25.000 € Jahresgehalt: Eine Woche als 25-jährige Praktikantin in Köln

Willkommen bei Money Diaries! Einem Format, in dem wir das allgegenwärtige Tabu Geld angehen. Wir fragen echte Menschen, wie sie ihr hart verdientes Geld sieben Tage lang ausgeben – und verfolgen jeden Cent. Diese Woche: Eine 25-jährige Praktikantin auf Jobsuche in Köln.
Beruf: Praktikantin im Recruiting
Branche: Lebensmitteleinzelhandel
Alter: 25
Ort: Köln
Jahresgehalt (Brutto): ca. 25.000 €
Monatliches Einkommen (Netto): 1.287 €
Anzahl deiner Mitbewohner:innen: 2
Pronomen: sie/ihr
Ich bin 25 Jahre alt und seit Anfang des Jahres mit meinem Masterstudium fertig. Ich habe BWL studiert und mich danach entschieden, für sechs Monate ein Praktikum im Recruiting zu machen. Daher arbeite ich seit März in Köln und bin dafür in eine Dreier-WG gezogen. Da sich das Praktikum dem Ende neigt, bin ich aktuell auf Jobsuche und habe einige Vorstellungsgespräche.
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Monatliche Ausgaben

Wie viel Miete zahlst du?
Ich zahle monatlich 563,60 € Miete. Dazu kommen 42,96 € im Monat für Strom und Internet und auf den Monat gerechnet ungefähr 6,12 € für GEZ.
Zahlst du einen monatlichen Kredit oder Ähnliches ab?
Nein.
Hast du etwas gespart – wenn ja, wie viel hast du auf der Seite liegen?
Ich habe etwa 3.000 Euro angespart auf meinem Konto. Außerdem investiere ich monatlich in ETFs und habe Kryptowährungen gekauft. 
Was gibst du noch an monatlichen Fixkosten aus?
Für meinen Handyvertrag zahle ich 8,99 €, fürs Fitnessstudio 15,95 €, für mein Netflix-Abo 12,99 €, für mein Amazon-Prime-Abo 7,49 € und für ein RTL+-Abo 4,99 €, außerdem für meine Apple iCloud 0,99 € im Monat. 
Legst du etwas für deine Rente zurück?
Ich investiere monatlich 200 Euro in insgesamt drei ETF-Sparpläne. Dies dient als meine persönliche Rücklage für meine Rente
Wie hast du dich in der Zeit deines Studiums finanziert und musstest du etwas dafür zahlen?
Ich bin mit meinem Studium fertig. Ich habe meinen BA und MA in BWL gemacht und insgesamt fünf Jahre studiert. Meine Eltern haben mich finanziell unterstützt, allerdings habe ich während meines ganzen Studiums nebenbei gearbeitet (Minijob in der Gastro oder als Werkstudentin), sodass ich mindestens 450 Euro im Monat allein verdient habe. 
Welche Rolle hat Geld in deiner Kindheit gespielt? Wurde in deiner Familie offen über Geld gesprochen?
Wir hatten nie Geldsorgen, wurden aber trotzdem sparsam erzogen. Geldgeschenke (zu Geburtstagen, Weihnachten, etc.) haben meine Eltern mir in jungen Jahren angespart, was ich später genau so weitergeführt habe. Mir war immer bewusst, dass Rücklagen und Sparen wichtig sind, sodass ich nie alles direkt ausgegeben habe. Es wurde immer offen über Geld geredet und bei Konsumgütern (z.B. Klamotten, dem neuesten Handy, Schuhen) wurde sich immer als Erstes die Frage gestellt, ob man diese überhaupt braucht. 
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Wann bist du zu Hause ausgezogen?
Ich bin mit 20 ausgezogen.
Bist du finanziell unabhängig? Und wenn ja, seit wann?
Ich bekomme momentan von meinen Eltern noch 150 Euro als eine Art „Taschengeld“ im Monat, die aber in meine ETF-Sparpläne fließen, sodass ich sie nicht ausgebe. Ich wäre also finanziell unabhängig.
Gibt es jemanden, z. B. aus deiner Familie, der:die in irgendeiner Weise Geld für dich auslegt oder zurücklegt?
Nein.
Was war dein erster Job und wie hast du ihn bekommen?
Ich habe mit 16 Jahren angefangen zu kellnern und es sehr geliebt. Damals hat mich die Besitzerin des Restaurants angesprochen und mir den Job angeboten.
Machst du dir aktuell Geldsorgen?
Geldsorgen mache ich mir aktuell eigentlich keine, allerdings nagt es etwas an meinen Nerven, dass ich noch kein festes Jobangebot auf dem Tisch liegen habe. Ich hoffe, dass sich das in den nächsten Wochen ändert! 
Hast du etwas geerbt oder erzielst du passives Einkommen?
Nein.
