12 Frauen verraten, wie viele Sexpartner*innen sie hatten

Illustriert von Sydney Hass.
Vielleicht kannst du die Zahl deiner Sexualpartner an einer Hand abzählen, vielleicht hast du schon vor Jahren den Überblick verloren – oder vielleicht fällst du irgendwo dazwischen. Aber egal wie, diese Zahl sagt oft viel darüber aus, was du über Sex denkst. Es kann kompliziert sein oder einfach – oder wieder etwas zwischen beidem, oft, weil sich unsere Beziehung zu uns selbst oder unseren Partnern mit der Zeit oder von Partner zu Partner ändert. Sex kann bewirken, dass wir uns stark fühlen, aber zu manchen Zeiten kann er uns auch unsere Kraft nehmen. Er kann ein Zeichen der Verbundenheit sein oder nur einfach ein Abenteuer ohne Verpflichtungen.

Die Vielfalt und Bandbreite von Erfahrungen und Gefühlen ist gewaltig. Und auch wenn die Sexualgeschichten von Frauen früher benutzt wurden, um sie zu beschämen oder zum Schweigen zu bringen, ändert sich das inzwischen. An vielen Orten rund um die Welt fordern Frauen im kleinen und großen Maßstab den Ausdruck ihrer Sexualität ein.

Aber um die Sexualpartner herum gibt es immer noch Geheimnisse – viele von uns fühlen sich unwohl, wenn sie daran denken, anderen ihre „Zahl“ zu nennen, und sind sowohl ängstlich als auch neugierig darauf, herauszufinden, wie wir im Vergleich abschneiden.

In Wahrheit gibt es keinen Vergleich. Und es gibt kein Richtig oder Falsch. Aber es ist interessant zu erfahren, wie die Geschichten und Erfahrungen außerhalb unseres eigenen Lebens aussehen. Um darauf etwas tiefer einzugehen – und weil keine zwei Frauen die gleiche Beziehung zu ihrer Sexualität haben –, haben wir zwölf Frauen in ihren Zwanzigern und Dreißigern gebeten, uns von ihrer sexuellen Vergangenheit zu erzählen. Im Folgenden erzählen sie ihre Geschichten mit ihren eigenen Worten.
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Diese 23-Jährige hat mit zehn Männern geschlafen.
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„Ich gebe ‚meine Zahl‘ eigentlich nur dann an, wenn ich im Gespräch direkt danach gefragt werde. Obwohl ich glaube, den meisten Leuten gegenüber (vielleicht abgesehen von meinen Eltern und meinem Chef oder so) würde ich mich nicht unwohl fühlen, wenn ich es ihnen sage. Meine Zahl erfüllt mich durchaus mit einem gewissen Stolz oder dem Gefühl, etwas erreicht zu haben. Allerdings ist die Zahl selbst für mich persönlich nicht mit einem Gefühl der Stärke verbunden. Ich habe mich von bestimmten Situationen, die zu dieser Zahl geführt haben, gestärkt gefühlt, aber ich weiß, dass diese Zahl auch Situationen enthält, in denen ich machtlos war.

Davon abgesehen, sehe ich ‚meine Nummer‘ als nicht verbunden mit den Situationen, aus denen sie entstanden ist, vor allem, weil sie, da ich mehr oder weniger seriell monogam bin, kaum etwas über mein echtes Sexleben aussagt. Und sie hat definitiv keine Auswirkungen auf mich als Person. Trotzdem zähle ich mit (einmal habe ich sogar die ganze Liste in ein Notizbuch geschrieben – das ich danach verloren habe), und finde, dass es wichtig für mich ist, sie zu wissen.“
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Diese 26-Jährige hat mit 36 Männern und Frauen geschlafen.
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„Meine Zahl hatte nie eine besondere Bedeutung für mich. Mein Selbstbewusstsein hing nie davon ab, wie sexuell aktiv ich war, ich glaube, weil Sex für mich nie etwas damit zu tun hatte, ob ich begehrenswert war. Er war entweder unerwartet, ein Ausdruck der Erkundung oder am Ende einer feuchtfröhlichen Nacht. Die meisten Leute habe ich nie wiedergesehen.

