Akupressur: Die nadelfreie Version der Akupunktur

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Massagen sind für mich das Nonplusultra in Sachen Entspannung. Solange ich einfach nur daliegen und bei entspannender Musik richtig durchgeknetet werden kann, geht's mir verdammt gut.
Manchmal reicht allerdings eine einfache Wellness-Massage nicht aus – besonders, wenn ich so richtig verspannt und gestresst bin. Und deswegen habe ich letztens mal nach Alternativen gesucht und bin dabei zufällig auf das Thema Akupressur gestoßen. Das ist eine Technik, die in der traditionellen chinesischen Medizin schon seit 2000 Jahren Verwendung hat. Bei der Akupressur werden, wie bei der Akupunktur, bestimmte Stellen im Körper stimuliert. Der Einzige Unterschied? Hier benutzt man Finger anstelle der Nadeln. Die heilenden Kräfte sind ähnlich wie bei der Akupunktur, nur etwas weniger effektiv.
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Es gibt 361 Akupunkturpunkte am ganzen Körper, sagt der lizensierte Akupunkteur William Kaplanidis. Durch die Stimulation kannst du verschiedene Dinge bewirken, zum Beispiel Stress abbauen oder die Verdauung verbessern.
„Durch die Stimulierung dieser Punkte kannst du die Organe in deinem Körper oder verschiedene Systeme wie das Immun- oder Atmungssystem beeinflussen.“ Zwar gilt die Akupunktur genau wie die Akupressur immer noch als alternative Medizin, doch in letzter Zeit haben immer mehr Studien die Wirksamkeit dieser Behandlungen bei bestimmten Krankheiten bestätigt.
Eine Studie der Charité in Berlin hat zum Beispiel belegt, dass Akupressur Regelschmerzen verringern kann. 60 Prozent der Teilnehmerinnen erlebten nach sechsmonatiger Eigentherapie eine 50 prozentige Verringerung der Schmerzintensität. Andere Forschungen aus Rochester zeigten, Krebspatient*innen, die Akupressurarmbänder trugen, haben seltener mit Übelkeit zu kämpfen.
Kaplanidis empfiehlt, für Akupressur-Behandlungen auf jeden Fall nur zugelassene Akupunkteur*innen aufzusuchen. Damit verringerst du das Risiko, durch eine ungeübte Hand verletzt zu werden. Aber selbst bei den Expert*innen entstehen durch den Druck, der auf den Körper ausgeübt wird, an manchen Stellen leichte Blutergüsse (die sind aber völlig normal).
Und mit etwas Übung kannst du Akupressur sogar an dir selbst anwenden, meint Kaplanidis. Frag einfach deine*n Akupunkteur*in für Tipps und Tricks. Natürlich ist die Behandlung bei einem Experten oder einer Expertin noch viel angenehmer, aber es alleine, zuhause und kostenlos auch machen zu können, ist doch ein guter Deal!

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