16 ehrliche Bilder zeigen die verletzlichen Momente nach einer Schönheits-OP

Foto: Ji Yeo.
2014 war Südkorea das Land mit den meisten Schönheits-OPs der Welt, und das, obwohl ihre Bevölkerung nur halb so groß ist wie die der anderen Länder in den Top 5. Kosmetische Eingriffe sind so gängig in Südkorea, dass es fast eine Ausnahme ist, wenn jemand noch keine gehabt hat, sagt die südkoreanische Fotografin Ji Yeo. Yeo beschreibt ihr jüngeres Ich als „typisch“ für einen Teenager: Wie ihre anderen Mitschüler*innen wollte sie sich operieren lassen – und nicht nur einmal. „Ich wollte mein gesamtes Gesicht machen lassen, Fettabsaugungen am ganzen Körper, das volle Programm“, erzählt sie uns. „Ich wollte mein gesamtes Aussehen verändern“.
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Obwohl Yeo sich letztlich gegen sämtliche OPs entschieden hat, haben es zahlreiche andere Frauen in Südkorea durchgezogen, und tatsächlich „ihr gesamtes Aussehen“ verändert. Yeo erklärt, dass die Industrie so verbreitet ist, dass sie etwa 4,5 Milliarden Euro Umsatz jährlich macht und plastische Chirurgie ein gängiger Weg für sämtliche Frauen geworden ist. „Es ist keine seltene Angelegenheit“, sagt sie, und fügt hinzu, dass die Eingriffe nicht einmal mit der selben Vorsicht wie andere Operationen behandelt werden: „Es wird als sehr schnelle, sichere Prozedur angesehen, sodass die meisten es nicht für nötig halten, Freunde oder Familienmitglieder mitzubringen.“
Yeos Fotoserie, „Beauty Recovery Room“, zeigt Frauen, die sich vor kurzem verschiedenen Schönheits-OPs unterzogen haben. Sie tragen noch Verbände und viele von ihnen scheinen sich auszuruhen und zu erholen. Yeo erzählt uns, dass alle Menschen, die sie fotografiert hat, bereits davor viele OPs durchgemacht haben, von denen sie sich erholten, als Yeo sie kennen gelernte. Auf die Frage, wie viele ihrer Models in Zukunft weitere Eingriffe planten, sagt Yeo ohne zu zögern „100 Prozent“.
Klicke dich durch die Bilderreihe, um mehr von Yeos Bildern zu sehen und über ihre Ansicht zu den Unterschieden plastischer Chirurgie in Korea und den USA zu erfahren.
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Photo: Courtesy of Ji Yeo.
Yeo erklärt, dass die Frauen, die sie fotografierte, „ziemlich verwirrt darüber waren, warum ich mich nicht hatte operieren lassen, wenn ich das ursprünglich vorgehabt hatte. Für sie war ich die Schockierende.“
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Photo: Courtesy of Ji Yeo.
Sie erklärt, dass die typische Reaktion sich so anhörte: „Was?! Wenn du gehen wolltest, warum hast du sie nicht bekommen? Wenn es dir nicht gefällt, kannst du mehr Chirurgie bekommen“.
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Photo: Courtesy of Ji Yeo.
„Ich könnte nicht sagen, dass es eine bestimmte [beliebteste OP] gibt“, sagt Yeo, aber sie erklärt, dass viele Menschen sich dazu entscheiden, sich der selben Art von Eingriff zu unterziehen, wie zum Beispiel einer ‚doppelten Lidkorrektur’ [bei der auf den Augenlidern der Patienten eine Falte kreiert wird]. Außerdem ist es typisch, sich eine höhere und flachere Nase machen zu lassen. Ich kann es nicht wirklich ‚beliebt’ nennen, weil es fast schon als Standard angesehen wird.“
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Photo: Courtesy of Ji Yeo.
