Von asexuell bis polyamor: Lexikon der sexuellen Orientierung

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Beim Begriff „sexuelle Orientierung“ denken die meisten wahrscheinlich erst Mal nur an die vier bekanntesten Formen – lesbisch, schwul, hetero- und bisexuell – und an die Abkürzung LGBT: lesbian, gay, bisexual und transgender (wobei transgender die Geschlechtsidentität und nicht die sexuelle Orientierung beschreibt). Manche wissen vielleicht auch, dass am Ende des Akronyms häufig noch ein Q steht, das für queer steht, seit Kurzem auch immer öfter ein –IA für inter- und asexuell. Bevor wir uns hier aber verhaspeln, gehen wir noch einmal zurück auf Anfang.
Ihren hohen Bekanntheitsgrad haben diese Wörter den Medien zu verdanken, denn hier werden sie besonders oft verwendet – wobei oft immer noch zu selten ist. Im wirklichen Leben ist das Spektrum der sexuellen Orientierung nämlich deutlich größer und es ist höchste Zeit, dass wir über darüber reden. Nachfolgend haben wir eine Übersicht mit einigen der wichtigsten Begriffe und ihren Definitionen zusammengestellt. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wir werden sie regelmäßig updaten. Schließlich verändert sich unsere Sprache ständig, sie wird inklusiver und das betrifft natürlich auch die Begriffe der sexuellen Orientierung.
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Sexuelle Orientierung/Sexualität: Eine Person fühlt sich dauerhaft körperlich, romantisch und/oder emotional zu einer anderen Person hingezogen. Sexuelle Orientierung ist nicht das Gleiche wie Geschlechtsidentität: Transgender Personen können heterosexuell, lesbisch, schwul, bisexuell oder queer sein. Ein Beispiel: Eine Person, die mit einem Penis auf die Welt kam, heute jedoch als Frau lebt und sich zu Männern hingezogen fühlt, kann sich selbst als heterosexuelle Frau beschreiben.
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Schwul: Das Adjektiv beschreibt eine sich als Mann verstehende Person, die sich dauerhaft körperlich, romantisch und/oder emotional zu einem anderen als Mann lebenden Menschen hingezogen fühlt. Den Begriff „Homo“ solltest du vermeiden. Er ist veraltet und wird von lesbischen und schwulen Menschen als abwertend oder despektierlich verstanden.
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Lesbisch: Das Adjektiv beschreibt eine Frau*, die sich dauerhaft körperlich, romantisch und/oder emotional zu einer anderen Frau* hingezogen fühlt. Den veralteten, despektierlichen Begriff „Homo“ solltest du auch hier vermeiden, genauso Ausdrücke wie etwa „Kampflesbe“.
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Bisexuell, bi: Eine Person fühlt sich körperlich, romantisch und/oder emotional zu männlichen wie weiblichen Personen hingezogen. Die Art und Weise sowie die Ausprägung kann sich im Laufe des Lebens verändern. Bisexuelle Personen müssen nicht zwingend mit beiden Geschlechtern bereits sexuelle Erfahrungen gemacht haben, um bisexuell zu sein. Tatsächlich müssen sie überhaupt gar keine sexuellen Erfahrungen gemacht haben und können sich dennoch als bisexuell identifizieren – wann wussten heterosexuelle Menschen beispielsweise, dass sie heterosexuell sind? Doch nicht erst seit dem ersten Kuss mit einem anderen Geschlecht, oder?
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Queer: Ein Adjektiv, das von manchen Menschen – vor allem jüngeren – verwendet wird, deren sexuelle Orientierung nicht ausschließlich heterosexuell ist (Bsp.: eine queere Person, eine queere Frau). Manche Menschen empfinden die Begriffe lesbisch, schwul und bisexuell einschränkend und/oder mit kulturellen Assoziationen behaftet, die nicht auf sie zutreffen. Viele Personen sagen von sich, sie sind queer und haben zusätzlich noch eine andere sexuelle Orientierung (Bsp.: queer und lesbisch). Früher galt der Begriff als abwertende Bezeichnung, aber irgendwann forderten ihn LGBTQ-Personen zurück, um sich zu beschreiben. Dennoch handelt es sich nicht um ein universell akzeptiertes Wort – auch nicht in der LGBT-Community. Das Q am Ende von LGBTQ bedeutet trotzdem meist queer und nicht questioning (fragend).
