Buchempfehlungen: 21 Literaturklassiker für den Herbst

Foto Buch: Goldmann
Der Herbst ist da. Vorbei ist der sommerliche Zwang, möglichst viel Zeit draußen im Park mit anderen Leuten zu verbringen. Ja, das war schön, aber alles hat seine Zeit. Und die Zeit, die vor uns liegt, bietet einen ganzen Haufen Vorteile: Unter anderem beispielsweise kühle, verregnete Sonntagnachmittage, die bestens auf der Couch verbracht werden können. Wie wäre es da mal wieder mit einem Buch?
Jahr für Jahr wird der Markt mit neuen Werken vielversprechender Autoren und Autorinnen überflutet. Neben vielen tollen Neuerscheinungen lohnt sich aber, wie so häufig, auch hier ein Blick in den Rückspiegel. Die Literaturgeschichte hält viele jüngere und ältere Klassiker bereit, die von ernst und politisch bis hin zu leicht und lustig reichen. In der Slideshow haben wir 21 Buchklassiker zusammengestellt, die uns mit ihren zeitlosen Geschichten immer wieder in ihren Bann ziehen.
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Fabian – Die Geschichte eines Moralisten von Erich Kästner (1931)

In diesem Großstadtroman von Erich Kästner begleiten wir den Werbetexter Dr. phil. Jakob Fabian durch das Berlin der späten Weimarer Republik. Im Verlauf des Romans stumpft der Protagonist, der sich hedonistisch in das Nachtleben der Hauptstadt stürzt, immer weiter ab. Anfänglich wartet er noch auf den „Sieg der Anständigkeit“, findet sich aber zusehends in einer Welt ohne Moral wieder, in der extreme politische Gesinnungen zum Alltag gehören und auch sein Privatleben immer haltloser wird.

Dieser moderne deutsche Klassiker wurde in rekonstruierter Form 2013 von Sven Hanuschek unter dem Titel Der Gang vor die Hunde herausgegeben und enthält brisante Stellen, die in der ursprünglichen Version herausgekürzt wurden.
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Mord im Orientexpress: Ein Fall für Poirot von Agatha Christie (1934)

Dieser Krimi ist ein echter Klassiker. Agatha Christie lässt ihren Meisterdetektiv Hercule Poirot einen Mord im Luxuszug von Istanbul nach Calais aufklären. Ein Passagier wurde während der Fahrt mit zwölf Messerstichen umgebracht. Der Zug muss aufgrund einer Schneeverwehung anhalten und so sieht sich Poirot einer ganzen Besatzung von Verdächtigen entgegen.
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Jenseits von Eden von John Steinbeck (1952)

Diese US-amerikanische Familiensaga reicht über zwei Generationen und beginnt im kalifornischen Salinas Valley zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Die hier behandelten Themen hingegen sind zeitlos: Eifersucht, Geschwisterrivalität, Liebe und Arbeit bestimmen das Schicksal der Trasks und Hamiltons. Wie auf dem Cover unschwer zu erkennen ist, wurde dieser Klassiker der US-Literatur 1955 mit James Dean in der Hauptrolle verfilmt.
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Der talentierte Mr. Ripley von Patricia Highsmith (1955)

Tom Ripley hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Eines Tages wird er von einem reichen Werftbesitzer beauftragt, seinen Sohn Dickie, der in Italien seinem Lotterleben frönt, davon zu überzeugen, die Werft in den USA zu übernehmen. Vor Ort stellt Tom aber fest, dass Dickies Lebensstil ganz schön angenehm ist. So angenehm, dass er ihn gerne selbst hätte.
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Unterwegs von Jack Kerouac (1957)

Dieser autobiografische Roman gilt als literarischer Meilenstein der US-amerikanischen Beat Generation. Dean Moriarty und der Erzähler Sal Paradise treffen sich auf ihren Reisen durch die USA, die sie bevorzugt trampend, in gestohlenen Autos oder in Greyhoundbussen zurücklegen, immer wieder. Ein Reiseziel hat keiner von beiden, vielmehr sind sie auf der Suche nach Sex, Drogen und neuer Musik.
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Wer die Nachtigall stört... von Harper Lee (1960)

