Rückwirkende Eifersucht – oder: Die Sache mit seiner Ex

Foto: Meg O'Donnell
Ein kleines bisschen eifersüchtig zu sein ist normal – vielleicht sogar gesund. Denn Eifersucht kann ganz einfach bedeuten: Du bist dir im Klaren darüber, dass dein*e Partner*in jemanden treffen könnte, mit dem oder der es besser passt. Das kann wiederum dazu führen, dass du dein Gegenüber mehr schätzt, besser behandelst und nicht selbstgefällig wirst. Eifersucht, die übrigens weit verbreitet ist, kann also ein hilfreiches Gefühl sein. Trotzdem solltest du nicht vergessen, dass ihr nicht ohne Grund in dieser Beziehung seid, ihr habt euch schließlich bewusst für einander entschieden. Es gibt in der Regel also keinen Grund zur Sorge.
Es gibt aber auch noch eine andere, weniger hilfreiche (aber möglicherweise genauso weit verbreitete) Art von Eifersucht neben der krankhaften, besitzergreifenden: die „Retroactive Jealousy“, also „etwa rückwirkende Eifersucht“. Betroffene sind eifersüchtig auf die Vergangenheit der Partnerin oder des Partners, genauer gesagt auf vorherige Beziehungen und sexuelle Erlebnisse – und zwar selbst dann, wenn eigentlich nichts mehr läuft. Bei einer leichten Ausprägung führt das etwa dazu, dass du ab und zu mal den Instagram-Account der oder des Verflossenen checkst, wenn dir langweilig ist. Oder du neugierig bist, über was sich dein*e Freund*in und die oder der Ex beim letzten freundschaftlichen Kaffee-Date unterhalten haben. Starke Ausprägungen äußern sich dagegen durch zwanghaftes, besessenes und zerstörerisches Verhalten. Du scrollst dich zum Beispiel durch alle Posts, Kommentare und Fotos, die du online finden kannst und vergleichst dich permanent mit der verflossenen Liebschaft. Vielleicht löcherst du deine*n Partner*in auch und willst jedes kleine Detail wissen.
Nachfolgend erzählen fünf Frauen von ihren persönlichen Erfahrungen. Die Personen, mit denen wir über ihre rückwirkende Eifersucht gesprochen haben, wollten anonym bleiben.

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