Handtuch, damit du nicht versehentlich am Piercing ziehst oder die Stelle reizt. 

Sollte ich mein Nippelpiercing rausnehmen, wenn die Stelle entzündet aussieht?

Laut Dr. Lin brauchst du das Nippelpiercing bei einer leichten Entzündung nicht entfernen. Du musst es nur sofort richtig behandeln. Wenn der Schmuck jedoch dafür sorgt, dass sich die entzündete Stelle für dich noch unangenehmer anfühlt, kannst du ihn rausnehmen. Das kannst du zwar theoretisch auch selbst machen, aber ich würde dir trotzdem empfehlen, noch mal in dein Piercing-Studio zu gehen und dir dabei helfen zu lassen. Dann ist es nicht so unangenehm für dich. Wenn dann alles abgeheilt ist, kannst du laut Thompson einen zweiten Versuch starten, wenn du willst.
Ist der Schmuck der Grund für die Entzündung – weil du beispielsweise allergisch auf das Material reagierst – solltest du ihn auf jeden Fall entfernen. Bist du nicht allergisch, kannst du das Piercing laut Dr. Lin kurz rausnehmen, es mit einer antiseptischen Lösung reinigen und dann wieder einsetzen.
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Wie behandelt man ein entzündetes Nippelpiercing?

„Die Entzündung wird normalerweise durch Staphylococcus aureus (ein kugelförmiges, in Haufen angeordnetes Bakterium) ausgelöst“, sagt Dr. Lin. „Eine leichte Infektion wird behandelt, in dem sie drei Mal täglich mit einer antiseptischen Lösung gereinigt wird. Anschließend muss dann noch eine antibiotische Wundsalbe aufgetragen werden.“
Wenn deine Ärztin oder dein Arzt denkt, die Entzündung ist ernst, verschreibt sie oder er dir vielleicht Antibiotika. 

Wie lange dauert es, bis eine Nippelpiercingentzündung verheilt ist?

Es kann zwischen einer Woche und einigen Monaten dauern, bis ein entzündetes Nippelpiercing abgeheilt ist – je nachdem wie schlimm die Entzündung ist. Manchmal sogar ein Jahr! Also kümmere dich bitte einfach von Anfang an richtig um dein neuen Körperschmuck, damit es nicht so weit kommt. Sprich: Wähle ein vertrauenswürdiges Piercing-Studio aus und sorge nach dem Stechen lassen dafür, dass die Stelle sauber bleibt und gut verheilen kann. Und wenn dir irgendwelche eigenartigen Symptome auffallen, hol dir im Zweifelsfall einfach immer medizinischen Rat ein.

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