8 mögliche Gründe für Schmerzen in der Brust

Foto: Alexandra Gavillet
Du willst dir morgens den BH anziehen, eine Kaffeetasse aus dem Regal nehmen oder einfach nur die liebste Kollegin zur Begrüßung umarmen und plötzlich, wie aus dem Nichts, bemerkst du einen Schmerz in der Brust. Das ist nicht nur unangenehm, sondern auch besorgniserregend – besonders, wenn du keine Ahnung hast, was dahinter steckt.
Glücklicherweise gibt es aber meistens keinen Anlass zu größeren Sorgen, sagt Dr. Raquel B. Dardik vom NYU Langone Medical Center. Brustschmerzen, das hat sich herausgestellt, kommen sehr viel häufiger vor und sind oftmals viel harmloser als du vielleicht denkst. „In den allermeisten Fällen ist es kein Krebs“, so Dr. Dardik. Deshalb sollten wir zunächst alle erst einmal tief ein- und ausatmen. Bei kurzzeitigen Schmerzen können körperliche Aktivität, bestimmte Medikamente oder der Menstruationszyklus beispielsweise der Auslöser sein.
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Wenn du jedoch häufig Schmerzen in der Brust hast, sie plötzlich und sehr stark auftreten oder du möglicherweise sogar einen Knoten spürst, solltest du umgehend deinen Arzt oder deine Ärztin konsultieren.
In der Slideshow stelle ich dir einige mögliche Gründe vor, die für deine Brustschmerzen verantwortlich sein könnten.
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photographed by Eylul Aslan.

Zysten



Zysten an der Brust sind keine Seltenheit und müssen auch nicht immer mit Schmerzen einhergehen. Solltest du aber welche spüren, liegt das wahrscheinlich daran, dass sie das Gewebe der Brust reizen.

Zysten müssen nicht unbedingt behandelt werden, es sei denn, sie verursachen Schmerzen. Wenn du glaubst, der Grund für deine Beschwerden sind die Zysten, solltest du deinen Arzt oder deine Ärztin auf jeden Fall einen Blick darauf werfen lassen. Diese*r lässt die Zyste dann austrocknen und der Schmerz ist verschwunden. Hast du öfter Probleme mit Zysten, kannst du sie mit der Antibabypille unter Kontrolle bringen.
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Stress



Auch Stress ist ein häufiger Grund für Schmerzen in der Brust. Emotionaler Stress beispielsweise kann zu einem Ungleichgewicht im Hormonhaushalt führen, was dann für zyklische Brustschmerzen sorgt – auch, wenn du deine Tage gar nicht hast.

„Brustschmerzen können sich aufgrund der Hormonveränderungen, die in Zeiten von Stress auftreten, verstärken oder ihr Muster ändern“, heißt es laut dem Forschungszentrum John Hopkins Medicine. Ein Schmerz der in beiden Brüsten auftritt könnte einfach nur hormonell verursachter Schmerz sein. Hormone haben in der Regel nämlich auf beide Brüste im gleichen Maß Einfluss.

Wenn du schon eine Zyste oder klumpiges Brustgewebe hast, kann Stress die Symptome verstärken, was auch den Schmerz verschlimmert. Versuche, Möglichkeiten im Alltag zu finden, Stress abzubauen. Das könnte die Schmerzen zumindest etwas lindern.
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Nerven



Es gibt viele Erkrankungen, die durch die Nerven verursacht werden. Einige davon sorgen auch für Brustschmerzen. Meistens gehen sie aber mit weiteren Symptomen einher, erklärt Dr. Dardik. Nackenschmerzen durch einen eingeklemmten Nerv können sich beispielsweise auf Schulter und Arme ausbreiten. Und eine Krankheit wie Fibromyalgie (Faser-Muskel-Schmerzen) verursacht im ganzen Körper Schmerzen.

Wenn du also nur Brustschmerzen hast, liegt das höchstwahrscheinlich nicht an deinen Nerven. Lässt dich das ungute Gefühl aber trotzdem nicht in Ruhe und du willst wirklich sicher sein, dass alles okay ist, kann dein Arzt oder deine Ärztin Test durchführen, um dir Gewissheit zu geben.
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Foto: Rockie Nolan.

