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TikTok schwört auf die „Dry Manicure“ – aber ist die wirklich besser?

Foto: via @metejanova.
Die „Russian manicure“, benannt nach dem Land, in dem die „russische Maniküre“ angeblich erfunden wurde, ist einer der beliebtesten Nagel-Trends auf TikTok – und dank seiner Verwendung eines Nagelfräsers gleichzeitig der umstrittenste. Diese Art von „Bohrer“ ersetzt die Nagelhautschere und räumt das Nagelbett ordentlich auf. Gleichzeitig entfernt der Fräser aber eben auch die Nagelhaut – und setzt die empfindliche Haut darunter somit dem Risiko von Bakterien aus. 
Wenn man sich auf TikTok so umsieht, scheinen die „Russian“ und die „dry manicure“ dasselbe zu bedeuten. Während Nail Artists außerhalb von Osteuropa die „Russian manicure“ zur „dry manicure“ („Trockenmaniküre“) umgetauft haben (und damit mittlerweile auf TikTok über eine Milliarde Views gesammelt haben), gibt es zwischen beiden Techniken tatsächlich einige Unterschiede. 
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Was ist eine „dry manicure“ oder „Trockenmaniküre“?

Die professionellen Meinungen gehen hier ein wenig auseinander. Die simpelste, verlässlichste Definition einer Trockenmaniküre ist aber eine Maniküre, bei der kein Wasser verwendet wird. Die Hände werden somit nicht wie bei der traditionellen Maniküre zwischendurch in Wasser getunkt, um die Nagelhaut aufzuweichen. Eine Trockenmaniküre überspringt diesen Schritt und setzt stattdessen auf eine Alternative zur Nagelhaut-Einweichung (dazu kommen wir noch).
Die „dry manicure“, die gerade auf TikTok kursiert, ähnelt aber eher einer „Russian manicure“, bei der ein Nagelfräser verwendet wird. Laut der New Yorker Nail Artist Julie Kandalec soll dieser Fräser „die Nagelhaut exfolieren [also abfräsen], anstatt sie abzuschneiden. Wird sie geschnitten, kann sie nämlich schneller nachwachsen“. Auf TikTok kannst du dir ansehen, wie der Fräser die abgestorbene, trockene Nagelhaut entfernt. Laut einem TikTok von Nail Mart USA nennt sich diese Maniküre „dry“, „weil du keinen Nagelhautentferner oder Wasser brauchst“. 
@nailmartusa Decided to start posting again💛Let’s clean🧼 #drymanicure #nailbit #cuticleprep #cuticlecare #nailtech ♬ You - Petit Biscuit
Abgesehen davon, dass die Nagelhaut hier also abgefräst wird, anstatt sie einzuweichen und dann abzuschneiden, läuft eine Trockenmaniküre aber prinzipiell ab wie jede andere Maniküre auch – ob du dir nun Nagellack, Gel, Extensions oder Acrylnägel verpassen lässt. Auch wichtig zu wissen: Das Ganze ist somit keine „Russian manicure“, bei der die Nagelhaut angehoben wird, damit der Lack auch unterhalb der Nagelhaut aufgetragen werden kann. Die „russische“ Technik soll den natürlichen Nachwuchs der Nagelhaut reduzieren, wodurch die Maniküre angeblich länger hält. Bei der „Trockenmaniküre“ hingegen wird die Nagelhaut nicht angehoben, um darunter lackieren zu können. Es geht dabei lediglich darum, die Nagelhaut ohne Wasser aufzuweichen.
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Was sind die Vorteile einer „dry manicure“?

Warum sollte man sich also für eine Trockenmaniküre entscheiden, anstatt sich einfach eine normale Maniküre inklusive Wasser-Einweichen zu gönnen? Sind normale („nasse“) Maniküren etwa schlecht für die Nägel und/oder Nagelhaut? Auch hier gehen die Meinungen auseinander. „Der Nagel und die Haut drumherum sind wie ein Schwamm, der nach dem Einweichen anschwillt“, erklärt Kandalec. „Das kann oberflächliche Risse in der Haut verursachen.“ Daher setzt Kandalec auf die Trockenmaniküre, die auf TikTok so beliebt ist, und verwendet einen Nagelfräser, um die Nagelhaut ihrer Kund:innen zu entfernen. Derselbe Fräser kommt übrigens (mit einem anderen Aufsatz) zum Einsatz, um Nagelverstärkungen wie Acryl oder Gel zu entfernen. Diese Spezialtechnik wird aber nicht in jedem Nagelstudio angeboten. Manche Studios bieten dennoch andere, weniger intensive „wasserfreie“ Alternativen zur Nagelhaut-Einweichung an, wie zum Beispiel die Verwendung eines speziellen Nagelhaut-Öls. „Wasser ist eine Brutstätte für Keime“, erklärt Rachel Apfel Glass, Gründerin der Nagelstudio-Kette Glosslab. „Selbst wenn das Wasser zwischen den einzelnen Terminen ausgetauscht wird, leben Bakterien in der Schale. Deswegen ist es immer besser, wasserfreie Maniküren anzubieten.“
Tatsächlich machen sich viele Maniküre-Fans Sorgen um das Bakterienwachstum in den Schüsseln mit warmem Wasser. Das heißt jedoch nicht, dass alle wasserbasierten Maniküren unhygienisch oder schlecht für die Nägel sind. „Wenn die Nagelhaut während der Einweichung im Wasser anschwillt, ist das nur vorübergehend und erlaubt es dem:der Nail Artist, leichter mit der Nagelhaut zu arbeiten“, erklärt Jin Soon Choi, Promi-Nail-Artist und Gründerin von JINsoon. „Viele machen sich Sorgen wegen der Bakterien im warmen Wasser. Die Schüsseln, die wir bei der Maniküre in unseren Studios verwenden, werden aber immer gut gereinigt, und wir fügen dem Wasser ätherische Öle hinzu“, die laut Choi dafür sorgen, dass sich Bakterien nicht vermehren können. Ein gutes Studio mit einer aktuellen Lizenz wird auf ebenjene Hygiene achten.
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Sollte ich bei meiner nächsten Maniküre um eine Trockenmaniküre bitten?

Abgesehen von Hygienegründen soll die „dry manicure“ auch dafür sorgen, dass Nagellack länger hält. „Eine wasserfreie Technik hilft dabei, dass Pediküre und Maniküre länger halten“, meint Apfel Glass. Das Wasser sorgt nämlich dafür, dass sich das Nagelbett weitet, erklärt sie, wodurch der Nagellack schneller abblättert.
Wenn du dir regelmäßig eine Gel-Maniküre gönnst und oft an deiner Nagelhaut herumzupfst, kann es sich lohnen, der Trockenmaniküre eine Chance zu geben. Du solltest um die Technik mit dem Fräser jedoch nur dann bitten, wenn du weißt, dass dein:e Nail Artist dazu auch qualifiziert ist. „Es ist ein spezieller Service, der monate- oder gar jahrelanges Training erfordert“, meint Kandalec. 
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