„In Korea musst du ein sehr baby-mäßiges Gesicht haben, ein unschuldiges Aussehen. Es wird als sehr hübsch angesehen, im Gegensatz zu den USA, wo sexy als hübsch gilt. In Amerika legt man Wert auf Wangenknochen und Kieferstrukturen, aber in Korea möchten die Leute das loswerden. Es gibt OPs um sowohl die Wangen als auch den Kiefer zu schmälern – alles, was dein Gesicht kleiner und rund macht.“
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Photo: Courtesy of Ji Yeo.
„Selbst, während sie sich erholen“, sagt sie, „suchen sie nach etwas Neuem [das sie operieren lassen können].“
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Photo: Courtesy of Ji Yeo.
„In der Erholungsphase halten die schlimmsten Schmerzen nur drei Tage an, und danach, tut es nicht mehr so sehr weh wie vorher, selbst wenn noch Narben und Schwellungen zu sehen sind. Angst vor dem Schmerz oder dem Genesungsprozess gehört nicht wirklich zu den Sorgen, weil sie sich hauptsächlich über die Tatsache freuen, plastische Chirurgie bekommen zu haben, und dass sie... ihr Aussehen verbessert haben.“
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Photo: Courtesy of Ji Yeo.
„Es wird als etwas sehr Natürliches angesehen, das dazu gehört [zur Operation]. Die meisten Leute haben keine Angst davor [Schmerzen zu erleiden].“
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„Eine meiner Models war gerade einmal 22 Jahre alt. Sie war wirklich ziemlich süchtig nach plastischer Chirurgie. Sie ließ in nur sechs Monaten fast 16 unterschiedliche OPs über sich ergehen.“
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Photo: Courtesy of Ji Yeo.
„Sie hatte sich dramatisch verändert, und erzählte mir etwa ein Jahr nachdem ich sie fotografiert hatte, dass sie ‚jetzt wirklich, wirklich glücklich’ sei: ‚Ich habe vorher nie einen Freund gehabt, und jetzt habe ich einen, aber ich habe Angst, dass er über meine ganzen Eingriffe herausfindet.’“
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Photo: Courtesy of Ji Yeo.
„Es gibt so viele unterschiedliche Arten von Operationen, die man haben kann, und die Leute sagen heutzutage: ‚Ja, ich habe mir meine Nase und meine Augen machen lassen’, obwohl sie tatsächlich 12 oder 15 Mal operiert wurden.“
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Photo: Courtesy of Ji Yeo.
„Sie machen kein Geheimnis aus ihren Schönheits-OPs, aber was noch immer ein Tabu ist oder worüber nicht geredet wird, ist wie viele und wo.“
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Photo: Courtesy of Ji Yeo.
„Über die Jahre hat sich die Technologie so entwickelt, und die Trends sich so verändert, dass zum Beispiel die Nasen-OP, die sie in ihrer High-School-Zeit hatten, nicht mehr ‚in‘ ist“.
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Photo: Courtesy of Ji Yeo.
„Es ist deshalb wirklich notwendig, sich ein zweites oder drittes Mal unters Messer zu legen, ansonsten sehen sie ziemlich aus der Mode gekommen aus.“
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Photo: Courtesy of Ji Yeo.
In den USA, sagt Yeo, ist plastische Chirurgie ein Zeichen von Wohlstand. „In Korea“, erklärt sie, „ist es nicht wirklich so. Es zieht sich durch das ganze Land. Es ist nicht wichtig, ob du wohlhabend bist. Sogar meine Großmutter, die auf dem Land wohnt, denkt über plastische Chirurgie nach.“
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Photo: Courtesy of Ji Yeo.
Tatsächlich „sprechen nicht einmal mehr viele Leute darüber, weil es so beliebt ist.“
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Photo: Courtesy of Ji Yeo.
„Es ist nicht so, dass ich die Welt verändern will, aber... Ich möchte etwas aufdecken, worüber die Leute nicht nachdenken, etwas, das versteckt ist.“
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