Diese Tweets beschreiben psychische Erkrankungen in 5 Worten

Illustration: Anna Jay
In den vergangenen Jahren haben sich Stigmata rund um psychische Erkrankungen ein wenig gelöst, unter anderem weil Betroffene in den Sozialen Medien offen über ihr Leiden sprechen und sich untereinander austauschen. Besonders junge Leute sind eher gewillt als die vorangegangene Generationen, ihre Erfahrungen online mit anderen zu teilen und die so wichtige Unterhaltung am Laufen zu halten. Trotzdem ist der Weg stets ein langer bis mentale Gesundheit der physischen gleichgestellt sein wird, also bis es gesellschaftlich akzeptiert sein wird, Depressionen und andere Erkrankungen am Arbeitsplatz und in anderen professionellen oder höflichen Unterhaltungen anzusprechen.
Deswegen ist es so wichtig, dass der Dialog on- und offline weitergeführt wird und sich daraus Bewegungen mit großer Reichweite ergeben. Der momentan trendende Hashtag #MyMentalHealthIn5Words hilft dabei. Dahinter verbirgt sich das, was man vermutet: Beschreibe deine psychische Verfassung in 5 Worten. Betrachtet man die Beiträge als ein Ganzes, erschließt sich ein Bild, das die gesamte Bandbreite menschlichen Emotionen abdeckt. Manche geben Tipps, („Hat sich seit Self-Care verbessert“, „Besser, seit ich Facebook gelöscht habe“), teilen ihre Arten der Bewältigung, („Ich maskiere Schmerzen mit Nettigkeit“, „Ständig Krieg mit mir selbst“ , „Jeden Morgen nicht aufwachen wollen“), berichten wie es ist, auf der anderen, weniger dunklen Seite wieder herauszukommen („Ich wünschte, ich hatte vorher Hilfe geholt“) und andere sind bitter ehrlich zu sich selbst und erkennen an, dass sie professionelle Hilfe bräuchten, sich aber fürchten danach zu fragen. Sollte es dir ähnlich gehen, wende dich bitte an eine der untenstehenden Einrichtungen oder wähle eine der Telefonnummern um dich wenigstens zu informieren, welche Art der Therapie oder Behandlung für dich die richtige ist. Sich selbst einzugestehen, dass man von professioneller Hilfe profitieren könnte, ist schwer – wahrscheinlich sogar sicher einer schwersten Schritte auf dem Weg zu mentaler Gesundheit. Vielleicht ist dein erster Schritt, einen Tweet mit dem Hashtag #MyMentalHealthIn5Words zu verfassen.
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Die kostenlose Telefonseelsorge erreichst du 24 Stunden lang kostenlos unter der 0800 - 111 0 111 oder 0800 - 111 0 222. Im Internet kannst du dich außerdem auf Psychenet unverbindlich informieren.
Bei akut benötigter Hilfe, wende dich bitte an das ärztliche Bereitschaftstelefon unter der 116 117.
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