Vereinigtes Königreich: Frauen hamstern wegen Corona Tampons & Binden

Photographed by Meg O'Donnell
Seit dem Ausbruch des Coronavirus ist eine richtige Hamsterkauf-Manie bei den Menschen ausgebrochen. Sie horten Toilettenpapier, Reinigungsmittel, Nudeln und andere Haushaltsprodukte in Mengen, die wohl für ein ganzes Jahr reichen könnten. Im Vereinigten Königreich werden aber noch weitere Dinge vor allem von Frauen in Massen gekauft: Binden und Tampons. Viele Regale in den Supermärkten sind wie leergefegt. Laut einer Studie aus dem Jahr 2018 kann es sich jede vierte Frau dort aber kaum leisten, Produkte für ihre Menstruation zu kaufen. Und da andere jetzt ihre Vorräte bunkern, kaufen sie denen, die nicht horten können, somit alles weg.
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Ihre Wut über die Situation, zeigen viele Frauen in den sozialen Medien. In einem inzwischen viralen Tweet schreibt eine Frau zum Beispiel: „Ich bin in mehrere Supermärkte gegangen und nirgends gab es noch Binden oder andere Hygieneprodukte. Ihr verhaltet euch egoistisch, wenn ihr Binden hortet, während andere Frauen leer ausgehen müssen. Was soll ich machen, wenn ich meine verdammten Tage kriege? Einen beschissenen Vorhang nutzen?“
Auch die 27-jährige Georgia konnte in ihrem Lieblingssupermarkt im Südosten Londons nicht eine einzige Tampon-Packung finden. „Ich war kurz davor, meine Periode zu bekommen und eigentlich kauf ich immer gleich eine große Packung. Aber diesmal waren alle Hygieneartikel weg – Tampons, Menstruationstassen, Tampons.“
Glücklicherweise konnte sie noch welche in einem Kiosk finden. „Gerade für diejenigen, die schauen müssen, wo sie mit dem Geld bleiben, sind Späti-Einkäufe natürlich nicht ideal.“
„Es ist klar, dass die Leute Panik haben. Aber wir müssen ja nicht gleich alles nehmen und anderen nichts übriglassen. Wir müssen an die denken, die sich Hamsterkäufe nicht leisten können oder nicht mehr aus dem Haus können. Teilen und selbstlos sein ist in solchen Zeiten wirklich wichtig.“
Die 35-jährige Bloggerin Sophie Crowley stand auch schon vor leeren Regalen in ihrem örtlichen Supermarkt. „Ich war in der Stadt, um ein paar verschreibungspflichtige Medikamente zu besorgen und Paracetamol und Ibuprofen zu kaufen. Als ich in den Supermarkt ging, bemerkte ich, dass auch die Regale mit den Hygieneprodukten leergeräumt waren. Ich hatte wirklich Mitleid mit den Leuten, die nur einmal pro Woche einkaufen gehen können oder sich Hamsterkäufe einfach nicht leisten können.“
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Weil die Hamsterkäufe im Vereinigten Königreich immer schlimmer werden, haben britische Supermärkte vor kurzem sogar einen gemeinsamen Brief veröffentlicht, in dem sie die Kund*innen auffordern, das Hamstern einzustellen und auf ihre Mitbürger*innen Rücksicht zu nehmen. „Es ist genug für alle da, wenn wir auch zusammenarbeiten“, heißt es darin. Die Einzelhändler erklären, wie eng sie mit den Lieferanten und der Regierung zusammenarbeiten, um mehr Lieferungen in die Geschäfte zu bringen, damit die Regale immer gut gefüllt sind.
In einer E-Mail an die Kund*innen schreibt Mike Coupe, der Chef der Supermarktkette Sainsbury: „Die Regale sind teilweise leer, weil die Nachfrage sehr gestiegen ist. Aber wir haben regelmäßig neue Lagerbestände und tun unser Bestes, um die Regale so schnell es geht aufzufüllen. Bitte denken Sie nach, bevor Sie kaufen und kaufen Sie nur, was Sie und ihre Familie wirklich brauchen.“
Andrew Opie, Leiter des Bereichs Lebensmittel & Nachhaltigkeit beim Britischen Einzelhandelsverband, erklärt gegenüber der Refinery29: „Der Einzelhandel ist sich bewusst, dass die Nachfrage nach bestimmten Produkten gestiegen ist. Man arbeitet eng mit Lieferanten zusammen, um das Angebot dieser Waren zu vermehren und sicherzustellen, dass die Kund*innen die benötigten Waren auch bekommen.“
Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn alle nur so viele Binden und Tampons kaufen, wie sie auch wirklich brauchen, gibt es genug für jede*n! Und das gilt auch für andere Produkte. Und für Deutschland...
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