Ist der G-Punkt eine Lüge? 3 Expertinnen antworten

Vom G-Punkt hast du bestimmt schon mal gehört – und für die Bekanntheit dieses vermeintlichen „Orgasmus-Knopfes“ aller Menschen mit Vagina haben wir dem deutschen Gynäkologen Ernst Gräfenberg zu danken, der ihm auch seinen Namen („Gräfenberg-Zone“, umgangssprachlich „-Punkt“) gab. 1950 schrieb Gräfenberg in einem recht unbekannten sexualwissenschaftlichen Medizin, er habe eine Stelle gefunden, die – wenn sie denn richtig berührt wurde – Frauen garantiert zum Orgasmus bringe. Gräfenbergs Bericht schlug aber nicht gerade ein wie eine Bombe. Tatsächlich wurde er weitestgehend ignoriert, bis ihn die Wissenschaftlerin Alice Ladas im Jahr 1982 wiederentdeckte, die erogene Zone, von der er sprach, „G-Punkt“ taufte und darüber in ihrem Buch schrieb: Der G-Punkt – das stärkste erotische Zentrum der Frau.

Seitdem ist die Existenz dieser Zone enorm umstritten. Einige Sexualforscher:innen und -pädagog:innen schwören auf sie, andere wiederum sind fest davon überzeugt, sie sei nichts als ein Mythos. Die Wissenschaft ist da keine Hilfe: Es gibt Indizien für beide Standpunkte. 2012 behauptete eine Studie im Journal of Sexual Medicine, es gäbe den G-Punkt, und beschrieb auch noch auf den Millimeter genau seine Position. Im selben Jahr untersuchte eine andere Gruppe Forscher:innen alle G-Punkt-Studien zwischen 1950 und 2011 und kam zu dem Schluss, dass die Beweise für seine Existenz nicht ausreichten. Es gäbe einfach kein eindeutiges Indiz für diese erogene Zone.

Dennoch glauben viele Sexualpädagog:innen auch heute noch fest an den G-Punkt und können dir oft sogar genau sagen, wie du ihn findest – und wie du ihm die tiefste sexuelle Befriedigung entlockst (Winkle deinen Finger an und mach eine „Komm her“-Geste!). Wir hätten es aber gern etwas konkreter; also haben wir mit einigen Expert:innen über den kontroversen G-Punkt gesprochen. 

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