Es gab eine Zeit, so mit 18, 19, da habe ich Fremde (Männer) von Craigslist zu mir eingeladen.

Mit 22, als ich gerade nach New York gezogen war, wurde ich neugierig auf die „Erotikparty“-Szene. Das ist wohl die Zeit gewesen, als ich mit den meisten Leuten geschlafen habe und warum ich mir mit der genauen Zahl nicht sicher bin. Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, ob ich oft genug Sex hatte. Es ist einfach passiert, wenn ich Lust drauf hatte.“
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Diese 23-Jährige hat mit zwei Männern geschlafen.
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„Damit meine ich nur 100 % P-in-V, wenn ihr wisst, was ich meine. Wenn ich alle Knutschereien und andere Sachen mitzähle, sind es eher sechs. Ich finde meine Zahl nicht ermutigend, eigentlich hasse ich sie. Ich komme nie aus dem Gefühl raus, dass ich nicht genug Erfahrungen sammle, weil ich ständig in einer „ernsten Beziehung“ stecke. Ich habe immer weniger Partner gehabt als andere – das ist es nicht, was mich stört. Es ist die ernüchternde Aussicht, nie mit jemand anderem Sex zu haben. Das fühlt sich besonders deswegen so blöd an, weil ich eigentlich ein sehr sexualisierter Mensch bin – im Allgemeinen denke ich über Sex mit jedem Menschen nach, den ich sehe. Ich möchte wirklich unverbindlichen Sex ausprobieren, oder zumindest glaube ich, dass ich das will. Aber wie finde ich jemals raus, was ich wirklich will, wenn ich es nie ausprobiert habe?

Und dabei habe ich noch nicht mal erwähnt, dass ich ein paar Ahnungen über meine Sexualität habe, bis hin zu meiner Orientierung, die ich nie weiterverfolgt habe, weil ich seit über vier Jahren in einer Beziehung mit einem Mann bin. Ich werde nicht mit jemandem Schluss machen, den ich liebe, nur weil ich denke, ich würde es vielleicht mal gerne mit einem Typen aus dem Club treiben (nicht, dass ich jemals in Clubs gehen oder im Internet was anderes als Katzen angucken würde), aber ich kann nicht aufhören, darüber nachzudenken.“
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Diese 34-Jährige hat mit zwölf Männern geschlafen.
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„Ich habe die erste Person, mit der ich Sex hatte, geheiratet, und von meinem 17. bis zum 31. Lebensjahr war er mein einziger Partner. Ich habe mich nie besonders für Sex interessiert und habe gedacht, ich käme auch prima durch’s Leben, wenn ich keinen richtigen Sex erlebte. Zu der Zeit habe ich geglaubt, dass wahre Liebe und Freundschaft wichtiger wären als der tatsächliche, lustvolle Sex. Als ich dann anfing, mit anderen Leuten Sex zu haben, war das aufregend, aber nicht intim. Und obwohl es Spaß gemacht hat, hatte ich noch immer nicht dieses verrückte, unglaubliche, natürliche Gefühl dabei – wobei es durchaus dazu beigetragen hat, dass ich mich selbstbewusster fühlte, das mochte ich.

