Sorgt ein Duschfilter wirklich für schönere Haut & Haare?

Illustration: Olivia Santner
Wasserhärte ist eins meiner liebsten Gesprächsthemen. Als ich klein war, war mein Dad immer total besessen davon – immer wieder maß und verglich er die Wasserhärte und kippte komisches Salz in Wassertanks bei uns zu Hause, damit unser Wasser möglichst kalkfrei war. Ich nahm unser weiches Wasser damals immer für selbstverständlich, bis ich an die Uni kam und dort im Wohnheim zum ersten Mal hartes Wasser erlebte. Und wow, war das beschissen. 
„Uns ist vermutlich allen schon mal im Urlaub aufgefallen, dass sich unsere Haut und Haare plötzlich weicher und gesünder anfühlten“, meint die Dermatologi Dr. Hiva Fassihi. „In Gebieten mit besonders kalkhaltigem, also hartem Wasser beklagen sich die Leute auf jeden Fall eher über trockene Haut und Kopfhaut. Weiches Wasser lässt Seifenprodukte leichter aufschäumen, weil es keine gelösten Salze enthält; bei hartem Wasser ist es hingegen schwieriger, Schaum zu bekommen. Das Wasser aufzukochen, entfernt die ‚Härte‘. In den Rohren, Töpfen und Wasserkochern kommt es aber zu Kalkablagerungen“, erklärt Dr. Fassihi.
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Laut Dr. Fassihi gelangt das harte Wasser vor allem durch Regenfälle in unser Zuhause. Von Natur aus ist Regenwasser eigentlich weich; auf seinem Weg durch Gewässer und Rohre fließt es aber durch mineralhaltiges Gestein, das das Wasser wiederum mit Calcium und Magnesium (sprich: Kalk) anreichert. Die Härte deines Leitungswassers ist geografisch bedingt (und lässt sich beispielsweise hier per Postleitzahl herausfinden). 
In der Welt der Dermatologie wurde die Wasserhärte erstmals in den 1990ern zum Gesprächsthema, sagt Dr. Fassihi, als „bedeutsame Unterschiede“ in der Verbreitung von Hautekzemen unter Grundschülern im britischen Nottinghamshire auftraten, wo die Wasserhärte stark schwankt. Seitdem ist sich die Forschung mehr oder weniger darin einig, dass die Wasserhärte die Tendenz unter Kindern zur Entwicklung von Ekzemen mitbestimmt. Auch wird vermutet, dass sie sich auf die Hautbarriere (die obere Schutzschicht der Haut) auswirken könnte. 
Hartes Wasser kann aber auch deine Haargesundheit beeinflussen. In meiner jetzigen Wohnung ist das Leitungswasser extrem hart; es ist schwer, mein Shampoo überhaupt schön aufzuschäumen. Viele meiner Lieblingsshampoos kann ich gar nicht erst benutzen, weil sie quasi an meinem Haar kleben. Das einzige Shampoo, auf das ich mich hier komplett verlassen kann, ist das Olaplex-Shampoo (27,50 €). „Die dauernden Ablagerungen auf der Kopfhaut können dafür sorgen, dass das Haar matt aussieht. Ebenso kann hartes Wasser trockene Haut verschlimmern und damit wiederum die Schuppenbildung der Kopfhaut provozieren“, erklärt Dr. Fassihi.
Die offensichtliche Lösung dafür wäre es, einen Kalkfilter zu installieren, der das Leitungswasser vorfiltert – das ist aber nicht nur sehr aufwendig, sondern vor allem auch teuer und insbesondere in Mietwohnungen oder -häusern nicht immer machbar. In dem Fall sind Duschfilter wie zum Beispiel von Philips (28,45 €) oder Fit Aqua (14,95 €) eine günstige, simple Lösung; diese Filter lassen sich an den Schläuchen deiner Dusche bzw. Badewanne befestigen, müssen aber auch alle paar Monate gewechselt werden. Wichtig zu wissen: Diese Wasserfilter entfernen Schwermetalle und Kalk aus dem harten Wasser, machen das Wasser aber damit nicht automatisch weich. 
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Aber wie schwer wirkt sich die Wasserhärte denn nun tatsächlich auf Haut und Haare aus? Ich habe Dr. Fassihi gefragt. „Bei den meisten Leuten sorgt hartes Wasser eigentlich nur für leicht trockenere Haut, was sich durch gute Feuchtigkeitspflege ausgleichen lässt“, meint sie. „Bei Betroffenen von Ekzemen kann eine hohe Wasserhärte aber die Intaktheit der Hautbarriere beeinträchtigen und eine Verschlimmerung der Symptome auslösen. Kurz gesagt: Durchschnittliche Haut reizt hartes Wasser nicht zusätzlich; trockene, empfindliche Haut kann aber sehr wohl darunter leiden. Hautreizender sind aber zum Beispiel starke, schäumende Seifen, Säuren, Duftstoffe, einige Pflanzenstoffe sowie Gummi oder Latex“, ergänzt sie. Auch bei farbbehandeltem, inklusive blondiertem oder anderweitig gebleichtem Haar, könnte hartes Wasser für Probleme sorgen. Das kalkhaltige Wasser lagert nämlich Mineralien und Metalle im Haar ab, die blondes oder weißes Haar gelb-, grünstichig oder matt werden lassen können.
Als jemand mit trockener (aber nicht ekzemanfälliger) Haut und gebleichtem Haar kann ich jedenfalls sagen: Seit ich meinen Duschfilter habe, fühlt sich meine Haut weniger strapaziert an als vorher. Ich achte außerdem darauf, meine Haut direkt nach der Dusche abzutrocknen und das Wasser so nicht länger als nötig auf der Haut trocknen zu lassen. Man muss es ja nicht drauf ankommen lassen, oder?
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