6 Anlässe, um deine Beziehung zu überdenken

Illustration: Abbie Winters.
Die meisten Menschen in einer monogamen Beziehung – und mit einem gesunden Verständnis von Verantwortung und Grundsätzen – wachen nicht einfach irgendwann auf und denken sich, „Heute habe ich Lust meinen Partner zu betrügen.“ Zumindest wäre das wünschenswert. Aber sogar Menschen in „gesunden“ Beziehungen gehen fremd. Diversen Studien zufolge, geben bis zu 60% von Verheirateten zu, früher oder später mal untreu gewesen zu sein. Und eine Gemeinsamkeit vieler von ihnen ist, dass sie von sich immer behauptet haben, sie würden es nie tun.

„Die Wahrheit ist, dass Untreue nicht einfach so passiert“, sagt Mira Kirshenbaum, klinische Direktorin des Chestnut Hill Institut für psychologische Forschung. „Eine Affäre ist fast immer die Folge eines Sturms von unerfüllten Erwartungen, Hoffnungen, Bedürfnissen, der sich über lange Zeit zusammen gebraut hat. Das alles führt einen oft in die Arme einer dritten Person.“

Natürlich ist Monogamie nicht für jeden Menschen die perfekte Partnerschaft. Aber wenn es die Route ist, die man einschlagen will, sollte man kurz in sich gehen und überlegen, ob man sich mit den folgenden Anzeichen identifizieren kann, denn sie sind oft Schlüsselfaktoren, die auf eine mögliche Bereitschaft fremdzugehen hinweisen. Wenn man eins oder mehrere Verhaltensweisen erkennt, sollte jedoch niemanden die Panik packen, sondern alles offen mit dem Partner besprechen.
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Vielleicht befürchtest du, dass er schlecht von dir denkt, wenn du ihm offenbarst, was du gerne ausprobieren würdest. Oder du hast Angst, dass sie genervt mit den Augen rollt, wenn du anfängst davon zu sprechen, dass eure Bindung durch neue Bettgeschichten gestärkt werden könnte. Aber seine Bedürfnisse und Wünsche für die gemeinsame Beziehung geheimzuhalten, ist mitunter der wichtigste Grund für Menschen, warum sie fremdgehen – ihren Bedarf decken sie dann anderweitig, sagt Kirshenbaum.
Es verhält sich hier vom Schema her ein bisschen wie in Bilderbuch-Klischees: Männer holen sich den Sex, der ihnen in ihrer Beziehung fehlt, bei anderen und Frauen bekommen ihre emotionale Stabilität außerhalb der Beziehung, die ihnen diese Aufmerksamkeit nicht gibt.
„Es handelt sich hierbei oft um Sachverhalten, die man durchaus miteinander bewältigen kann, aber einer von beiden ist oft zu beschämt oder ängstlich, um mit der Sprache herauszurücken, deshalb suchen sie sich andere, außenstehende Personen, die diese Lücke füllen,“ so Kirshenbaum.
Wenn du also in irgendeinem Bereich eurer Beziehung Leere empfindest, geht es hauptsächlich darum, das klar und sachlich mit deinem Partner oder deiner Partnerin zu besprechen, denn Geheimhaltung verursacht langfristig meist nichts als Verletzung und Unmut. Und Gedanken lesen kann schließlich auch niemand!
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Natürlich kann man sich gelegentlich bei Freunden darüber auslassen, dass sie sich mal wieder ans Telefon geht, wenn ihr eigentlich gerade in trauter Zweisamkeit seid, oder dass er ständig und überall seine Mails checkt. Dampf ablassen ist menschlich und gesund. Es ist jedoch etwas anderes, wenn du deine bessere Hälfte ob ihrer Reinlichkeit ermahnst oder mit Hinz und Kunz über all ihre Macken sprichst. „Lästern ist bereits eine Form des Betrugs“, sagt Kirshenbaum. „Es zeigt, dass einem die Achtung vor dem Partner fehlt.“ Es sind kleine Akte der Illoyalität, die einen abstumpfen lassen und den Weg des Fremdgehens begünstigen.
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Laut einer Studie der US-amerikanischen Seite AshleyMadison.com, die offiziell Partner zum Fremdgehen vermittelt, ist der Großteil der registrierten Männer und Frauen 29, 39, 49 oder 59 Jahre alt.
Zu Beginn eines neuen Jahrzehnts kannst du schon mal in eine kleine Identitätskrise geraten. Das kannst du umgehen, indem du dir Ruhe gönnst und reflektierst – darüber, was du geschafft hast und was du noch verbessern möchtest – bevor du in Panik gerätst. Du kannst auch einen Deal mit dir selbst: Du bleibst einfach für immer 29!
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Mit Notlügen meinen wir nicht das nette Lächeln, das du aufsetzt, wenn dein Freund den Braten mal wieder zu lange im Ofen lässt. Solche kleinen, netten Schwindeleien um die Gefühle deines Gegenübers zu schonen sind durchaus angebracht und gesund. Andere, wiederum, die dich schützen oder decken, sind nicht in Ordnung. Menschen, die immer wieder kleine Notlügen erfinden, tendieren laut einer psychologischen Studie eher dazu, fremdzugehen. Je mehr Lügen du also erzählst, und je öfter du damit davonkommst, desto mehr sinkt deine Hemmschwelle, deinen Partner oder deine Partnerin wirklich zu hintergehen. Die Lösung: klare, ehrliche Kommunikation.
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Wenn du dich nicht verbrennen willst, solltest du der Flamme fern bleiben. Doch manchmal ist die Versuchung nur allzu groß – und leicht: Am Arbeitsplatz lernt man sich schnell unter so legitimen Umständen kennen, dass man oft gar nicht merkt, was sich da nebenbei aufbaut. „Ein bisschen zu Fantasieren ist absolut in Ordnung. Im Kopf fremdzugehen ist eben nur so sehr Betrug, wie das Träumen vom Schokokuchen Diätbruch bedeutet. Wenn die Fantasien jedoch anfangen Form anzunehmen und immer detaillierter werden, sollte man sich dessen bewusst sein, dass man sich unter Umständen schon mitten im Teufelskreis befindet“, warnt Kirshenbaum. Man sollte also Maßnahmen erfreiden: keine Gruppenprojekte zu zweit mit dem heimlichen Flirt und außerberufliche Treffen vermeiden.
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Jeder Mensch hat Makel. Dich jedoch auf die Macken und Fehler deines Gegenübers festzufahren, macht 1. keinen Sinn und ist 2. ein Anzeichen dafür, dass etwas ganz anderes in eurer Beziehung schiefläuft. Vor allem Vergleiche sind das tödlichste zwischen zwei Menschen, die einander eigentlich die wichtigsten sein sollten. Zudem führt der Fokus auf Makel nur zu einem Teufelskreis von negativen Gedanken und Reaktionen, da man grundsätzlich an jedem und allem etwas auszusetzen haben kann.
Kirshenbaum erzählt außerdem, dass es oft nicht einmal die Macken sind, die einen eigentlich nerven. Das Problem läge öfter noch an einem selbst. Wenn du also merkst, dass du deinen Partner oder deine Partnerin mental bis ins kleinste Detail analysierst, solltest du eine Pause einlegen und darüber nachdenken, ob sich nicht ein tiefergehender Grund hinter deiner Unzufriedenheit steckt.
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