Wie sich das Phänomen Phubbing auf unsere sozialen Beziehungen auswirkt

Foto: Mantini Natalia.
Am Nebentisch im Café sitzt ein Pärchen. Beide starren auf ihr Handy, wischen wahllos von links nach rechts. Zwischendurch nippen beide an ihrem Latte Macciato. Von Unterhaltung keine Spur. Eine Situation wie diese ist im Zeitalter von WhatsApp, Instagram & Co. ziemlich austauschbar geworden, wahrscheinlich sogar eins zu eins so in hunderttausenden Haushalten zu sehen - ob morgens am Küchentisch, abends auf dem Sofa oder nachts im Bett. Das Smartphone ist längst bis in unsere intimsten Sphären vorgedrungen.
Nur eben noch kurz die letzten WhatsApp-Nachrichten checken, Facebook-Meldungen überfliegen und noch mal kurz schauen, was auf Instagram so los ist. Das alles kostet uns eine Menge Zeit, wahrscheinlich mehr, als den meisten bewusst ist. Anstatt dem Gegenüber seine volle Aufmerksamkeit zu schenken, sich mit ihm auszutauschen, glotzt man heute lieber stundenlang auf sein Smartphone. Folglich kommt eine natürliche Kommunikation oft nicht mehr zustande, sie wird im wahrsten Sinne des Wortes durch die permanente Unterhaltung mit einem technischen Gerät gestört. Unter Wissenschaftlern wird dieses Phänomen auch als Phubbing bezeichnet – eine Wortneuschöpfung aus „phone“ (Telefon) und „stubbing“ (vor den Kopf stoßen).
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Doch wie ist es eigentlich dazu gekommen, dass das alles wichtiger geworden ist, als eine echte Unterhaltung? Und was sagt es über unsere gesellschaftlichen Verhältnisse aus?
Seit einiger Zeit ploppen vermehrt Studien zu diesen Fragestellungen auf . Forscher der Hankamer School of Business in Texas haben kürzlicherst erneut untersucht, wie sich Phubbing auf soziale Beziehungen auswirkt – sei es auf Partnerschaften, berufliche Beziehungen oder Freundschaften. Dabei kam zunächst heraus, dass sich die meisten Teilnehmer sich im Alltag grundsätzlich nicht durch Phubbing gestört fühlen.
In einer partnerschaftlichen Beziehung sieht es jedoch schon wieder etwas anders aus. „Es zeigte sich, dass wenn ein Partner das Gefühl hatte, von dem anderen 'gephubbed' zu werden, führte das zu Konflikten und Streitereien. Die wiederum hatten zur Folge, dass die Zufriedenheit in der Beziehung abnahm. [...] Diese Unzufriedenheit in der Partnerschaft wirkte sich dann auf das komplette Leben aus und resultierte schließlich in höheren Depression-Levels“ erklärt Studienleiter James Roberts.
Wer das Smartphone seinem Partner vorzieht, sollte wissen, dass das mitunter ein echter Liebeskiller sein kann. Stattdessen vielleicht einfach öfter mal Technik beiseite legen und sich auf wirklich wichtige Themen konzentrieren.
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