Inzwischen fühle ich mich wohl damit, Sex zu haben und herauszufinden, was ich mag – nicht bestimmte Praktiken zu vollziehen, nur um etwas Neues auszuprobieren. Seit etwa einem Jahr bin ich in einer Beziehung und habe das Gefühl, ich würde zum ersten Mal Sex wirklich genießen. Es ist etwas, worauf ich mich freue (vor ein paar Jahren wäre ich nie darauf gekommen, Sex für etwas zu halten, auf das man sich freuen kann), und ich fühle mich meinem Partner dadurch näher.
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Diese 24-Jährige hat mit 30 Frauen geschlafen.
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„Ich fühle mich mit meiner Zahl richtig wohl und bin glücklich, dass ich diese Erfahrungen gemacht habe. Dadurch, dass ich mit einer Menge Leute geschlafen habe, habe ich viel über mich gelernt – angefangen bei dem, was ich im Bett mag, über die Dinge, die eine langfristige Partnerin haben müssen, bis zu meiner Fähigkeit, mit Fremden intim zu sein (oder nicht). Jetzt bin ich schon seit drei Jahren mit der gleichen Frau zusammen. Sie ist sieben Jahre älter als ich, aber ich habe mit mehr Leuten geschlafen – also habe ich überhaupt nicht das Gefühl, etwas zu verpassen, obwohl wir zusammengekommen sind, als ich noch ziemlich jung war. Ich weiß, wer da draußen ist – ich habe mit den meisten von ihnen geschlafen. Es war gut, das auszuleben.“
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Diese 26-Jährige hat mit vier Männern geschlafen.
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„Ich habe das spirituelle Gefühl, dass mein Körper ein Heiligtum ist. Und je mehr Partner ich habe, desto mehr wird es entweiht. Also möchte ich im Idealfall (obwohl ich eine sexuelle Person bin) meine Zahl ziemlich klein halten. Ich habe nur einmal Sex mit einem Partner gehabt, der nicht mein Freund war. Ich finde, dass der Sex besser ist, wenn man verliebt ist.
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Diese 29-Jährige hat mit 47 Männern geschlafen.
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„Ich bin meiner Zahl gegenüber ziemlich gleichgültig, obwohl ich davon ausgehe, dass sie höher ist als bei den meisten Leuten in meinem Alter. Es ist eigentlich ziemlich interessant, jetzt zurückzuschauen. – In meiner Jugend hatte ich ein paar sexuelle Erfahrungen, in denen ich ganz machtlos war. Ich bin vergewaltigt worden (den zähle ich auch) und hatte eine Menge anderer sexueller Erfahrungen, oft im betrunkenen Zustand, in denen ich wohl Liebe und Bestätigung am falschen Ort gesucht habe.

Aber ich finde, in meinen Zwanzigern waren die sexuellen Erfahrungen wirklich erfreulich. Zeitweise hatte ich eine feste Beziehung, zu anderen Zeiten hatte ich mehrere lockerere Sexualpartner gleichzeitig. Aber zum jetzigen Zeitpunkt weiß ich, was ich will und wie ich es bekomme. Wenn ich Sex habe, möchte ich Spaß oder Zuneigung und bestimme selbst die Regeln.“
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Diese 34-Jährige hat mit sechs Männern geschlafen
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„Ich habe mich mit jeder Person, mit der ich geschlafen habe, verbunden gefühlt. Und auch wenn ich mich bei einem oder zweien ein bisschen schuldig gefühlt habe, habe ich durch jeden etwas über mich gelernt. Ich habe nie mehr als einen Partner gleichzeitig gehabt und hatte auf jeden Fall eine Dürreperiode nach jeder Trennung.“
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Diese 25-Jährige hat mit null Männern und Frauen geschlafen.
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„Viele sind von meiner Zahl überrascht, aber ich bin eigentlich stolz darauf, in einer Welt (und einem Land) eine Null vorzeigen zu können, wo Sex so leicht ausgebeutet wird und oft erwartet wird, dass wir unsere Jungfräulichkeit verlieren, bevor wir das zweite Jahrzehnt beginnen. Manche Leute fragen sich, wie ich so weit kommen konnte, ohne Sex zu haben, aber alles, was ich sagen kann, ist, dass ich nichts vermissen kann, was ich nie erfahren habe. Ich bin mir sicher, dass ich bei der sexuellen Erfahrung aufholen werde, wenn ich so weit bin.“
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Diese 25-Jährige hat mit 25 Frauen geschlafen.
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„Meinen Sexpartnerinnen sage ich auf keinen Fall meine Zahl. Das habe ich nur bei einer Partnerin gemacht, und das war ungefähr damals mit 18. Die Leute scheinen keine Frauen zu mögen, die mehr als fünf bis sieben Partnerinnen hatten. Meistens habe ich nur eine Partnerin gleichzeitig gehabt – höchstens zwei. Es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Zahl meiner Partnerinnen und meinem Selbstbewusstsein, weil ich nie ohne Sex war und mich nicht schäme, dass ich zwei Partnerinnen auf einmal hatte.“
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Diese 26-Jährige hat mit 15 Männern geschlafen.
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„Ich definiere Sex als Eindringen in die Vagina, aber ich zähle zwei Männer mit, mit denen ich häufig Oralsex hatte, bevor ich meine Jungfräulichkeit verloren habe. Diese beiden Beziehungen waren für mich genauso intim und sexuell aufgeladen wie die, bei denen ich tatsächlich Sex hatte.

