Das kannst du tun, wenn du Schwierigkeiten hast, einen Orgasmus zu bekommen

Foto: Natalia Mantini.
Wenn es um das Thema Sex geht, sind wir hier bei Refinery29 der Überzeugung, dass es nicht die eine unbedingte Wahrheit gibt. Unterschiedliche Techniken funktionieren unterschiedlich gut für unterschiedliche Menschen (mit unterschiedlichen Partnern zu unterschiedlichen Zeiten). Nichtsdestotrotz haben wir im Laufe der Zeit durchaus ein paar Tipps und Tricks von Sextherapeuten, Experten für Sexspielzeug und Menschen, die einfach gerne Sex haben, eingeholt und ausgetestet, die das Ganze noch spannender gestalten und uns zu lebensverändernden Orgasmen verhelfen könnten. Nein, ein Orgasmus ist nicht der eine ultimative Grund für Sex, aber es ist eben ein Teil des Spektrums sexueller Erfahrungen und ein ziemlich guter noch dazu.
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Unglücklicherweise ist es für uns Frauen nicht immer so einfach wie für einen männlichen Partner zum Höhepunkt zu gelangen. Und das hat ganz unterschiedliche Gründe – von unzureichender Aufklärung bis zur gesellschaftlich etablierten Gleichgültigkeit gegenüber der sexuellen Befriedung von Frauen im Allgemeinen. Wir haben daher hier ein paar ziemlich gute Tipps zusammengestellt, mit denen ihr der Sache definitiv näher kommen solltet. Klickt euch durch die Slideshow und ihr werdet vielleicht einiges entdecken, das ihr bereits kennt, aber auch einiges, von dem ihr bisher möglicherweise noch nie gehört habt und es demnächst dann auf erstere Liste setzen könnt.
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Schärfe deine Sinne.

Es gibt einen Grund, warum sich Augenbinden im Schlafzimmer so großer Beliebtheit erfreuen.

„Wenn du nichts mehr sehen kannst, gibt dir das die Möglichkeit, genau in deinen Körper hineinzuhorchen", erklärt Sex- und Beziehungstherapeutin Kimberly Sharky.

Und wenn dein Partner/deine Partnerin irgendetwas tut, was dir gefällt, sag es ruhig.

„Wenn du es liebst, in den Nacken geküsst zu werden, erwähne es. Das mag am Anfang ein bisschen einfacher sein, als um etwas zu bitten, bei dem es direkt ans Eingemachte geht", so Sharky.
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Jeder auf seine Position.

Die richtige Stellung kann schon einiges bewirken. Außerdem kann es nicht schaden mal etwas Neues auszuprobieren, um die Sache ein bisschen anzuheizen. Ob nun in einer Langzeitbeziehung oder nicht, manchmal fällt man einfach in alte Gewohnheiten zurück und die sind leider häufig nicht grad aufregend.

Glücklicherweise gibt es da ja von klassischen Stellungen für alle Größen bis zum Kama Sutra eine große Auswahl an Variationsmöglichkeiten.
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Nimm dir Zeit.

Mach langsam und gib deinem Kopf Zeit abzuschalten.

Sich sicher zu fühlen und zu entspannen ist ein wichtiger Faktor, wenn es darum geht, den Höhepunkt zu erreichen. In einer 2006 im European Journal of Neuroscience veröffentlichten Studie hatte man Hinweise darauf gefunden, dass der Hippocampus und die Amygdala des weiblichen Gehirns – in welchen Emotionen wie Angst und innerer Unruhe verankert sind – während des Sex’ weniger aktiv sind, kurz vor dem Orgasmus jedoch stärker beansprucht wurden. In anderen Worte: Wenn Angst und innere Unruhe erst einmal überwunden sind, lässt der Orgasmus wahrscheinlich nicht lang auf sich warten.

Sich sicher zu fühlen, ist die eine Sache. Sich Zeit nehmen, die andere. Psychotherapeutin Cheri Travis, erklärte in diesem Zusammenhang, dass so ein kleines Gedankenspiel auch sehr aufregden sein kann. Denke an jemanden, auf den du stehst und konzentriere dich voll und ganz auf das Gefühl und wie dein Körper darauf reagiert. Versuche dich zu entspannen und verbanne alles, was dich ablenken könnte, aus deinem Umfeld. Schließlich kannst du deinen Partner/deine Partnerin oder einen Vibrator oder auch beides dazuholen. Das Geheimnis ist es, den Moment zu genießen.
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Zurück auf die Schulbank.

Momentan gibt es so viele Online-Orgasmus-Kurse, wie nie zuvor und vielleicht ist es an der Zeit, das Ganze mal für sich selbst auszutesten. Zu empfehlen wäre da zum Beispiel das Seminar von Vanessa Marin, welches seinen Teilnehmerinnen einen Leitfaden für ihren Orgasmus, mit oder ohne Partner, an die Hand geben möchte. „Du lernst destruktive Gedanken zu verbannen und darauf zu hören, was dein Körper braucht, um zum Höhepunkt zu gelangen und du wirst sicherlich deinen Spaß dabei haben“, erklärt Marin. „Ernsthaft, Orgasmen sollten Spaß machen.“ Recht hat sie.

Und auch die Website OMGYES bietet Orgasmustraining an und es lohnt sich durchaus, sich das Ganze mal anzusehen. Mehr als 2.000 Frauen haben hier schon ihre Erfahrungen geteilt und ihre persönlichen Techniken Schritt für Schritt aufgeschrieben. Eine weitere Option wäre Orgasmic Meditation (kurz OM). Hierbei handelt es sich um „eine Partnerübung, bei der der Partner/die Partnerin für 15 Minuten die Klitoris der (anderen) Partnerin streichelt. Das Ziel ist es, sich einfach dem Gefühl hinzugeben und den Moment zu genießen.“ Außerdem bietet OM eine kostenlose Einführung und ein Acht-Tage-Programm für Einsteiger.
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Vorsicht mit der Klitoris.

