Zusammen Pornos schauen? 5 Tipps, die es Anfänger*innen erleichtern

Foto: Natalia Mantini.
Ob ihr eure langjährige Beziehung aufpeppen oder eure voyeuristische Ader ausleben und nackte Menschen anschauen wollt: Das erste Mal gemeinsam Pornos zu schauen, kann etwas knifflig sein. Damit es nicht total awkward wird und ihr euch am Ende vor Scham nicht mehr in die Augen schauen könnt, haben wir eine Expertin nach Tipps gefragt. Nachfolgend verraten euch Assistant Professor für menschliche Entwicklung und Familienstudien der State University Meghan Maas sowie die lizensierte Sextherapeutin Vanessa Marin, was ihr beim gemeinsamen Sexfilmchenschauen beachten solltet.

Kommunikation

Wie bei allen Beziehungsthemen ist auch hier Kommunikation das A und O. Falls du nicht so richtig weißt, wie du das Thema überhaupt ansprechen sollst („Sollen wir heute Abend auf den Tatort verzichten und stattdessen zwei Menschen beim Bumsen zuschauen?“ ist schließlich nicht gerade charmant), hat Marin ein paar simple, aber effektive Ideen. Wenn ihr in Richtung Vorspiel steuert, dann leg doch einfach mit einer koketten Frage los wie „Weißt du, was wir noch nie probiert haben…?“. Solltest du dir unsicher über die Reaktion deiner Partnerin/deines Partners sein, kannst du es auch mit einer klitzekleinen Notlüge probieren: „Ich hatte letztens einen verrückten Traum: Wir haben zusammen einen Porno geschaut…“. Je nachdem, wie das Feedback ausfällt, kannst du dir überlegen, ob du anschließend einfach darüber lachst oder noch mal ernsthaft nachfragst.
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Die richtige Wahl treffen

Es ist kein Geheimnis, dass das Internet voller Pornos ist. Allerdings kann einen die zu große Auswahl auch erschlagen – besonders, wenn du kein*e erfahrene*r Pornonutzer*in bist. Wenn es dann auch noch darum geht, etwas zu finden, das euch beiden gefällt, wird’s noch komplizierter. Nicht-Geheimnis Nummer zwei: Mainstream-Pornos sind oft brutal, frauenfeindlich und unrealistisch. Deswegen ist es wichtig, über Grenzen zu sprechen, bevor ihr euch gemeinsam auf die Suche macht. Seid ihr schon am Googlen, fällt es dir (oder deiner Freundin/deinem Freund) vielleicht nicht mehr so leicht, zu bestimmten Dingen nein zu sagen. Außerdem warnt Maas, dass selbst vermeintlich einfache Suchen, wie beispielsweise nach dem Wort „Dreier“, Ergebnisse hervorbringen können, die nicht euer Ding sind – wie Sex zwischen Geschwistern oder andere tabuisierte Inhalte.
Wenn ihr dann ein Gefühl dafür entwickelt habt, worauf der/die andere steht, kann es hilfreich sein festzulegen, wer von euch die Entscheidung fällt. Sonst traut sich am Ende keiner, etwas zu sagen. Und dann läuft es ähnlich wie bei der Dinnerfrage: „Was willst du heute essen?“ – „Ich weiß nicht, was willst du denn heute essen?“ Dass es ein Vetorecht gibt, versteht sich von selbst, so Marin.
Sowohl Marin als auch Maas empfehlen, Filme ethischer Pornoproduktionsfirmen zu wählen. Warum? Ganz einfach: Weil du damit einen kleinen Teil dazu beiträgst, dass die Darsteller*innen fairer behandelt und Lust realistisch dargestellt wird, so Maas. Die beiden Expertinnen empfehlen beispielsweise Erika Lust, Make Love Not Porn, Bellesa und Bright Desire.

Während des Films

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Vielleicht denkst du, es ist egal, wie du einen Porno anschaust, aber tatsächlich kann das einen großen Unterschied machen. Marin schlägt vor, besser einen Laptop als ein Smartphone zu verwenden. Auch wenn dein Handy natürlich handlicher ist (logisch) und es irgendwie spontaner anfühlt, macht es einfach keinen Spaß, Filme auf dem Miniscreen zu sehen – und nach ihnen zu suchen. Macht es also lieber ganz in Ruhe gemütlich, positioniert den Laptop so, dass ihr beide einen guten Blick darauf habt und bereitet euch emotional und physisch auf den Porno vor (wie vor jedem ersten Mal). Zum Smartphone könnt ihr immer noch greifen, wenn ihr euch schon etwas besser auskennt und es in der Hitze des Gefechts wirklich schnell gehen muss.

Nachmachen erlaubt

Das beste am gemeinsamen Sexfilmschauen ist das Entdecken von etwas, das ihr gern zusammen ausprobieren wollt. Maas sagt, Pornos können eine gute Möglichkeit sein, Vorlieben anzusprechen und Übereinstimmungen zu finden. Bilder sagen schließlich manchmal mehr als Worte, sprich, es ist einfacher, gemeinsam neue Stellungen anzuschauen, als sie sich gegenseitig erklären zu müssen. Du kannst zum Beispiel ganz einfach sagen: „Das sieht heiß aus!“, um deiner Partnerin/deinem Partner zu signalisieren, dass du es gern mal ausprobieren würdest. Wollt ihr direkt zur Tat schreiten, könnt ihr den Film einfach weiterlaufen lassen, pausieren oder aber für später bookmarken.
Pornos eignen sich auch super dazu, etwas zu lernen. Maas erklärt, Stellungen wie die umgekehrte Reitstellung sind bei Pornos besonders beliebt, weil sie gleichzeitig einen guten Blick auf die Brüste und die vaginale Penetration geben. Für Personen ohne Penis ist das in der Realität allerdings nicht immer die angenehmste Position. Wenn du also etwas absolut Unrealistisches siehst (oder etwas, das dein*e Freund*in macht, das du aber nicht wirklich magst), nutze die Chance und sag: „Die täuscht das doch nur vor“ oder „Unter keinen Umständen kann sich das gut anfühlen“ oder „Ich habe das schon Mal ausprobiert und fand es schrecklich“.
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Pornos sind nicht so dein Ding? Kein Problem.

Wenn Videos nichts für dich sind, gibt es tonnenweise andere Inspirationsquellen. Ihr könnt euch zum Beispiel gegenseitig erotische Bücher vorlesen. Das kann sehr intim sein und es gibt online auch eine große Auswahl an heißen Geschichten. Ansonsten könnt ihr euch auch erotische Hörbücher anhören – wer weiß: Vielleicht macht dich das ja mehr an, als du bisher gedacht hast. So ging es auch einer Klientin von Marin, die niemals erwartet hat, dass das was für sie sein könnte und war komplett überrascht, wie heiß sie die Geschichte machte.
Also, versucht doch einfach Mal was Neues heute Abend! Netflix läuft euch ja nicht weg.
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