Skoliose: Wenn die Rückenschmerzen mit Sport nicht weggehen

Photographed by Alexandra Gavillet.
Versetze dich kurz mal zurück in deine Kindheit. Du bist mit deinen Eltern bei der Routineuntersuchung in deiner Kinderarztpraxis und stehst gebückt vor dem Arzt oder der Ärztin, um deine Wirbelsäule untersuchen zu lassen. Wenn sie schön gerade war, dann war der Skoliose-Check auch schon beendet und du konntest wieder nach Hause, um deine Cartoons zu schauen. Höchstwahrscheinlich war das allerdings auch das letzte Mal, dass du dich mit dem Thema Skoliose beschäftigen musstest, stimmt's? Im Gegensatz dazu, hast du heute aber Dinge wie eine richtige Körperhaltung und Rückenschmerzen immer im Kopf – und hat dich der Schmerz einmal gepackt, suchst du ständig nach Gründen für die Rückenprobleme. Eine mögliche Ursache für deine Beschwerden kann eben auch eine Skoliose sein.
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Nur zum Verständnis: Es gibt einen großen Unterschied zwischen einer falschen Körperhaltung und Skoliose, erklärt Dr. Daniel Gelb, Professor der orthopädischen Abteilung an der Universität von Maryland. „Skoliose ist eine strukturelle Deformation der Wirbelsäule“, so der Arzt. In anderen Worten: Die Wirbelsäule hat eine seitliche Verkrümmung, die weder durch Dehnübungen, noch mit Muskelaufbau behoben werden kann. Eine schlechte Positur hingegen ist einfach nur das Ergebnis einer geringen Muskelmasse im Körper, wodurch die Wirbelsäule sich nicht richtig aufrecht halten kann, sagt Dr. Gelb. Während das mit Sport in Ordnung gebracht werden kann, sind „jegliche körperliche Bemühungen Skoliose zu heilen zwecklos.“
Erwachsenenskoliose tritt meistens in Verbindung mit Osteoporose und im hohen Alter auf. Außerdem ist sie öfter bei Frauen vorzufinden als bei Männern. Also setzt dich gemütlich hin (wenn du es nicht schon längst tust) und lass uns über die Gesundheit deiner Wirbelsäule reden, ja?

Wie entsteht Skoliose bei Erwachsenen?

Egal wie viel Zeit du auch sitzend vor dem PC verbringst, dadurch kann keine Skoliose ausgelöst werden – also keine Panik! Allgemein gibt es nur zwei Typen der Erwachsenenskoliose, die Ärzt*inne häufig diagnostizieren: Die eine tritt im Alter auf und die andere ist ein Überbleibsel aus der Jugend, erklärt Dr. Gelb. „Wenn wir älter werden, entwickeln wir einen Verschleiß unserer Wirbelsäule“, so der Orthopäde. Selbst, wenn du mit einer geraden Wirbelsäule und ohne Skoliose aufgewachsen bist, können Teile der Wirbelsäule sich mit der Zeit abnutzen, wodurch dann eine Skoliose entstehen kann. Das führt zwar nicht zu einem schiefen Rücken, aber daraus können sich starke Schmerzen im Bein und Probleme beim Laufen entwickeln. Wenn du das bei dir bemerkst, lass dich umgehend ärztlich untersuchen, um eine Skoliose ausschließen zu können.
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Was kannst du tun, um dem vorzubeugen?

„Ein aktiver und gesunder Lebensstil ist die beste Art vorzubeugen“, rät Dr. Gelb. Regelmäßiger Sport und der Verzicht auf Zigaretten und Tabak generell (da es Nacken- und Rückenschmerzen verursachen kann) sind ausgesprochen hilfreich, meint der Experte. Auch wenn die Skoliose einsetzt, kannst du so die damit verbunden Beschwerden zu behandeln. Sollten die Schmerzen aus irgendwelchen Gründen dadurch nicht besser werden, könnten gezielte Steroid-Injektionen notwendig sein, erklärt er.

Musst du dir als Erwachsene*r sorgen machen, wenn du als Kind Skoliose hattest?

Eine Skoliose im Kindesalter ist nicht gefährlich, da die Krümmung selten das Ausmaß erreicht, in dem andere schwerwiegende Gesundheitsprobleme daraus folgen, meint Dr. Gelb. Aber selbst, wenn deine Skoliose damals keine Rückenschmerzen verursacht hat, kann sie im Erwachsenenalter sehr schmerzhaft werden. Während du wächst, verformt sich deine Wirbelsäule immer stärker und verändert so die Art, wie dein Körper sich fortbewegt. Das führt dann zu Rückenschmerzen oder einem tauben Gefühl. Hier zeigen dir Physiotherapeut*inne Übungen, damit du den Schmerz linderst und die schwachen Stellen deines Körpers wieder stärkst. So gerät alles wieder in die richtige Balance.
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