Was bedeutet eigentlich das „Om“ beim Yoga?

Illustration: Ivy Liu
Wenn du schon einmal beim Yoga warst, bist du mit diesem Ritual vielleicht vertraut: Einige Lehrer*innen starten oder beenden ihren Kurs gerne damit, dass alle Teilnehmenden im Sprechchor einige Male „Om“ sagen oder summen. Wenn du dich nicht mit Hinduismus beschäftigst, ist das in der Regel dein einziger Berührungspunkt mit diesem ominösen „Om“.

Aber was bedeutet das „Om“ eigentlich?

Sowohl die Silbe als auch das Symbol „Om“ gelten als heilig. Seine Bedeutung geht weit über Sprechchöre in westlichen Yoga-Klassen hinaus.
Om, das auch manchmal Aum ausgesprochen wird, taucht in verschiedenen Umpanishaden auf. Diese sind Teil der Veda, einer Sammlung religiöser Texte des Hinduismus. Om wird darin als ein Mantra verwendet, also ein heiliges Wort, das Verehrung ausdrückt. Es soll vor und nach Gebeten, Meditationen und Gesängen gesprochen werden, um zunächst spirituelle Hindernisse aus dem Weg zu räumen und am Ende des Ritus die darin genannten Vorsätze noch einmal zu bekräftigen. Außerdem wird es bei ähnlichen Ritualen auch im Buddhismus und Jainismus eingesetzt.
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Da es sich hier also um ein verbreitetes Symbol und Mantra handelt, ist die Bedeutung des Om recht weitreichend. In der Regel „a-u-m“ ausgesprochen, sollen der Klang und das Symbol die Einheit der drei Welten des Hinduismus widerspiegeln: der Erde, des Himmels und der Unterwelt. Daneben repräsentiert es die drei Hauptgötter Brahma, Vishnu und Shiva.

Wie sieht das Om-Symbol aus?

Auch die Gestaltung des Om-Symbols gilt als heilig. Jedes Element, ob Rundung, Punkt oder Strich, soll einen Zustand des Geistes widerspiegeln. Die unterste Rundung des Om-Symbols auf der linken Seite steht für den wachen Geist, die Rundung darüber in die entgegengesetzte Richtung symbolisiert den Schlafzustand. Die Rundung rechts repräsentiert den träumenden Geist, und der Punkt oben soll den vierten, unbekannten Zustand des Bewusstseins symbolisieren. Dieser ist so weit von der menschlichen Wahrnehmung entfernt, dass er separat von den anderen Zuständen und durch das Semikolon getrennt dargestellt wird. Somit spiegelt Om alle Bewusstseinsphasen wider.

Warum das „Om“ beim Yoga?

Jetzt, wo wir wissen, was Om bedeutet, gehen wir nochmal zurück zu unserer Yoga-Klasse vom Anfang. Yoga ist ein wichtiger Bestandteil der indischen Philosophie und beinhaltet oft auch Meditationseinheiten. Was in der westlichen Auslegung von Yoga nämlich oft vergessen wird, ist, dass es sich hier weniger um eine Sportart und mehr um eine Übung zur spirituellen Weiterentwicklung handelt. Hier vorher und nachher „Om“ zu sagen, macht also durchaus Sinn.
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