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LGBTQ: Ein Akronym, das für lesbische, schwule, bisexuelle, transgender und queere Personen steht. Das Q am Ende interpretieren manche als ‚questioning‘. Oft wird aber auch LGBT und/oder GLBT verwendet.
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Asexuell: Ein Adjektiv, das Menschen beschreibt, die keine sexuelle Anziehungskraft verspüren.
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Aromantisch: Ein Adjektiv, das Menschen beschreibt, die keine romantische Anziehung verspüren.
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Heterosexuell: Ein Adjektiv, das Personen beschreibt, die sich körperlich, romantisch und/oder emotional zu einer Person des anderen Geschlechts hingezogen fühlen.
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Homosexuell: Ein Adjektiv, das Personen beschreibt, die sich körperlich, romantisch und/oder emotional zu einer Person des gleichen Geschlechts hingezogen fühlen. Achtung: Viele Lesben und Schwule lehnen den Begriff ab, weil er aus einer Zeit stammt, in der er vor allem medizinisch gebraucht wurde und demzufolgend abwertend klingen kann.
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Coming-out: Ein lebenslanger Prozess der Selbstakzeptanz. Menschen akzeptieren zunächst ihre LGBTQ-Identität und erzählen dies möglicherweise im nächsten Schritt anderen. Die eigene Identität mit der Öffentlichkeit zu teilen kann zum Coming-out gehören, muss es aber nicht.
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Geoutet: Eine Person, die sich selbst als LGBTQ identifiziert – im Privaten, in der Öffentlichkeit und/oder im Berufsleben.
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Closeted: Eine Person, die nicht offen über ihre sexuelle Orientierung oder ihr Geschlechtsidentität spricht. Manche Personen outen sich vielleicht gegenüber einigen Menschen in ihrem Leben, aber nicht gegenüber allen, weil sie Angst vor Zurückweisung, Belästigung, Gewalt oder ähnliche Sorgen haben.
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Androsexuell: Eine Person fühlt sich zu Personen egal welchen Geschlechts vor allem sexuell, ästhetisch und/oder romantisch hingezogen, die sich männlich präsentieren.
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Bicurious (von engl. curious – neugierig): Ähnlich wie bei questioning (engl. fragend) Personen erkunden bicurious Personen, ob sie sich zu Personen gleichen oder anderen Geschlechts hingezogen fühlen.
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Demiromantisch: Personen, die erst romantische Anziehung empfinden, wenn eine starke emotionale oder sexuelle Verbindung mit der Partnerin/dem Partner vorhanden ist.
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Demisexuell: Personen des asexuellen Spektrums, die nur in bestimmten Situationen sexuelle Anziehung verspüren können – wie beispielsweise, wenn sie eine starke emotionale oder romantische Beziehung aufgebaut haben.
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Dyke (engl. in etwa Kampflesbe): Wurde früher und wird auch jetzt teilweise als abwertend verstanden. Einige Frauen nutzen ihn mittlerweile als positive Selbstbezeichnung. Du solltest aber auf keinen Fall jemanden Dyke nennen, wenn du nicht weißt, was die Person über den Begriff denkt.
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Faggot (engl. in etwa Schwuchtel): Wurde früher und wird auch jetzt teilweise als abwertend verstanden. Einige Männer nutzen ihn mittlerweile als positive Selbstbezeichnung. Du solltest aber auf keinen Fall jemanden Faggot (oder Fag) nennen, wenn du nicht weißt, was die Person über den Begriff denkt, und dich vor allem dann eher zurücknehmen, wenn du selbst nicht schwul bist.
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Femmesexuell/gynosexuell: Eine Person fühlt sich zu Personen egal welchen Geschlechts vor allem sexuell, ästhetisch und/oder romantisch hingezogen, die sich weiblich präsentieren.
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Polyamor/polyamorös: Beschreibt Menschen, die einvernehmliche Beziehungen mit mehreren Partner*innen haben. Polyamore Personen sprechen offen mit ihrer Partnerin/ihrem Partner darüber, sexuelle und/oder emotionale Beziehungen mit anderen Personen zu haben oder haben zu wollen. Sie legen Grundregeln fest und können Beziehungen mit monogamen Menschen führen.
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Skoliosexuell: Personen, die sich hauptsächlich sexuell, romantisch und/oder ästhetisch zu genderqueeren, transgender und/oder nichtbinären (Menschen, die sich weder als Frau noch als Mann identifizieren) Personen hingezogen fühlen.
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