„Wer zu viel Süßes isst, kriegt Diabetes“ – & andere Mythen

Weltweit haben etwa 415 Millionen Menschen zwischen 20 und 79 Jahren Diabetes mellitus. In Deutschland sind es etwa 6,7 Millionen, von denen wiederum 2 Millionen noch nichts von ihrer Erkrankung wissen.
Bei einer dermaßen weit verbreiteten Krankheit (sie wird nicht ohne Grund als Volkskrankheit bezeichnet) würde man doch eigentlich davon ausgehen, dass zumindest ein gewisses Grundwissen vorhanden ist. Leider ist das aber nicht der Fall und so spuken immer noch viel zu viele Mythen durch die Gesellschaft, die es erklären und zu beseitigen gilt – und das fängt schon bei der Definition der Krankheit an.
Vereinfacht gesagt ist Diabetes eine chronische Stoffwechselerkrankung, die Menschen mit dauerhaft erhöhtem Blutzuckerspiegel haben – und der entsteht wie folgt: Durch die Nahrung nimmst du Kohlenhydrate auf, die im Magen und in der Leber in Glukose umgewandelt werden und anschließend in den Blutkreislauf gelangen. Bei gesunden Menschen sorgt jetzt das in der Bauchspeicheldrüse gebildete Insulin dafür, dass die Glukose von den Muskel- und Fettzellen aufgenommen werden kann und sich der Blutzuckerspiegel senkt. Bei Personen mit Diabetes gibt es allerdings Probleme mit dem Insulin, so dass der Blutzuckerspiegel steigt.
Es gibt verschiedene Formen der Zuckerkrankheit und dadurch auch unterschiedliche Behandlungsmethoden. Typ 1 und 2 sind dir vielleicht bekannt, 3 und 4 kennen dagegen meist nur wenige Menschen.
Während Betroffene des Typ-1-Diabetes selbst kein Insulin mehr produzieren können (und es sich deshalb spritzen müssen), wird beim Typ-2-Diabetes weniger Insulin produziert (weshalb er, zumindest zu Beginn der Krankheit, mit gesunder Ernährung und Bewegung behandelt wird). Die dritte Variante fasst Erkrankungen mit unterschiedlichen Ursachen, wie Tumoren, Bauchspeicheldrüsenerkrankungen, genetischen Defekten und Operationen zusammen. Die letzte Art wird auch Schwangerschaftsdiabetes genannt und betrifft jährlich rund 22.000 Schwangere in Deutschland.
Die vielleicht problematischste Annahme ist, Diabetes sei selbstverschuldet – etwa durch den übermäßigen Konsum von Zucker. Tatsächlich ist die Krankheit viel komplexer, warnt die Endokrinologin Dr. Rekha Kumar: „Es ist sehr schwer, den Blutzuckerspiegel unter Kontrolle zu bekommen, selbst wenn du immer ‚das Richtige‘ isst“. Vorurteilige Schlüsse zu ziehen, ist also wie immer keine gute Idee. Das gilt nicht nur für diesen Mythos, sondern auch für die folgenden sieben weiteren Missverständnisse, die Menschen in Bezug auf Diabetes haben.
In der Slideshow nehmen wir einige der am weitesten verbreiteten Irrglauben genauer unter die Lupe.

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