Die Wahrheit über „Weed-Kater“

Foto: Rachel Cabitt
Obwohl Cannabis eine relativ sichere Substanz ist, hat es einige Nebenwirkungen, die manchmal den Wunsch in uns wecken, wir hätten etwas weniger davon konsumiert. Zum Beispiel haben wir alle schon einmal gehört, dass es zu einer Art Kater kommen kann, wenn du's mit Gras übertreibst. Der so genannte „Weed-Kater“ soll sich durch Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Gereiztheit und einem allgemeinen Gefühl von Benommenheit auszeichnen. Aber wie viel davon ist wirklich dran?
„So etwas wie einen ‚Weed-Kater‘ gibt es wirklich. Das Ganze hat viel mit der Dosierung zu tun“, bestätigt Dustin Sulak, ein medizinischer Cannabisexperte. Wenn du also ein bisschen zu viel davon einnimmst, kann es sein, dass es dir am Morgen danach nicht so gut geht.
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Viele Menschen, die Cannabis entweder in ihrer Freizeit oder aus medizinischen Gründen konsumieren, gehen oft mit einer „mehr ist besser“-Einstellung an die Sache heran. Tatsächlich „gelingt es den meisten Menschen, ihre Symptome mit einer Dosis zu lindern, die niedriger ist als jene, die zu einem Rausch führen würde“, sagt Dr. Sulak. Wenn du also Marihuana zur Behandlung eines Gesundheitsproblems verwendest, brauchst du dich nicht unbedingt high zu fühlen, um davon profitieren zu können. Und selbst wenn du es konsumierst, um ein Rauschgefühl zu spüren, gibt es keinen wirklichen Grund, es damit zu übertreiben. So wird es dir am nächsten Tag auch um einiges besser gehen.
Jedes Mal, wenn du Cannabis konsumierst, werden die Cannabinoidrezeptoren deines Körpers aktiviert und im Grunde genommen überstimuliert. Um dem entgegenzuwirken, werden die Rezeptoren in die Zellen hineingezogen, wodurch sie inaktiv werden, erklärt Dr. Sulak. Das bedeutet aber nicht nur, dass sie in Bezug auf THC, das du inhalierst, inaktiv werden, sondern auch, dass die Endocannabinoid-Verbindungen, die du von Natur aus aufweist, ebenfalls nicht in der Lage sind, sich an diese Rezeptoren zu binden.
Unter normalen Umständen kann das der Körper ausgleichen, und es kommt zu keinen wirklich schädlichen Auswirkungen. Wenn du aber zu viel des Guten konsumierst, kann es sein, dass du aufwachst und einen Cannabinoid-Entzug wahrnimmst, sagt Dr. Sulak. „Wenn eine Person spät in der Nacht eine hohe Dosis konsumiert, bleibt am Folgetag ein Gefühl des Mangels zurück.“ In Verbindung mit der bekannten dehydrierenden Wirkung von Gras kann das dazu führen, dass du dich am nächsten Tag hundeübel fühlst.
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Was kannst du also gegen einen solchen Kater tun? Im Prinzip gilt das Gleiche, was du auch bei einem normalen Kater tun würdest. Deine erste Priorität sollte es sein, ausreichend Wasser zu trinken. Danach brauchst du nur mehr eine Weile zu warten und du wirst dich bald besser fühlen. Wenn möglich, kannst du auch eine kleine Dosis Cannabis konsumieren, um deinen Entzugserscheinungen entgegenzuwirken. Wenn du aber aufwachst und immer noch ein wenig high bist, schlägt Dr. Sulak vor, etwas CBD einzunehmen oder eine Cannabissorte mit hohem CBD-Gehalt zu konsumieren, um etwas gegen diese Auswirkungen zu tun.
Darüber hinaus lohnt es sich jedoch, einen genauen Blick auf deine langfristigen Cannabisgewohnheiten zu werfen. „Wenn du einen Weed-Kater hast, ist das ein Zeichen dafür, dass du Cannabis nicht optimal nutzt“, sagt Dr. Sulak. Daher empfiehlt er Anfänger:innen, es etwa drei Tage lang mit einer möglichst geringen Dosis zu versuchen, die aber dennoch eine spürbare Wirkung hat, bevor sie ihren Konsum erhöhen. Erfahrenen Personen rät er dazu, zwei Tage lang kein Gras zu konsumieren, bevor sie herausfinden können, was für sie die minimalste Menge mit Effekt ist. Beide Herangehensweisen helfen dem Körper, eine Toleranz in Bezug auf die negativen Nebenwirkungen von Marihuana aufzubauen, während du gleichzeitig für die positiven Wirkungen empfänglicher wirst, erklärt Dr. Sulak.
„Weed eignet sich als Mittel, um unterschiedliche Symptome zu lindern“, sagt er. Es lohnt sich also, dir die Zeit zu nehmen, herauszufinden, welche Dosis dir guttut, damit du dich am nächsten Tag nicht beschissen zu fühlen brauchst.
Refinery29 ermutigt in keiner Weise illegale Aktivitäten.

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