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Montag
Um 07:30 Uhr klingelt mein Wecker – nach einem Wochenende, welches ich nur in meinem WG-Zimmer verbracht habe (leider hat mich COVID das 2. Mal erwischt), freue ich mich über die kleinen Dinge: Ich fühle mich topfit und bin sogar froh, arbeiten zu können, da mir dies etwas Abwechslung in meiner Quarantäne bietet. Aber Kopf hoch, heute ist schließlich der letzte Tag.
08:00 Uhr: Ich mache mir einen Kaffee und verschaffe mir einen Überblick über die Woche, indem ich meine neuen E-Mails checke. Da ich schon seit Jahren intervallfaste, fällt für mich das Frühstück weg und ich esse erst mittags meine erste Mahlzeit.
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13:00 Uhr: Ich wärme mir den Rest meines gestrigen Abendessens auf – Nudeln mit Tomaten, Pesto und Käse – es könnte aufregender sein, ich weiß!
17:00 Uhr: Feierabend! Nachdem ich heute auch noch zwei gelungene Vorstellungsgespräche (online!) hatte, habe ich gute Laune und freue mich, morgen endlich aus der Quarantäne raus zu können. Die nächsten zwei Stunden facetime ich mit einer Freundin aus der Heimat.
20:00 Uhr: Ich mache mir zwei Brötchen, die ich noch eingefroren hatte. Glücklicherweise keine weiteren Ausgaben.
21:00 Uhr: Meine Mitbewohnerin springt noch schnell in den Supermarkt vor unserer Haustür und fragt, ob sie mir etwas mitbringen soll. Meine Gelüste sagen mir: Linsenchips! Also bringt sie mir welche mit. Ich paypale ihr 2 €.
Tagesfazit: 2 €
Dienstag
Mein Tag beginnt wie der gestrige – Kaffee mit Hafermilch und der Hoffnung, dass mein Schnelltest heute negativ ist. Damit warte ich aber noch bis nachmittags. 
12:30 Uhr: In meiner Mittagspause backe ich mir zwei Brötchen auf und esse einen Apfel. 
14:00 Uhr: Juhuuu, mein Coronatest ist negativ! Ich fühle mich auch wieder komplett fit und erholt, sodass ich heute nach der Arbeit endlich wieder rausgehen kann. 
18:00 Uhr: Ich treffe mich mit meiner Schwester im Park und wir gehen eine große Runde spazieren. Im Discounter kaufe ich uns auf dem Weg noch etwas zu trinken (1,90 €). Da in meinem Freundeskreis gerade viele von der E-Zigarette Elfbar schwärmen, kommt mir die Idee, dass ich auch eine haben muss. Diese kaufe ich im Kiosk für 10 €. Als uns nach einiger Zeit der Hunger überkommt, kaufen wir im Discounter etwas Brot, zwei Frischkäse-Dips und für jeden noch ein Teilchen (3,48 €). Wir setzen uns in den Park und genießen unser Picknick.
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20:30 Uhr: Da der Abend noch „jung“ ist, beschließen wir, noch ein Getränk in einer Bar zu trinken. Mit Trinkgeld bezahle ich genau 4 €.
Tagesfazit: 19,38 €
Mittwoch
12:30 Uhr: Der Tag und die Woche vergehen wieder wie im Flug! Mein Vormittag füllt sich mit vielen Meetings, sodass ruckzuck Mittagspause ist. Ich gehe in den nächsten Supermarkt und kaufe Nutella, Zitronen und Natron und bezahle 5,13 €. Zum Mittag esse ich das restliche Brot von gestern mit Nutella und Käse (getrennt, nicht zusammen :D) und ehe ich mich versehe ist auch schon 17 Uhr und ich mache Feierabend.
19:30 Uhr: Auf dem Weg zu meiner Freundin springe ich noch schnell in den Rossmann und kaufe neues Deo für 1,95 €. Anschließend treffe ich mich mit einer Freundin und wir gehen erst ein bisschen spazieren und setzen uns anschließend in eine Shisha-Bar. Dort rauchen wir eine Shisha, ich trinke einen Lillet Berry. Da wir ein besonderes Angebot nutzen, bezahlen wir jeweils mit Trinkgeld 11 €. 
Tagesfazit: 18,08 €
Donnerstag
07 Uhr: Die Nacht war nicht die beste, leider habe ich nicht so viel geschlafen, sodass ich meinen morgendlichen Kaffee unbedingt brauche! 
10 Uhr: Ich mache mir Cornflakes, da mich spontan ein Hüngerchen überkommt.
13 Uhr: Ich esse zwei Brötchen mit Frischkäse und Nutella, die ich noch eingefroren hatte. Somit habe ich keine zusätzlichen Ausgaben.
