Welchen Einfluss hat die Ernährung auf Endometriose?

Photographed By Daantje Bons.
Abgesehen von den kräftezehrenden Krämpfen und den starken, langanhaltenden Blutungen ist eine der frustrierendsten Dinge an Endometriose, zu wissen, dass es bisher noch kein Heilmittel gibt. Das bedeutet, die 10 bis 15 Prozent aller Frauen, die betroffen sind, müssen lernen, damit zu leben.
Endometriose ist eine chronische Krankheit, bei der Zysten und Entzündungen an Eierstöcken, Darm oder Bauchfell auftreten. Zu den häufigsten Anzeichen gehören schmerzhafte Perioden, Beckenbodenschmerzen zwischen den Blutungen und Schmerzen beim Sex, erklärt Dr. Rebecca Brightman, Gynäkologin und Bildungspartnerin der Endometriose-Plattform SpeakENDO. Allerdings gibt es noch viele weitere Symptome, die die Krankheit mit sich bringen kann. Demzufolge muss auch die Behandlung individuell abgestimmt werden, so die Ärztin.
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Ich kann dir also leider keine Garantie dafür geben, dass dir eine Ernährungsumstellung helfen wird. Aber bei manchen Menschen, die unter chronischen Schmerzen leiden, haben natürliche Behandlungsmethoden oder eine Veränderung des Lifestyles tatsächlich sehr geholfen. Einen Versuch ist es also Wert, oder?
Im Internet findest du ganz verschiedene “Endometriose-Diäten“, aber die meisten zielen darauf ab, die Entzündungen im Körper zu mindern. Endometriose wird manchmal auch als Entzündungskrankheit bezeichnet. Die Idee ist, Nahrungsmittel, die dafür bekannt sind, Entzündungen hervorzurufen, vom Speiseplan zu streichen und so die Symptome zu reduzieren. Und bei einigen scheint es tatsächlich zu helfen, auf eine Vollwerternährung umzusteigen, auf Milchprodukte und industriell verarbeitete Lebensmittel zu verzichten oder sich vegan zu ernähren.
Die Wahrheit ist, es gibt nicht genügend Daten und Fakten zum Thema Endometriose, die eine bestimmte Diät unterstützen und rechtfertigten könnten, sagt Dr. Brightman. Studien zufolge ist die Ernährung zwar ein „potentieller veränderbarer Risikofaktor für Endometriose“, doch „eindeutige Zusammenhänge zwischen bestimmten Nahrungsmitteln und einem Risiko für Endometriose gibt es nicht“. Aber nur, weil bisher keine Beweise gefunden wurden, heißt das nicht, ein holistischer (ganzheitlicher) Ansatz wäre eine schlechte Idee. Im Gegenteil: „Gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung können das allgemeine Wohlbefinden verbessern und bei manchen Frauen sogar die Endometriose-Symptome lindern“, erklärt Dr. Brightman.
Was vielleicht sogar noch wichtiger ist: Manchen Menschen geben alternative Behandlungsmöglichkeiten neue Hoffnung. Sie vermitteln das Gefühl, aktiv etwas tun zu können, statt zuzusehen, wie die Krankheit ihr Leben bestimmt. Diese positive Einstellung kann laut Dr. Brightman sehr hilfreich sein. Auch wenn es also leider keine Wunderdiät gibt, durch die deine Endometriosesymptome wie von Zauberhand verschwinden, hilft es dir vielleicht, irgendetwas zu probieren. Es ist gut möglich, dass sich eine Ernährungsumstellung positiv auf deine Psyche auswirkt und du dich etwas beruhigter und weniger gestresst fühlst – und das ist immer gut für den Körper! „Stress kann zu einem erhöhten Schmerzempfinden führen. Deswegen kann alles, was den täglichen Stress reduziert theoretisch auch die Schmerzen senken“. Das heißt im Umkehrschluss aber auch: Sollte eine strikte Diät bei dir für noch mehr Stress und Trauer sorgen, ist eine Ernährungsumstellung bei dir vielleicht nicht die beste Idee.
Auch wenn es unangenehm oder peinlich sein kann und dich vielleicht etwas Überwindung kostet, es ist extrem wichtig, mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über deine Symptome zu sprechen, sagt Dr. Brightman. Sie oder er kann dir Tipps und Ratschläge geben, wie du die Krankheit behandeln und was du austesten kannst. Und vergiss bei dem Gespräch bitte nicht, alles aufzuzählen, was du bisher schon versucht hast oder aktuell einnimmst – inklusive Nahrungergänzungsmitteln, CBD und der Endometriosediät, die du im Internet gefunden hast. Sonst fehlen deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen unter Umständen wichtige Informationen, die sich auf die Behandlung und die Symptome auswirken könnten.
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