Wissenschaftler haben herausgefunden, woher der weibliche Orgasmus kommt

FOTO: Zoe Ligon
Der weibliche Orgasmus war bisher nicht nur in vielen Hollywoodfilmen ein Mythos, sondern auch rein wissenschaftlich betrachtet. Der Grund dafür ist simpel:Er ist für die Empfängnis nicht notwendig.

Der Guardian berichtet, dass Wissenschaftler von der Yale University und dem Cincinnati Children’s Hospital die Wurzeln des weiblichen Orgasmus gefunden haben. Sie sollen in der Evolutionsgeschichte liegen. Der Orgasmus sah damals noch anders aus als jetzt: Die Hormonausschüttung war früher eine Voraussetzung für die Fortpflanzung und soll den Eisprung erst bedingt haben. Mit der evolutionären Entwicklung des spontanen Eisprungs, wie wir ihn heute kennen, wurde diese Funktion aber überflüssig.

Soll heißen? Der weibliche Orgasmus ist ein Erbstück aus der Evolutionsgeschichte, das uns erhalten geblieben ist.

Die Position der Klitoris ist dabei entscheidend, erklären die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift JEZ-Molecular and Developmental Evolution: Bei Spezies, deren Eisprung von der Hormonausschüttung durch einen Orgasmus beim Sex abhängt, befindet sich die Klitoris im oder nahe am weiblichen Sexualkanal. Bei allen Spezies mit spontanem Eisprung – wie bei uns Menschen – liegen Klitoris und Sexualkanal weiter voneinander entfernt.

„Es scheint also sehr natürlich zu sein, dass Geschlechtsverkehr nicht automatisch auch einen Orgasmus bedeutet“, so Mihaela Pavličev, Co-Autorin der Studie gegenüber dem Guardian. „Es gibt viele Diskussionen darüber, ob er auch die Verbindung eines Paares stärkt oder Ähnliches – wir können also nicht ausschließen, ob nicht auch Funktionen hinzugekommen sind, nachdem seine Reproduktionsfunktion verloren gegangen ist.“

Den weiblichen Orgasmus nur als evolutionäres Überbleibsel zu bezeichnen, wäre also zu früh: Die Ergebnisse betrachten die Wissenschaftler als Ausgangsbasis, um seine Entwicklung weiter zu erforschen.
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