Mir geht es mit meiner Zahl sehr gut. Ich glaube nicht, dass andere Leute sie bei jemandem meines Alters als besonders hoch oder niedrig bezeichnen würden. Ich sage meinen Sexualpartnern nie, wie viele Partner ich hatte, und ich frage sie nie, wie viele sie hatten. Ich finde es unangenehm und eine blöde Situation, sich auf sowas zu konzentrieren. Ich glaube, meine Zahl spiegelt meine sexuelle Entwicklung wider. Ich habe recht spät angefangen und dann war ich offen für neue Erfahrungen. Dann war ich eine Zeitlang Single, ganz entspannt, aber immer noch wählerisch, mit wem ich auf der sexuellen Ebene landen würde.

Überraschenderweise war die Zahl meiner Sexualpartner auf dem College die niedrigste in meinem Leben, weil ich für drei oder vier Jahre in einer festen Beziehung war. In den letzten beiden Jahren ist die Zahl nach oben geschnellt, weil ich immer Single und in New York geselliger war. Manchmal habe ich Zeiten, wo ich mich nur um die Arbeit und meine Freunde kümmere – dann habe ich Trockenperioden, ohne es wirklich zu merken. Dann fühle ich mich aus irgendeinem Grund zwei Monate lang seltsam gesellig und frech und meine Zahl erhöht sich um drei oder vier. Ich bin mit meiner Zahl zufrieden und glaube nicht, dass es jemals eine Zahl geben wird, die mir so seltsam oder unangenehm vorkommen wird, dass ich sie nicht mehr angeben mag. Es geht mir eher um die Leute, mit denen ich zusammen bin, wie sicher wir sind, und die Erfahrungen, die ich mache.“
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Diese 24-Jährige hat mit sieben Männern geschlafen.
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Illustriert von Sydney Hass.
„Ich war für viele Jahre in einer langen und treuen Beziehung. Nachdem wir beschlossen hatten, eigene Wege zu gehen, habe ich darüber nachgedacht, wie es sein würde, mit einem anderen Mann zu schlafen, nachdem ich mit diesem im Bett so zufrieden war. Direkt nach dieser Trennung, das war die Zeit, in der ich mit den meisten Männern geschlafen habe. In der Gesellschaft gibt es die Ansicht, dass eine Frau umso mehr Klasse hat, je niedriger ihre Zahl ist. Ich finde nicht, dass ich mit sehr vielen Männern geschlafen habe, aber mit dieser Ansicht stimme ich auch überhaupt nicht überein. Frauen haben aus den verschiedensten Gründen Sex, aus guten und schlechten: fehlendes Selbstvertrauen, ein Kontrollbedürfnis, weil sie es fälschlicherweise für Liebe halten, als Stressausgleich, oder wegen eines starken Begehrens und aus Lust. Am Ende haben wir aber alle Sex miteinander, um etwas zu fühlen. Sex ist natürlich und schön; mit ihm kann man sich von innen her frei fühlen.“
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