Was du tun kannst, wenn dich das Ende des Sommers traurig macht

Foto: Renell Medrano
T.S. Eliot hat mal gesagt, der April ist der schrecklichste Monat des Jahres. Ich behaupte, es ist der August. Warum? Weil der Sommer so gut wie vorbei ist, aber das gemütliche Pumpkin-Spice-Latte-Wetter noch auf sich warten lässt. Entweder werden wir noch mal von einer Hitzewelle überrollt, während in den Geschäften das letzte Sommerkleid durch einen Grobstrickpulli ersetzt wird. Oder aber wir werden auf einmal sentimental, weil das womöglich letzte BBQ im Park ansteht.
Laut der Psychologin Dr. Lindsay A. Henderson bin ich übrigens nicht die Einzige, die kurz vor dem Herbsteinbruch so durchhängt. Und dafür gibt es verschiedene Gründe. Viele bedrückt beispielsweise das Gefühl, dass der Sommer zu schnell vorbeiging. „Andere haben Angst vor dem Herbst – entweder, weil sie (oder ihre Kinder) zurück in die Schule oder zur Uni müssen oder einfach, weil sie mit dem Jahreszeitenwechsel nicht klarkommen“, so Dr. Henderson.
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Eine weitere Ursache für deine Traurigkeit könnte deine Sommer-Bucket-List sein. Vielleicht hast du nicht alles geschafft, was draufstand, und willst jetzt alles noch innerhalb weniger Tage erledigen, damit du es von der Liste streichen kannst – als ob es sich um To-dos und nicht um Aktivitäten handeln, die Spaß machen.

Wenn die warme Jahreszeit zu Ende geht – und damit ein weiteres Jahr, in dem du die Liste nicht abarbeiten konntest –, bist du enttäuscht und machst dich deswegen fertig.

Lindsay A. Henderson, PsyD
„Ob bewusst oder unbewusst: Viele nehmen sich für den Sommer zu viel vor. Das ist ganz normal. Wenn die warme Jahreszeit zu Ende geht – und damit ein weiteres Jahr, in dem du die Liste nicht abarbeiten konntest –, bist du enttäuscht und machst dich deswegen fertig“. Zu dem Druck, im Sommer mehr unternehmen und draußen sein zu müssen, kommt der Druck der sozialen Medien, erklärt Dr. Henderson. Auf einmal sind unsere Feeds voll mit Urlaubs- und Festivalfotos und wir geraten in Zugzwang.

Tipps gegen die Traurigkeit

Aber auch wenn du nicht alles unternommen hast, was auf deiner Liste stand, muss dich das Ende des Sommers nicht in ein Loch stürzen. Dr. Henderson empfiehlt, den Übergang in die neue Saison bewusst zu nutzen. Schließlich gehst du nicht eines Nachts im Sommer schlafen und wachst am nächsten Morgen im Herbst auf. Du hast also genügend Zeit, um dich langsam auf die neue Saison vorzubereiten.
„Wenn du in den letzten Wochen wegen deiner Sommeraktivitäten immer lange wach und ständig unterwegs warst, dann beobachte mal deinen Schlaf- und Essrhythmus. Vielleicht helfen dir kleine Anpassungen dabei, dich besser auf die neue Jahreszeit einzustellen“, so Dr. Henderson. „Während des Sommers geht es in vielen Büros ruhiger zu: Irgendwer ist immer gerade im Urlaub und vielleicht fällt auch weniger Arbeit an. Insofern bestimmt der berufliche oder akademische Kalender auch unseren Alltag, wenn wir selbst gar nicht mehr zur Schule oder Uni gehen. Wenn im Herbst dann wieder alle zurück sind, ist das fast wie ein kleiner Neustart“. Und das kann ja auch durchaus etwas Positives sein!
Wenn der Winter generell nicht gerade deine Lieblingsjahreszeit ist, weil dich die Dunkelheit traurig oder depressiv macht oder du einfach nicht mit der Kälte klarkommst, dann leidest du jetzt vielleicht unter Erwartungsangst, sprich: Du hast Angst vor der Angst. In diesem Fall solltest du dir bewusst machen, auf was du dich in den nächsten Monaten freuen kannst. Vielleicht machst du es dir gern auf dem Sofa mit einer heißen Schokolade und einem Buch bequem. Vielleicht freust dich auf kuschelige Pullis, die Laubfärbung, auf Layering oder ganz einfach auf Comfort Food.
Abgesehen davon ist der Sommer ja noch gar nicht vorbei. Ein bisschen Zeit bleibt dir also noch, um ein paar deiner geplanten Aktivitäten in Angriff zu nehmen. Außerdem muss die unbeschwerte Zeit nicht mit dem 1. September (und auch nicht zwingend mit dem 23. September) enden. Laut Dr. Henderson sollten wir den Dinge, die uns im Sommer Spaß gemacht haben, auch im Herbst noch nachgehen. „Verbringe weiter Zeit an der frischen Luft, iss regionales und saisonales Obst und Gemüse und mach einen Wochenendtrip. Überlege dir, was du am Sommer so liebst und versuche es in die goldene Jahreszeit zu übersetzen“.
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