Was steckt hinter Blähungen & Krämpfen während der Periode?

Photographed by Alexandra Gavillet.
Manche Pupse stinken, andere sind laut und einige tun sogar weh. Was sie jedoch nicht sind (oder zumindest nicht sein sollten), ist peinlich. Sie sind einfach nur ein Zeichen dafür, dass dein Magen-Darm-System seine Arbeit macht und dein Essen so verarbeitet, wie es sein sollte. Warum aber ist dieser komplett natürliche Vorgang dann manchmal so schmerzhaft?
Zunächst einmal wollen wir festhalten, dass jeder gesunde Mensch von Zeit zu Zeit Blähungen hat. Dafür gibt es jede Menge natürliche Gründe, von ballaststoffreicher Kost bis zum Schlucken von zu viel Luft. Und außer auf die Nahrungsmittel und Getränke zu verzichten, von denen du weißt, dass sie bei dir für zusätzliche Blähungen sorgen, kannst du nicht besonders viel dagegen tun.
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Trotzdem halten viele ihre Pupse mit aller Macht zurück, was dazu führen kann, dass sich die Gase im Darm anstauen. Das ist tatsächlich in den häufigsten Fällen die Ursache von Schmerzen, die durch Blähungen hervorgerufen werden. Diese schmerzhaften Krämpfe können an verschiedenen Stellen deines Bauches auftreten und auch wandern. Gut möglich, dass du dann das Gefühl bekommst, einen Knoten im Bauch zu haben.
Die gute Nachricht ist, dass es in den allermeisten Fällen nicht schlimm ist, wenn du mal schmerzhafte Blähungen hast. Meistens sind sie ein Symptom von Durchfall oder Verstopfungen, da der normale Stuhlgang dann unterbrochen ist und die natürlichen Gase sich nicht ungestört in deinem Darm bewegen können. Normalerweise geht das aber innerhalb einiger Stunden oder Tage von ganz allein weg. Wenn du aber dauerhaft Bauchschmerzen und Blähungen hast, könnte dahinter etwas Ernsteres wie zum Beispiel eine Blinddarmentzündung oder Gallensteine stecken. Aber keine Sorge, wir erklären dir gleich mehr dazu.
Neben Bauchkrämpfen gibt es nämlich auch eine andere Art von Schmerzen in der Bauchregion, die sich ähnlich anfühlt und deswegen häufig verwechselt wird: Menstruationsbeschwerden. Der Hauptunterschied ist, dass letztere sich oft eher wie ein stumpfes Pochen anfühlen, das sehr intensiv ausfallen und sich bis in deinen Rücken ziehen kann. Und während du die Regelschmerzen oft mehrere Tage während deiner Periode spürst, kommen Bauchkrämpfe meist schneller auf und gehen auch schneller wieder vorbei. In den häufigsten Fällen musst du einfach einmal auf die Toilette gehen und dann ist alles wieder okay.
Richtig unangenehm wird es natürlich, wenn du beides gleichzeitig hast: schmerzhafte Blähungen und Menstruationsbeschwerden. Und das passiert leider relativ häufig. Schuld daran ist der Rückgang des Hormons Progesteron, der dafür sorgt, dass dein Körper die Gebärmutterschleimhaut abstößt. Deine Verdauungsorgane bekommen diesen Rückgang während deiner Periode allerdings auch mit. Da auch bei ihnen ankommt, dass nun Zeit ist, sich besonders schnell von Ballast (sprich, deinem Stuhl) zu trennen, musst du während dieser Zeit häufiger auf die Toilette und hast auch vermehrt Blähungen.
Wenn du aber das Gefühl hast, dass die schmerzhaften Blähungen, die du hast, nicht mehr normal sind, solltest du dir die Zeit nehmen, herauszufinden, was in deinem Bauch eigentlich sich vor sich geht. Wenn du über einen längeren Zeitraum unter Bauchkrämpfen leidest, die sich nicht auf deine Periode zurückführen lassen, solltest du in jedem Fall eine*n Ärzt*in aufsuchen. Das gleiche gilt, wenn du zeitgleich zu den Bauchkrämpfen Schmerzen in der Brust hast oder wenn du Veränderungen in deinem Stuhl bemerkst. Insbesondere, wenn du darin Blut findest, solltest du schnell handeln. Auch wenn du plötzliche, stechende Schmerzen hast, solltest du medizinischen Rat einholen, denn das könnte möglicherweise dein Blinddarm sein, der sich entzündet hat.
In den allermeisten Fällen jedoch sind Blähungen, so schmerzhaft und nervig sie auch manchmal sein mögen, etwas ganz Natürliches, bei dem keinerlei Handlungsbedarf besteht. Du musst sie leider einfach vorbeigehen lassen. Wenn du ständig Blähungen hast, kannst du außerdem vermehrt auf deine Ernährungsgewohnheiten achten. Vielleicht verträgst du manche Sachen nicht so gut. Bohnen, Gemüse, Milchprodukte sowie kohlensäurehaltige Getränke sind meistens für zusätzliche Darmgase verantwortlich. Und, wie anfangs schon gesagt: Die Schmerzen können dich daran erinnern, einfach mal loszulassen: #FreeTheFart.
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