Deine Periode



„Zyklische Brustschmerzen kommen und gehen mit der Monatsblutung“ und werden häufig durch hormonellen Veränderungen während der Periode verursacht, erklärt Dr. Dardik. Dabei reagieren manche Frauen sensibler auf Hormonschwankungen als andere, was dazu führt, dass sie die Schmerzen konstanter empfinden.

Klassisch ist eine verstärkte Druckempfindlichkeit, die je nach Frau* schon sieben bis zehn Tage vor Einsetzen der Periode spürbar ist. Dieser Schmerz ist jedoch relativ klar definiert, da er nach der Monatsblutung wieder aufhört.

Auch während der Menopause und in der Schwangerschaft treten vermehrt Brustschmerzen und Spannungsgefühle im Busen auf.
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Foto: Jessica Nash.

Medikamente



Jedes Hormonpräparat – vor allem die Antibabypille – kann Brustschmerzen verursachen. Das ist, so Dr. Dardik, eine natürliche Reaktion des Körpers auf Hormonveränderungen abseits der biologischen Norm. Auch wenn der Mechanismus dahinter noch nicht genau erforscht ist, konnte über viele Jahre hinweg festgestellt werden, dass Brustschmerzen oft mit der Einnahme von hormonhaltigen Medikamenten zusammenhängen. Diese Präparate können beispielsweise auch in Mitteln enthalten sein, die Frauen gegen Bluthochdruck, Haarausfall oder Akne einnehmen.

Auch bei der Einnahme von Antidepressiva sind Brustschmerzen eine der häufigsten Nebenwirkungen.
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Foto: Lauren Perlstein.

BHs



Ein gut sitzender BH ist die halbe Miete, denn laut Dr. Dardik kann eine suboptimale Passform sehr schnell zu punktuellen Schmerzen führen. Etwa, wenn der Bügel zu stark gegen das Brustgewebe drückt.

Schmerzen in der Brust, die durch den BH verursacht werden, kommen „oft bei Frauen mit großer Oberweite vor sowie bei denjenigen, die bewegungsintensiven Sport treiben, wie etwa Laufen“, so Dr. Dardik. Es ist also enorm wichtig, seinen Brüsten den richtigen Halt zu bieten, ob beim Sport, am Strand oder im Alltag.
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Foto: Lauren Perlstein.

Workout



Apropos Sport: Neben dem fehlenden oder falschen Sport-BH kann es tatsächlich auch die Art des Sports sein, die zu Schmerzen in der Brust führt. Es gibt zwei Muskeltypen, die in der Brust für unterschiedliche Schmerzen sorgen können. Zum einen gibt es den großen Brustmuskel, der unterhalb der Brust liegt und bei dem es beispielsweise durch Bankdrücken auch zum Muskelkater kommen kann. Wenn er schmerzt, weißt du, was zu tun ist: pausieren, kühlen und gegebenenfalls Schmerzmittel nehmen.

Der zweite Brustmuskel ist der kleine, der direkt zwischen den Rippen liegt. Er befindet sich unter dem Fettgewebe des Busens und kann gereizt oder sogar entzündet sein. Behandeln kann man diesen Schmerz mit Schmerzmitteln. Vorbeugend kannst du aber auch regelmäßig Dehnübungen machen.
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Foto: Alexandra Gavillet.

Infektionen



Stillende Mütter haben häufig Infektionen in der Brust. Sie können im Brustgewebe entstehen oder durch einen Milchstau, der wiederum eine Ansammlung von Bakterien verursacht.

Aber auch Frauen, die nicht stillen, können Brustinfektionen bekommen, auch wenn das in der Regel seltener passiert. Oftmals ist eine solche Infektion das Resultat von äußeren Wunden, etwa einer Verletzung der Brustwarze durch ein Piercing.

Ein Symptom für eine Infektion kann vor allem der Schmerz sein, der sich wirklich nur auf eine Stelle konzentriert, so Dr. Dardik. Vor allem im Bereich der Brustwarze sind untypische Rötungen und erhärtetes Gewebe ein klassisches Anzeichen. Zudem können grippeähnliche Symptome wie Übelkeit und Fieber auftreten.

Wenn du eine Infektion bei dir vermutest, solltest du umgehend zum Arzt gehen. Denn bei einer fehlenden Behandlung kann ein schmerzvoller Abszess entstehen, der noch schwieriger zu behandeln ist als eine Infektion. In der Regel kann diese nämlich mit Antibiotika und Hausmitteln, wie etwa heißen oder kalten Kompressen, behandelt werden.
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