Orgasmen machen dich nicht nur glücklich, sondern auch gesund

Photographed by Natalia Mantini.
Überwältigend, himmlisch, bewusstseinserweiternd: Wie sich ein Orgasmus bei dir anfühlt, weißt du selbst am besten – das muss dir keine Ärztin oder Psychologin erklären. Der Mix aus Muskelkontraktionen, Erlösung und Glücksbotenstoffen sorgen dafür, dass du innerhalb kürzester Zeit entspannter und zufriedener bist und dich tief verbunden mit deiner Partnerin oder deinem Partner fühlst. Aber neben dem guten Gefühl gibt es auch noch eine Reihe (gesundheitlicher) Vorteile, wenn du regelmäßig kommst.
Studien zeigen, dass Orgasmen dabei helfen können, dein Immunsystem zu stärken, deine Schmerzgrenze zu erhöhen, dich von Kopfschmerzen zu befreien, deine Durchblutung zu verbessern, deinen Monatszyklus zu regulieren und besser einzuschlafen. Kurz gesagt: „Orgasmen sind wirklich fantastisch“, erklärt die Sextherapeutin Vanessa Marin. Und die muss es wissen, denn schließlich hat sie die Finishing School: Learn How To Orgasm gegründet.
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Der sexuelle Höhepunkt kann aber nicht nur Auswirkungen auf deine körperliche, sondern auch auf deine mentale Gesundheit haben, sagt Dr. Rachel Needle, eine lizensierte Psychologin und Leiterin des Modern Sex Therapy Institutes. Der Hormonrausch bei einem Orgasmus und besonders die Ausschüttung von Oxytocin (aka das Kuschelhormon) und Dopamin (aka das Glückshormon) sorgen direkt für gute Laune, so Marin.
Außerdem trägt die sexuelle Befriedigung zu deiner Lebensqualität bei, so Dr. Needle. Durch Sex und Masturbation können (Ver-)Spannungen gelöst und die kognitiven Funktionen gesteigert werden. Deshalb kann dir ein Quickie mit deiner Freundin, deinem Freund oder Me-Time mit deinem Lieblingstoy dabei helfen, zumindest für einen kurzen Moment deine Probleme und Pflichten zu vergessen.

Was du dir immer wieder bewusst machen musst ist: Sex kann auch ohne Orgasmus sehr schön sein und sich positiv auf deine Stimmung, deine Selbstsicherheit und deine Körperwahrnehmung auswirken.

Das klingt alles einfach fantastisch – wenn du Orgasmen bekommen kannst. Das ist allerdings nicht immer der Fall: Nur 33 Prozent der deutschen Frauen kommen regelmäßig beim Sex; 10 bis 15 Prozent leiden an Anorgasmie. Kommst du nie (oder nur sehr selten), kann es gut sein, dass dich das Thema Höhepunkt eher traurig macht oder dich stresst. Der Druck, beim Sex einen Orgasmus zu bekommen, ist sehr hoch – leider. „Druck ist ein häufiger Grund für Blockaden und Orgasmusprobleme“, erklärt Marin. Was du dir immer wieder bewusst machen musst, ist: Sex kann auch ohne Orgasmus sehr schön sein und sich positiv auf deine Stimmung, deine Selbstsicherheit und deine Körperwahrnehmung auswirken. Er kann sogar Stress reduzieren (wenn du dir nicht selbst welchen machst, weil du denkst, du müsstest unbedingt kommen), so Dr. Needle.
Fazit: Sex kann eine gute Möglichkeit sein, Körper und Geist etwas Gutes zu tun. Bei ernsthaften psychischen Problemen rät Dr. Needle allerdings, sich an eine*n Therapeut*in zu wenden. Gemeinsam könnt ihr einen umfassenden Plan erarbeiten und deine Themen Schritt für Schritt angehen, so Marin. Orgasmen sind wundervoll, aber bei einer lähmenden Depression werden sie dir leider kaum helfen können.
Bist du mental gesund, können sie dagegen richtig viele Vorteile mit sich bringen. Wenn das kein Grund ist, mal wieder einen kompletten Sonntag im Bett mit deinem Lieblingsmenschen zu verbringen oder dir bei der nächsten Gelegenheit ein neues Spielzeug zu gönnen!
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