17 Uhr: Da das Unternehmen, bei dem ich heute ein Vorstellungsgespräch gehabt hätte, mich anruft und das Gespräch krankheitsbedingt auf nächste Woche verschiebt, treffe ich mich mit meinen Arbeitskolleg:innen. Wir gehen erst etwas trinken – ich bestelle mir einen Aperol und zahle mit Trinkgeld 7,50 €. Anschließend gehen wir essen. Ich teile mir mit meiner Kollegin Tagliatelle mit Lachs, esse noch einen Beilagensalat dazu und trinke zwei Getränke. Am Ende zahle ich 23,50 €.
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Tagesfazit: 31 €
Freitag
14 Uhr: Ich starte wie jeden Tag in der Woche mit einem Kaffee in den Morgen und mache schon um 14 Uhr Feierabend, da ich noch einige Überstunden habe, die ich abbauen kann. Dann geht es ins wohlverdiente Wochenende! 
15 Uhr: Mit der Bahn fahre ich zu einem Treffpunkt in Köln, an dem mich meine Eltern und meine Schwester mit dem Auto abholen, denn dieses Wochenende besuchen wir meine Oma in Niedersachsen (kleiner Teaser: Bei Oma gibt es immer viel Essen, wer kennt‘s nicht?). Bevor die 3-stündige Fahrt losgeht, kaufe ich meiner Familie noch ein Eis an der Tankstelle und zahle 7,30 €. Im Auto esse ich als Abendessen noch eine Laugenstange und einen Sesamring, die meine Eltern uns gekauft haben. 
20:15 Uhr: Endlich angekommen! Wir verbringen den Abend gemeinsam bei meiner Oma, die uns Chips und Schokolade hinstellt. Ein Tag mit voller Versorgung und ohne viele Ausgaben! 
Tagesfazit: 7,30 €
Samstag
08:30 Uhr: Der Tag startet mit Frühstück bei Oma. Es gibt Brötchen vom Bäcker. 
11 Uhr: Anschließend fahren wir meine Großtante besuchen und gehen danach noch in die nächstgelegene kleine Stadt, ich kaufe eine kurze Shorts für 9,99 €. Im Drogeriemarkt gibts für mich noch eine Sonnenbrille und eine Flasche Wasser (8,65 €). Außerdem finde ich noch sommerliche Schlappen für 16,99 € und kaufe Kaugummis für 2,45 €. 
13 Uhr: Anschließend gehen wir mit der Familie in ein Café. Meine Schwester und ich trinken einen Eiskaffee, den wir erfreulicherweise aber nicht bezahlen müssen, da mein Vater die Rechnung zahlt.
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14:30 Uhr: Wir sind wieder zu Hause und es gibt Kuchen (ich habe ja angekündigt, dass ein Essens-Wochenende auf mich zukommt!). 
18:30 Uhr: Wer hätte es gedacht? Es gibt wieder Essen – wir gehen mit meiner Oma ins Restaurant. Ich esse ein Schnitzel mit Pommes und Salat. Ich brauche nichts zahlen, denn meine liebe Oma bezahlt die Rechnung. 
20 Uhr: Ich gehe mit meiner Schwester spazieren und wir lassen den Abend mit einem wunderschönen Sonnenuntergang ausklingen. 
Tagesfazit: 38,08 €
Sonntag
10 Uhr: Nach dem Frühstück fahren wir nach Hause. Ich fahre mit zu meinen Eltern in meine Heimat.
14 Uhr: Zu Hause angekommen hole ich meinen Freund vom Bahnhof ab, denn der kommt mich bzw. uns besuchen. Wir führen eine Fernbeziehung und sehen uns an den Wochenenden. Gemeinsam verbringen wir den Nachmittag im Garten meiner Eltern, spielen Federball und genießen das Wetter.
19 Uhr: Zum Wochenendausklang bestellen wir noch Pizza. Da mein Vater bezahlt, habe ich wieder keine Ausgaben.
Tagesfazit: 0 € 
Zusammenfassung: 
Essen & Trinken / Gastronomie: 63,46 €
Entertainment: 5,50 €
Kleidung & Kosmetik: 36,88 €
Transportkosten (Bahn, Auto, …): 0 € (aufgrund des aktuell gültigen 9€-Tickets)
Weitere: 10 €
Kosten insgesamt: 115,84 €
Dein Fazit:
Dass der Großteil meines Geldes in der Woche für Gastronomie bzw. Essen und Getränke draufgeht, habe ich mir schon fast gedacht. Normalerweise wäre ich auch zwei oder drei Tage im Büro gewesen und hätte dort in der Kantine gegessen, was meine Ausgaben nochmal erhöht hätte.
Meine Ausgaben für Kosmetik und Kleidung variieren auch sehr stark, da ich mir natürlich nicht jede Woche neue Schuhe kaufe. Was mir besonders auffällt, ist, dass normalerweise der Anteil an Transportkosten viel höher wäre, da ich oft mit der Bahn zu meinem Freund fahre. Diese Woche allerdings nicht, und zusätzlich kommt mir da auch gerade das 9€-Ticket zu Gute.
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