Die Klitoris ist ziemlich empfindlich: Während der Penis 4.000 Nervenende hat, sind es bei der Klitoris mit 8.000 doppelt so viele und diese 8.000 Nervenenden interagieren mit bis zu 15.000 weiteren im Beckenbereich. Obwohl wir natürlich dankbar für jedes einzelne von ihnen sind, ist uns auch bewusst, dass eine übermäßige Stimulation der Klitoris, dem Orgasmus am Ende auch im Weg stehen könnte. Direkte Berührungen an der empfindlichsten Stelle können nahezu schmerzhaft sein. Statt intensiver Reibung ist sanftes Streicheln empfohlen und aufgrund der hohen Sensibilität funktioniert das selbst durch die Unterwäsche hindurch. Ihr könnt es aber auch mit sanftem Saugen und Lecken an Klitoris und Schamlippen probieren oder nehmt die Finger dazu und wechselt zwischen Stimulation der Klitoris und Penetration. Das Wechselspiel hilft dabei die Klitoris nicht überzustrapazieren.
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Aufwärmen.

Der folgende Tipp kommt von Zoë Ligon, Gründerin und CEO des Sexspielzeugherstellers Spectrum Boutique. „Manchmal fällt es mir schwer, körperlich in Stimmung zu kommen, auch wenn ich gedanklich schon bei der Sache bin“, verrät sie. „Wenn ich weiß, dass es gleich zur Sache gehen soll, mache ich manchmal vorher ein paar Beckennübungen auf dem Boden…Das stärkt auf lange Sicht nicht nur die Muskulatur (die gleiche die während eines Orgasmus kontraktiert), es fördert auch die die Durchblutung im Genitalbereich und die Sensibilität.“ Eine gute Aufwärmübung.
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Der G-Punkt ist der Schlüssel.

In einem Interview verriet mir eine junge Frau, dass sie mit 26 Jahren noch niemals einen Orgasmus hatte – weder alleine, noch mit einem Partner. Sie wusste, dass sexuelle Hemmungen nicht das Problem waren: „Das war eine wirklich belastende Sache für mich, weil ich das Gefühl hatte, dass etwas mit mir nicht stimmt, als wäre mein Körper einfach nicht fähig, einen Orgasmus zu bekommen“, erklärte sie. „Die andere Sache, die mich verrückt machte, war, dass jeder Dinge zu mir sagte wie ,Oh, das kommt daher weil du dich nicht emotional fallen lassen kannst – es ist deine Schuld, weil du nicht bei der Sache bist.’ Tatsächlich bin ich in keiner Situation mehr bei mir, als beim Sex.

Am Ende strafte sie die anderen Lügen, nachdem eine lockere Bekanntschaft sie mit seiner Fingertechnik letztlich doch zum Orgasmus brachte und das nicht nur einmal, sondern gleich dreimal hintereinander. „Es stellte sich heraus, dass es ganz bestimmte Dinge gibt, die mich zum Squirten bringen“, erklärte sie. „Man muss mir stark auf den Bauch drücken und gleichzeitig fingern. Er muss sitzen und ich liegen. Ich muss mich dem anderen psychisch in keinster Weise verbunden fühlen – es geht eher um die Technik.“ Ein paar geschickte Finger oder richtig eingesetztes Spielzeug eignen sich besonders gut, um den vorderen Bereich der Vagina zu stimulieren.
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Unterschätze nie die Macht von analer Befriedigung.

Im Gegensatz zu einem weitverbreiteten Irrglauben, kann Analsex für beide Parteien sehr befriedigend sein – es gibt Frauen, die schwören sogar auf die Kombination von analer und klitoraler Stimulation. Das Wichtigste dabei ist, sich mental darauf vorzubereiten. „Wenn du von vornherein denkst, dass es wehtun wird, verkrampfst du und es wird auch wehtun“, erklärt Sextherapeut David Ley. „Willst du es genießen, solltest du dich von dieser Vorstellung lösen und dich mit deinem Partner/deiner Partnerin darüber austauschen, um die Sache so angenehm wie möglich zu gestalten.“
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Mach's dir selbst.

„Masturbation trägt zu einem großen Teil dazu bei, sich wohlzufühlen und sie ist ein gesunder Ausdruck der eigenen Sexualitä“, erklärt Tristan Weedmark, globale Markenbotschafterin von We-Vibes. „Es ist die beste Art herauszufinden, was einem Freude bereitet und macht einen damit auch zu einem besseren Sexpartner.“ – außerdem gab die Mehrheit der Frauen in einer aktuellen Umfrage des Unternehmens an, dass Sexspielzeug die beste Möglichkeit sei, das Ganze noch ein wenig spannender zu gestalten. Das Onlineangebot hat da mittlerweile natürlich eine große Auswahl zu bieten. Es lohnt sich jedoch auch, persönlich in einem Sexshop vorbeizuschauen und den Rat eines erfahrenen Verkäufers einzuholen.
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Gleitgel und immer wieder Gleitgel.
Du hast es wahrscheinlich schon gehört und wir sagen es noch einmal. Gleitgel kann den kleinen aber feinen Unterschied machen. Was du möglicherweise aber noch nicht wusstest ist, was Gleitgel auch bei deinen Alleingängen leisten kann. Eine erbsengroße Menge kann da schon einiges bewirken, vor allem dann, wenn die Klitoris besonders empfindlich ist. Das Gleitgel bildet eine dünne Barriere zwischen Klitoris und Finger oder auch Spielzeug.
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