Wie Pornos das Sexleben von Frauen beeinflussen

Photo: Micheal Beckert
Frauen sehen sich Pornos an – das ist kein Geheimnis und zum Glück auch kein Tabuthema mehr. Das liegt vor allem daran, dass die Pornoindustrie sich dank sogenannter „ethischer Pornos” und feministischer Regisseur*innen nun auch verstärkt mit der Befriedigung von Frauen auseinandersetzt. Pornos sind nicht mehr nur für Männer und doch wird weiterhin sehr wenig über die potenziellen negativen Auswirkungen von Pornos auf Frauen geredet.
Es ist mittlerweile bewiesen, dass Männer, die zu viele Pornos schauen, unter Potenzstörungen leiden oder sexuell unzufrieden sein können. Was viele aber nicht wissen ist, dass Frauen mit ähnlichen Problemen konfrontiert sind. So kann man auch als Frau eine Art Pornosucht entwickeln.
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Selbst der gelegentliche Pornokonsum kann sich auf unsere geistige Gesundheit, das Sexualleben und die Partnerschaft auswirken, wie eine neue Studie nahe legt. In einem Bericht der britischen Zeitung The Sun äußerten Forscher der University of New Brunswick in Kanada die These, dass Pornos Frauen dazu verleiten können „sexuell unrealistische Erwartungen“ an ihre Partner*innen zu haben.
Bei der Studie nahmen 1.000 Erwachsene teil – zwei Drittel davon waren junge Frauen. Die Teilnehmer*innen füllten einen Online-Fragebogen aus und beschrieben, wie oft sie sich Pornos ansahen, von welchen Einflüssen sie sich beim Sex ablenken ließen, wie sie ihre Genitalien wahrnahmen und welche Erwartungen sie an sich und ihre Partner*innen hatten.
Das Ergebnis: Die Studie fand heraus, dass Pornos Frauen dazu verleiten können, im Bett zu viel von ihren Partner*innen zu erwarten und das fin der Folge zu Enttäuschungen führen könne. „Bei einem Porno wird der Penis oft digital oder kosmetisch verändert und wirkt dann größer als der Durchschnittspenis“, sagt Kaitlyn Goldsmith, die Leiterin der Studie.
„Der Geschlechtsverkehr dauert länger als im Normalfall und auch die Erektionen der Männer halten viel länger an. Außerdem erreichen die Frauen ihren Höhepunkt einfacher – was im wirklichen Leben oft nicht der Fall ist“, fügt sie hinzu. Außerdem führten Pornos dazu, dass Frauen ihre Partner*innen nicht mehr attraktiv finden.
Untersuchungen von Pornhub ergaben, dass ein Viertel aller Online-Besucher*innen mittlerweile Frauen sind. Die Porno-Website YouPorn stellte fest, dass 18% der Frauen jeden Tag und 63% wöchentlich Pornos schauen. Pornos sind auch für Frauen ein Thema, also sollten wir uns auch mit den potenziellen Risiken des Konsums für sie auseinandersetzen.
Mehr dazu in diesem Video:
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