Neuer absurder Trend: Glitzerbomben für den Intimbereich

Dass Frauen, vor allem junge Frauen, häufig dazu neigen, sich selbst und ihren Körper zu kritisieren, ist weithin bekannt. Das liegt zum einen am noch immer eher patriarchalisch geprägten Schönheitsideal. Zum anderen aber durchaus auch an manchen Frauen selbst.
Ein permanenter Wahn zu Selbstoptimierung und die Neigung zu absurden Schönheitsidealen scheint ein Phänomen unserer Zeit zu sein. Und weil gut nicht mehr gut genug zu sein scheint, muss man sich eben hochschaukeln mit Extremen. Pussy Slapping, Panty Challenge, und nun das neueste Absurdum: Glitzerkapseln für die Vagina.
Richtig gelesen: Kapseln, die vor dem Geschlechtsverkehr wie ein Vaginalzäpfchen eingeführt werden und sich durch Penetration auflösen. Intimsekrete fangen so an, zu glitzern und bekommen angeblich einen angenehmen Geschmack.
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Wir verlinken hier bewusst nicht zu dem Onlineshop, der die sogenannten „Passion Dust Intimacy Capsules“ verkauft. Denn auch wenn die Packungsbeilage nur vor möglichen Asthmaanfällen als Nebenwirkungen warnt, wittern Ärzte wie etwa Dr. Jen Gunter bereits vor den weiter reichenden Folgen: „Bitte schiebt euch kein Glitzer in die Vagina“, warnt Gunter auf Twitter und verlinkt zu ihrem ausführlichen Blogpost. Die Glitzerkapseln könnten die natürliche Vaginalflora angreifen, sie somit schwächen und den Intimbereich sexuell übertragbaren Krankheiten sowie Pilzinfektionen aussetzen.
„Nur weil etwas auf deinen Lippen gut aussieht, musst du es nicht auf deinen Schamlippen ausprobieren“, schreibt die Medizinerin weiterhin und betont, dass bisher kein Vagina-spezifisches Glitzer angemeldet oder getestet wurde.
„Wenn das Glitzer nicht aus Plastik besteht, dann wird es Zucker sein. Und, nun ja, Zucker kurbelt die Produktion an schädlichen Bakterien um ein Mehrfaches an. Studien, die sich mit der Behandlung von bakterieller Vaginose beschäftigen, haben mehrfach festgestellt, dass vaginal verabreichte Probiotika meist nur zu einer Intensivierung der Symptome geführt haben, weil die in den Mitteln enthaltene Glukose die Bakterienproduktion angeregt haben“, fügt sie hinzu.
Die Website hat bereits erwähnt, dass das Glitzer ausverkauft ist. Wir raten euch allerdings davon ab, selbst wenn hier nochmal nachgeliefert werden sollte.

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