Wieso ich nie wieder wegen der Kolleg:innen einen Job behalte

Illustration: Other Maria.
In unserer Reihe Salary Stories gewähren uns Frauen mit langjähriger Berufserfahrung offene Einblicke in den wohl intimsten Teil des Jobs: das Gehalt. Wir werfen einen ehrlichen Blick in die komplizierte Welt der Vertragsverhandlungen, Gehaltserhöhungen, Beförderungen und Arbeitslosigkeit, in der Hoffnung, damit junge Frauen dazu zu inspirieren, stark für sich selbst einzutreten – und vielleicht auch mal ein paar Risiken einzugehen.

Alter: 29
Wohnort: London
Aktuelle Branche & Jobbezeichnung: Arbeitsplatz-Managerin in der Tech-Branche
Aktuelles Gehalt: 80.500 Euro
Berufserfahrung in Jahren: 11
Einstiegsgehalt: 20.700 Euro
Größter Gehaltssprung aufwärts: von 51.800 zu 80.500 Euro, 2022
Größter Gehaltssprung abwärts: von circa 69.000 zu 32.200 Euro, 2018 – ich wechselte vom Investment-Banking in die Wohltätigkeitsbranche
Größtes Verhandlungs-Bedauern: Ich bereue, dass ich einfach das Gehalt akzeptiert habe, das mir bei meinem vorherigen Job angeboten wurde, anstatt zu verhandeln.
Mir wurden fast 15.000 Euro mehr angeboten, als ich vorher verdient hatte, und die Leute von der Personalabteilung wussten, was ich vorher bekommen hatte – ich wollte nicht gierig wirken.
Ich wechselte damals aus einer wohltätigen Organisation in eine Tech-Firma und erfuhr erst im Nachhinein, dass meine Kolleg:innen viel mehr verdienten als ich.
Als ich ein Jahr später einen neuen Job in einer anderen Tech-Firma annahm, wurden mir dafür rund 23.000 Euro mehr angeboten. Obwohl ich damit superzufrieden war, verhandelte ich trotzdem – und bekam ganze 28.700 Euro mehr.
Bester Gehalts-Tipp: Wenn du unglücklich bist und dich in einem Job nicht wohl fühlst, ändere was! Es gibt so viele Firmen da draußen, in denen man dich mehr wertschätzen wird, die dich stärker herausfordern und dafür auch angemessen bezahlen.
Ich habe zu viel Zeit in Berufen verbracht, die mich langweilten. Dadurch hatte ich irgendwann gar keinen Wind mehr in den Segeln und wurde sogar ein bisschen faul. Ich strengte mich nicht an und hatte kaum Spaß an meiner Arbeit. Trotzdem blieb ich dort, weil ich meine Kolleg:innen so mochte.
Wenn du dann doch den Job wechselst und plötzlich wieder Freude an der Arbeit hast, denkst du dir dann: Wow! Warum habe ich das nicht früher gemacht?
Freund:innen am Arbeitsplatz sind nicht Grund genug, um bei einer Firma zu bleiben. Diese Leute kannst du auch außerhalb der Arbeitszeiten noch treffen – und du wirst auch in einem neuen Job neue Freund:innen finden.

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