Warum Viele nach dem Sex eine Blasenentzündung bekommen

Photographed by Ashley Armitage.
Auch, wenn dir der Begriff Honeymoon-Zystitis auf Anhieb erst mal nichts sagt, ist es nicht unwahrscheinlich, dass du schon mal davon heimgesucht wurdest – zumindest, wenn du sexuell aktiv bist. Es handelt sich nämlich um die, meist durch Sex verursachte, sogenannte Flitterwochen-Blasenentzündung. Das klingt vielleicht erst mal ganz harmlos oder lustig, aber das ist die Harnwegsinfektion (HTI) nicht wirklich. Und frisch verheiratet musst du auch nicht sein, um sie zu bekommen.

Ursache

Nicht alle HTIs werden durch Sex ausgelöst (deswegen werden sie auch nicht als sexuell übertragbare Infektion klassifiziert), aber Sex steigert laut der Mayo Clinic auf jeden Fall das Risiko einer HTI. Warum? Weil die Infektion durch Bakterien entsteht, die nichts in der Blase zu suchen haben. Durch penetrativen Sex gelangen sie von einem Körperteil (wie dem Po) zum anderen (der Harnröhre). Und dann ist es nur noch ein kurzer Weg bis zur Blase. Genau diese kurze Distanz ist übrigens der Grund dafür, dass Menschen mit einer Vagina öfter an Blasenentzündungen leiden als Menschen mit einem Penis. Bei Letzteren ist die Harnröhre nämlich viel länger. Die Bakterien werden also meist wieder rausgespült, bevor sie eine Chance haben, nach oben zu wandern. Die National Kidney Foundation (eine amerikanische Gesundheitsorganisation mit Fokus auf Nieren und Harntrakt) berichtet, etwa jede fünfte Person mit einer Vagina bekommt in ihrem Leben mindestens einmal eine HTI. Unfair, aber so ist es leider.
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Schuld an der HTI ist, wie schon gesagt, oft der Geschlechtsverkehr. Es liegt also nahe, dass Ärztinnen und Ärzte, die viele Patient*innen mit durch Sex verursachten Infektionen den Euphemismus Honeymoon-Zystitis geprägt haben. Schließlich haben die meisten während der Flitterwochen sehr viel Sex. Allerdings bezieht sich der Begriff nicht nur auf den Strandurlaub nach der Hochzeit, sondern auch auf die Anfangszeit einer neuen Beziehung: die Honeymoon-Phase, so die Gynäkologin Dr. Judith Reichman.

Symptome & Behandlung

So gruselig der Begriff Flitterwochen-Blasenentzündung auch klingt (vor allem in den Ohren frisch Verheirateter oder Verliebter), die Infektion lässt sich gut behandeln. Wenn du also ein brennendes Gefühl in der Blase, Schmerzen beim Wasser lassen und trüben Urin hast, dann ab zur Urologin bzw. zum Urologen (die*der ist nämlich nicht nur für Männer zuständig!) mit dir. Höchstwahrscheinlich bekommst du dann Antibiotika verschrieben und dann geht es dir schnell wieder besser. Oder aber du lässt es erst gar nicht so weit kommen. Es gibt nämlich zwei Dinge, die du machen kannst, um einer Flitterwochen-Blasenentzündung vorzubeugen.
Tipp Nummer 1: Trink viel – und zwar natürlich nicht Alkohol (durch den dehydrierst du nämlich und das macht die ganze Sache nur noch schlimmer), sondern Wasser und Tee.
Tipp Nummer 2: Geh nach dem Sex auf’s Klo. Wenn Bakterien durch den Liebesakt (oder den schnellen Fick – no judgement!) in die Harnröhre gelangt sind, kannst du sie beim Wasser lassen nämlich einfach wieder rausspülen, erklärt Dr. Reichman.
Wenn du nicht gerade besonders anfällig für HTIs bist und du dich an diese beiden Tipps hältst, brauchst du keine Angst vor Honeymoon-Zystitis haben – auch nicht, wenn du wirklich viel Sex hast.
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