Das Ende einer Liebe: So kommst du über die Trennung hinweg

Illustrated by Aimee Sy
Ein gebrochenes Herz fühlt sich wie ein kleiner Weltuntergang in deinem Mikrokosmos an. Vielleicht schien eben noch alles gut; vielleicht bröckelte es bereits, wie der Putz am Fenster einer Altbauwohnung. So oder so: Dein Leben steht plötzlich Kopf und du wirst aus deinem Alltag rausgerissen und auf den mit Tränen überfluteten Boden der Herzschmerz-Tatsachen zurückgeholt.
Auch, wenn es zunächst unmöglich scheint, sich von dem Tief zu erholen, wird es irgendwann besser – versprochen! Zugegeben, eine Trennung ist nun wirklich kein Zuckerschlecken. Es fühlt sich beschissen an, alleine im kalten Bett zu liegen und dem oder der Ex nicht von all den aufregenden Abenteuern des Tages erzählen zu können.
Werbung
Doch nun die gute Nachricht: Es ist wirklich nicht das Ende der Welt. Irgendwann geht’s bergauf und so wie eine fast vertrocknete Pflanze, die du ordentlich gießen musst, damit sie wieder strahlt, erholst auch du dich wieder. Es gibt sogar einige Tricks, wie du den Heilungsprozess beschleunigen kannst. Fernab von unbrauchbaren Floskeln wie „Andere Mütter haben auch schöne Söhne (oder Töchter)“, haben wir mit Experten gesprochen, die wirklich wissen, was hilft. Vom Neurowissenschaftler bis hin zum Meditationsguru: Sie alle haben gute Tipps parat, was so lange als Pflaster für dein gebrochenes Herz wirkt, bis es nicht mehr weh tut.
1 von 5
Schon klar: Dich mit deinen Emotionen auseinander zu setzen und den Schmerz zu fühlen, ist wichtig – aber alles hat seine Grenzen. „Wir müssen uns nicht ständig unserer Gefühle bewusst sein, denn sie können uns auch lähmen“, erklärt Dr. Jessica Zucker, Psychologin aus Los Angeles.

Des Problems Lösung? Ablenkung! „Lern eine neue Sprache, geh raus und beweg dich, hab Spaß und erlebe Abenteuer“, rät Dr. Zucker. All das befreit deinen Kopf und lässt dein Gehirn die Trennung zeitweise vergessen. Doch auch Vorsicht ist geboten: Jeden Abend bis zur Erschöpfung zu feiern, ist nur eine temporäre Ablenkung und heitert kurzfristig auf – auf lange Sicht gesehen, ist das Verhalten jedoch eher selbstzerstörerisch.
2 von 5
Ein Aspekt, der die Trennung so unerträglich macht, ist der scheinbar niemals endende Schmerz und die Aussicht, dass du für immer der Beziehung nachtrauern wirst. Schluss damit! Wenn diese Gedanken in deinem Kopf kreisen, atme einmal tief ein und aus und sag zu dir selbst: Es wird besser. Um genauer zu sein in drei Monaten. Denn laut einer Studie des Journal of Positive Psychology, braucht es für die meisten Leute drei Monate, bis sie eine Trennung überwunden haben.

Für die Studie wurden 155 Studierende befragt, die sich in den vergangenen sechs Monaten von ihrem Partner oder ihrer Partnerin getrennt haben. Mittels Interviews fanden die Wissenschaftler heraus, dass 71% der Befragten nach elf Wochen wieder fröhlich gestimmt waren. Zudem stimmten sie eher positiven Statements wie „Ich habe viel über mich selbst gelernt“ und „Ich bin als Person daran gewachsen“, zu.

Und die Moral von der Geschicht’: Da kommst du auch hin – und zwar schneller, als du denkst.
Werbung
3 von 5
Ein Freund, ein guter Freund, das ist der größte Schatz, den's gibt, heißt's so schön im Volksmund. Und darin steckt eine gehörige Portion Wahrheit. Denn: Sie sind das Bepanthen für deine Risse im Herzen. Den Grund dahinter kennt Dr. Zucker: Jedes Mal, wenn du dich einer Person nah fühlst, schüttet dein Körper Oxytocin aus, auch bekannt als „Kuschelhormon“. Und diese Person muss nicht zwangsläufig ein Partner oder eine Partnerin sein.

Ob du bei Wein auf dem Sofa deiner besten Freundin sitzt und sie tätschelnd deine Hand hält, während du dein Herz ausschüttest, oder ihr bei Netflix und Pizza chillt – je mehr Zeit du mit Menschen verbringst, die dir nahestehen, desto besser wirst du dich fühlen.
4 von 5
Es fällt nicht leicht, die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Doch indem du Frieden mit deiner Trennung schließt, öffnest du dich deinen Gefühlen und baust gleichzeitig das Fundament deiner Zukunft.

In den meisten Beziehungen haben beide Parteien ihren Teil, der zur Trennung führte, beigetragen. Deswegen bringt es dich nicht weiter, wenn du dich stundenlang umher wälzt und nach den Gründen oder Schuldzuweisungen suchst. Zurückreisen ist auch im Jahr 2k17 noch nicht möglich und von daher wirst du nichts ändern und die Gegenwart beeinflussen können.

Fokussiere dich stattdessen auf dich selbst und überlege dir, was du nun mit deinem Leben anfangen möchtest. So schwer es auch vorstellbar sein mag: Die Erde dreht sich weiter, die Sonne geht beständig auf und unter und es ist nur diese Phase des Lebens, die mit dicken Regenwolken überschattet ist. Doch nach einer Weile werden sie sich weiterziehen.
5 von 5
Eine Möglichkeit, wie du auf deine Gefühle klar kommen kannst, ist, sie einfach niederzuschreiben. Oder du gehst sogar einen Schritt weiter und formulierst einen offenen und ehrlichen Brief an deine oder deinen Ex. Dr. Olubukonla Kolawole, Psychiaterin aus New York, rät, aufzulisten, wofür man dankbar ist und welche Aspekte der Beziehung einen enttäuscht haben. „Der Brief ist eine Chance, mit der Vergangenheit abzuschließen und sich zu verabschieden. Zudem können alle Dinge gesagt werden, die man sich vorher nicht getraut hat, oder ungeklärt blieben“, sagt sie.

Zunächst kannst du den Brief einfach mit der Intention schreiben, ihn eigentlich eh niemals abzuschicken. So lässt du dich besser auf deine Gefühle ein. Oder aber du gehst in einen schönen Schreibwarenladen, kaufst dir ein hübsches Notizbuch und hältst darin alles fest, was dich bewegt. Hoch lebe das gute, alte Tagebuch. Das Gute daran: Nur du bist in deiner Geschichte eingeschlossen und niemand wird urteilen. Alles ist also erlaubt. Jegliche Wut, Trauer und Ängste, fügen sich zu deinem eigenen Roman, mit dem du die Wirklichkeit verarbeitest.
Werbung

Mehr aus Sex & Relationships

Watch

R29 Originals