Studie belegt: Freundschaften machen gesund!

FOTO: Kerens Sara
Insgeheim wussten wir es ja schon immer, dass die besten Freunde essentiell und unersetzlich sind. Aber nun gibt es sogar eine Studie, die das belegt. Eine Liebeserklärung, an all die engen Freundschaften, die uns regelmäßig durchhalten lassen. Bei Schnupfen, Husten und Stress. In allen Lebenslagen.

Hand auf’s Herz, wie oft haben wir Frauen uns schon bei der besten Freundin ausgeheult? Wenn der Job so stressig war, dass wir es fast nicht mehr ertragen konnten. Wenn wir schnupften und schnieften und die Erkältung über Tage lang hartnäckig blieb. Wenn der Freund Schluss gemacht hat und der Herzschmerz einfach kein Ende hatte. Und irgendwie tut es dann doch nicht mehr so weh, wenn man sich zu einem gemeinsamen Abend mit den Liebsten überreden lässt. Reden, schweigen und lachen mit den Freunden. Unbezahlbar. Und gut für die Gesundheit? Das sollen jetzt Wissenschaftler der University of Oxford herausgefunden haben.

Die Forscher untersuchten, welche Auswirkungen die sozialen Netzwerke und Kontakte eines Menschen auf seine Schmerztoleranz haben. Sie ließen ihre Probanden erst einen Fragebogen ausfüllen, der Informationen zu ihren sozialen Netzwerken sowie der Persönlichkeit und dem Lebensstil gab. Bei einem anschließenden Test sollten die Studien-Teilnehmer mit geradem Rücken an einer Wand lehnen, die Knie wurden um 90 Grad angewinkelt. Hierbei beobachteten die Experten, wer den Schmerz länger ertragen konnte. Und es gab ein klares Ergebnis: die mit den größten sozialen Netzwerken, konnten tatsächlich am längsten durchhalten, hatten eine größere Schmerztoleranz. Die Wissenschaftler schlossen daraus, dass Menschen mit vielen Freunden besser mit Stress umgehen können. Gestresste Menschen hingegen haben zu wenig Zeit für Club-Besuche, Kino-Abende und Co. So wird auch der Freundeskreis langfristig kleiner.

Wir lernen also, dass man sich mit vielen Menschen umgeben und seine sozialen Kontakte pflegen sollte. Das Ganze wird aber noch komplexer. Denn der Grund dafür liegt in unserem Körper. Stichwort: Endorphine. Wir machen eine kleine Reise zurück in die Vergangenheit – zum Bio-Unterricht. Endorphine sind Substanzen aus unserem Körper und bei Menschen dafür zuständig, die Schmerzempfindung herabzusetzen. Die Umschaltstelle für den Schmerz ist das Rückenmark. Wenn wir etwas empfinden, wird von dort aus alles in das Gehirn geleitet. Dieses nimmt die Signale an und entscheidet, ob der Reiz „schmerzwürdig“ ist. In bestimmen Situationen docken Endorphine an, die sich zwischen die Weiterleitung der Reize stellen. Und das wiederum führt dazu, dass wir keinen Schmerz wahrnehmen. So können Endorphine Schmerz und Lust regulieren, haben eine leistungsfähige schmerzlindernde Wirkung.

Und was hat das nun mit unseren Freunden zutun? Die englischen Wissenschaftler erklären, dass Endorphine für Gefühle, wie Freundschaft mitverantwortlich sind. Wenn sich die Chemikalien nämlich an die Rezeptoren unseres Gehirns binden, sollen positive Emotionen ausgelöst werden. Und das geschieht unter anderem bei der sozialen Interaktion mit Freunden. Wenn wir also mit unseren Freunden unterwegs sind, mit ihnen gemeinsam Zeit verbringen, entsteht im Körper ein Wohlfühlfaktor.

Also, wenn ihr demnächst mal wieder jammernd Zuhause liegt und euch über Stress oder kleine Wehwehchen beschwert, ruft doch einfach die besten Freundinnen an. Lasst den Endorphinen freien Lauf. Das ist ja schließlich gut für die Gesundheit!
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