So schraubst du deinen Kaffeekonsum runter, ohne allzu sehr darunter zu leiden

Photographed by Sophie Hur.
Einige von uns (mich miteingeschlossen) können sich nicht vorstellen, auch nur einen einzigen Tag ohne einen (oder drei) frischgebrühte(n) Kaffee zu starten. Er ist nun mal nicht nur Teil unserer Morgenroutine, sondern macht uns auch munter und glücklich – sind wir mal ehrlich: Mit Koffein im Blut sind wir einfach bessere Menschen.
Aber wie alles Schöne in dieser Welt, bringt der übermäßige Konsum unseres Lieblingsgetränks leider auch ein paar nicht ganz unwichtige Nachteile mit sich: Im Grunde ist Koffein nämlich wie eine Droge. Und wie alle Drogen, macht es abhängig. Wenn du zu viel Koffein zu dir nimmst, könnte das irgendwann dazu führen, dass die chemische Zusammensetzung in deinem Körper darunter leidet. Vor allem der Dopaminausschuss könnte dadurch beeinflusst werden, erklärt Dr. Robert Graham, Mitgründer von FRESH Med, einer integrativen Gesundheitspraxis in New York City.
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Dazu kommt, dass du irgendwann eine gewisse Toleranz gegenüber Koffein aufbaust, wodurch du nach und nach immer größere Mengen davon zu dir nehmen musst, um den typischen Energie-Boost zu spüren. Solltest du wiederum zu viel Koffein auf einmal zu dir nehmen, hat das Schlaflosigkeit, Angstzustände, Sodbrennen und/oder einen unregelmäßigen Puls zur Folge. (Kurze Anmerkung am Rande: Studien haben gezeigt, dass jeder Mensch Koffein unterschiedlich schnell abbaut, sodass “zu viel“ für jede Person also etwas anderes bedeuten kann.)
Natürlich hat Koffein, neben dem energiespendenen Faktor, auch viele weitere Vorteile: Es senkt den Blutdruck, fördert die Verdauung, wirkt schmerzlindernd bei Kopfschmerzen und reduziert sogar das Risiko, an Diabetes zu erkranken, sagt Dr. Graham. Wenn du aber wirklich das Gefühl hast, du überlebst den Tag nicht mehr ohne, ist es vielleicht doch an der Zeit, etwas weniger davon zu konsumieren – und wer weiß, vielleicht brauchst du es irgendwann überhaupt nicht mehr.
Damit dir der Verzicht leichter fällt und du nicht mit Entzugserscheinungen zu kämpfen hast, habe ich Dr. Graham gebeten, uns seine besten Tipps und Tricks mit auf den schweren Weg zu einem koffeinfreien Leben zu geben. Diese habe ich dir im Folgenden zusammengetragen. Viel Glück!

Vermeide einen kalten Entzug

Ehrlich, lass es sein! Solange du nicht auf ärztlichen Rat hin komplett darauf verzichten sollst, gibt es keinen logischen Grund einen kalten Koffeinentzug zu machen. Bestimmt weißt du ja auch noch wie du dich gefühlt hast, als du mal einen ganzen Tag lang keinen Kaffee oder keine Softdrinks trinken konntest – nicht gut, stimmt’s?
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Ein kalter Entzug bringt viele unangenehme Nebenwirkungen mit sich. Dazu zählen Müdigkeit, schnelle Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und sogar Gehirnnebel, ein Symptom, das vermutlich durch kleine Entzündungen im Gehirn hervorgerufen wird und unter anderem auch zu den oben genannten Nebenwirkungen beitragen kann. Manche Menschen könnten sich beim absoluten Verzicht auf Koffein sogar krank fühlen, meint Dr. Graham.

Mach langsam

Laut Dr. Graham, solltest du ungefähr vier Wochen für den Entzug einplanen. Lass dir also ruhig Zeit mit der Reduzierung deines Konsums. Sagen wir du trinkst normalerweise drei Tassen Kaffee am Tag, dann versuche in der ersten Woche nur noch zweieinhalb zu trinken, in der zweiten dann etwas weniger als zwei und so weiter – et voilà, irgendwann brauchst du überhaupt keinen Wachmacher mehr.

Versuch es mit Tee als Ersatz

Werde ein Tee-Fan! Hol dir eine schöne Teekanne und durchstöbere die Supermarktregale nach neuen kreativen Sorten, rät Dr. Graham. Viele Tees, vor allem Kräutertees, beinhalten so gut wie oder sogar gar kein Koffein, was für deinen Entzug natürlich perfekt ist.
Integriere Tee in deine Routine und trinke davon so viel, wie du normalerweise Kaffee oder Softdrinks trinken würdest.

Trink entkoffeinierte Varianten deiner Lieblingssorten

Wenn du den Geschmack von Kaffee sehr gerne magst, dann hilft es dir vielleicht, entkoffeinierten zuzubereiten, sagt Dr. Graham. Dasselbe gilt auch für Softdrinks. Mittlerweile gibt es von allen auch eine Variante ohne Koffein zu kaufen.

Versuch's mit Sport

Eines der Hauptgründe, warum sich Menschen gern mit Koffein vollpumpen, ist der Energieschub, den sie dadurch kriegen. Den gleichen Effekt hat aber auch ausreichend Bewegung!
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Es ist auch völlig egal was du tust. Die Hauptsache ist, du bewegst dich. Geh Joggen oder mach Yoga vor dem Fernseher, sogar ein paar Hampelmänner am Morgen reichen schon aus. Durch die Bewegungen wird Dopamin in deinem Körper ausgeschüttet und das gibt dir die nötige Kraft, den Tag mit Elan zu starten.

Geh früher ins Bett

Nichts lässt dich mehr von Koffein träumen, als ein schlechter Nachtschlaf. Zumindest während der Periode, in der du weniger Koffein zu dir nimmst, solltest du darauf achten, genügend zu schlafen. Dr. Graham rät dir deshalb, früh ins Bett zu gehen und immer sieben bis acht Stunden in der Nacht zu schlafen.  
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