Das Konzept „Friends with benefits“ hat sich verändert & das ist gut so

Foto: Savana Ogburn.
Eine neue Umfrage zeigt, dass sich das traditionelle „Friends with benefits“-Modell („FWB“, hierzulande zum Beispiel auch als „Freundschaft plus“ bekannt) immer weiter verändert. Was früher nach dem Motto „Sex ohne Verpflichtungen“ lief, sieht heute anders aus – und die „benefits“ sind längst nicht mehr nur der Sex.
Beziehungen, Affären, One-Night-Stands… unser Blick auf sexuelle Kontakte bietet uns immer mehr neue Perspektiven. Kein Wunder also, dass FWBs einen ähnlichen Weg einschlagen. Der Begriff selbst kursiert dabei schon seit ein paar Jahrzehnten und bedeutet auch heute noch mehr oder weniger dasselbe: eine nicht-monogame, nicht-verpflichtende, lockere sexuelle Beziehung.
Die neue Studie vom Affären- und Seitensprung-Portal Ashley Madison ergab jetzt aber, dass sich FWB-Beziehungen langsam von dem Fokus auf körperliche Intimität abwenden. Von den 2.066 Befragten gaben 71 Prozent an, sie hätten eine FWB-Beziehung. 52 Prozent dieser Menschen gefielen an dieser Beziehung am meisten die kurzen, unterhaltsamen Dates mit ihren FWB-Partner:innen, während 27 Prozent angaben, ihr liebster Teil der FWB-Beziehung sei es, gemeinsam viel tolle Zeit zu verbringen.
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Ich glaube, unsere Freundschaft ist dadurch nur stärker geworden.

Penny, 23
Die 23-jährige Penny ist jetzt seit fast vier Jahren in einer FWB-Beziehung. Was ihr daran am meisten gefällt? „Wir haben viel Spaß zusammen.“ Und dieser Spaß wird durch die körperliche Nähe der beiden nur noch vertieft.
„Wir sind beide vielbeschäftigte Leute und haben [durch die FWB-Beziehung] trotzdem eine Beständigkeit – ganz ohne die Erwartungen einer monogamen Beziehung. Regelmäßig mit derselben Person zusammen zu sein, hilft dir dabei herauszufinden, was er oder sie mag, braucht oder sich wünscht. Das bereichert die Erfahrung insgesamt“, erzählt sie.
In Pennys FWB-Beziehung kommt zu der sexuellen Verbindung eben noch eine starke Freundschaft hinzu. „Wir haben auf dem Grundstein unserer Freundschaft viel Vertrauen, Respekt und Verständnis füreinander aufgebaut. Das erleichtert uns die Kommunikation und sorgt dafür, dass wir gemeinsam mit viel Spaß und in einem sicheren Umfeld Neues ausprobieren können“, sagt sie. „Zwar haben wir beide Angst, unsere Freundschaft könnte daran zerbrechen, wenn [unser FWB-Arrangement] enden sollte. Ich glaube aber, unsere Freundschaft ist dadurch nur stärker geworden.“
Pennys Erfahrung passt zu den Ergebnissen der Umfrage: Respekt und Vertrauen bestimmen mit, wie erfolgreich eine „Friends with benefits“-Beziehung sein kann. Laut der Studie ist regelmäßiger Sex weiterhin der größte Vorteil einer FWB-Beziehung (meinen 81 Prozent der Befragten), doch sind vielen auch die nicht-sexuellen Vorzüge immer wichtiger. 70 Prozent der Befragten nannten beispielsweise gegenseitigen Respekt als großes Plus dieser Beziehung, 67 Prozent schwärmten davon, jemanden zu haben, dem sie vertrauen können, und 66 Prozent gaben an, sich über die sexuelle Experimentierfreudigkeit zu freuen.
Eine Studie von 2017 im Magazin Archives of Sexual Behaviour ergab, dass die FWB-Paare am glücklichsten waren, die Kommunikation und Opferbereitschaft zu schätzen wussten. Von den 171 Student:innen, die daran teilnahmen, waren diejenigen am glücklichsten, die mit „Ja“ auf Statements antworteten wie: „Ich denke eher darüber nach, wie etwas ‚uns‘ als Paar als ‚mich‘ als Individuum beeinflusst“, und: „Ich fühle mich gut dabei, Opfer für meine:n FWB-Partner:in einzugehen“. 
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Weniger traditionelle Beziehungen werden immer beliebter. Mittlerweile ist klar, dass Nicht-Monogamie so viel mehr ist als bloß ein Trend. Und im Gegensatz dazu, was uns Filme wie „Freunde mit gewissen Vorzügen“ glaubhaft machen wollen, müssen solche Beziehungen nicht zwangsläufig mit einem explosiven Streit oder einem hyperromantischen Happy End ausgehen.
„Abgesehen davon, dass wir einfach nicht so füreinander empfinden, wünschen wir uns ganz verschiedene Dinge vom Leben und unseren zukünftigen romantischen Beziehungen“, meint Penny auf die Frage, ob sie und ihr:e FWB-Partner:in je eine feste Beziehung miteinander eingehen würden. Zwar gibt es in einer FWB-Beziehung viele Regeln – letztlich funktionieren diese Guidelines aber am besten, wenn sie ganz individuell besprochen werden.
„Unsere Situation passt uns einfach richtig gut, und ich finde nicht, dass du mit jemandem traditionell ‚zusammen‘ sein musst, um eine authentische, tiefe Verbindung zu ihm oder ihr haben zu können.“
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