Die 30er Jahre in den Südstaaten Amerikas: Scout und Jem wachsen als Kinder des Anwalts Atticus Finch behütet auf. Wie tief verwurzelt der Rassismus in ihrem Heimatstaat Alabama ist, wird ihnen erst bewusst, nachdem ihr Vater die Pflichtverteidigung des schwarzen Farmarbeiters Tom Robinson übernimmt. Dieser soll eine Weiße vergewaltigt haben. Die Achtjährige Scout muss feststellen, dass die Bewohner ihrer Heimatstadt weder an einem fairen Prozess noch an der Wahrheit interessiert sind.
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Das Geisterhaus von Isabel Allende (1985)

Isabel Allendes weltberühmtes Debut gilt als Werk des Magischen Realismus, einer Strömung, die die Grenzen zwischen Realität und Fantasie, Mythologie und Magie verwischt. Die Familiensaga um die del Valles aus der chilenischen Oberschicht reicht über drei Generationen.
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Der Report der Magd von Margaret Atwood (1985)

Manche werden die Geschichte aus der kürzlich erschienen Serie kennen: In einer dystopischen Version der Vereinigten Staaten von Amerika in der nahen Zukunft sind nach einem nuklearen Unglück Die Söhne Jakobs, eine christlich-fundamentalistische Gruppierung, an der Macht. Die Diktatur hat die Gesellschaft fest im Griff. Desfred, aus deren Sicht der Roman erzählt wird, wird dazu gezwungen, als Magd zu arbeiten und als eine der wenigen fruchtbaren Frauen in der Republik das Kind eines Kommandanten und seiner Frau auszutragen. Ihr Leben ist von Einsamkeit und Zensur geprägt.
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Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders von Patrick Süskind (1985)

Paris, 1738: Jean-Baptiste Grenouille erblickt das Licht der Welt. Ausgestattet mit einem außerordentlichen Geruchssinn, doch ohne jeglichen Eigengeruch, wird er zu einem begnadeten Parfumeur. Besessen davon, sich einen Platz als „der größte Parfumeur aller Zeiten“ in der Geschichte zu sichern, sucht er nach einer ganz besonderen Zutat für einen seiner Düfte und wird dafür zum Mörder.
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Töchter des Himmels von Amy Tan (1989)

Vier Mutter-Tochter-Gespanne in San Francisco. Waverly, June, Rose und Lena verstehen sich als Amerikanerinnen, ihre Mütter stammen alle aus China, von wo aus sie 1949 vor der roten Armee in die Vereinigten Staaten geflohen sind. Während die Mütter an ihrer alten Kultur festhalten, wollen die jungen Frauen den Lifestyle ihrer kalifornischen Heimat, mit dem sie aufgewachsen sind, leben. Konflikte und Enttäuschungen sind an der Tagesordnung, bis beide Parteien lernen, aufeinander zuzugehen.
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Die geheime Geschichte von Donna Tartt (1992)

Der aus einfachen Verhältnissen stammende Richard freundet sich am College mit einer Clique aus exzentrischen, intellektuellen Altgriechisch-Studenten an. Fasziniert von der Lebens- und Denkweise seiner neuen Freunde, die sich ihren Altersgenossen moralisch überlegen fühlen, gerät er immer weiter in einen Sog aus Lügen und Intrigen, der in einem mörderischen Geheimnis gipfelt.
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Die Häupter meiner Lieben von Ingrid Noll (1993)

Die deutsche Krimiautorin Ingrid Noll schafft es, handfeste Morde wie Kavaliersdelikte und menschliche Abgründe wie exzentrische, aber liebenswerte Spleens aussehen zu lassen. Die Jugendfreundinnen Maja und Cora entfliehen ihrem deutschen Vorstadtnest und machen sich ein schönes Leben in der Toskana. Wer die Idylle stört, wird kurzerhand aus dem Weg geräumt.
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Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück von Helen Fielding (2001)

Darf's noch was Leichtes sein? Wir alle kennen die RomCom, doch auch das Buch lohnt sich wirklich. Helen Fieldings Debütroman ist einfach nur urkomisch und lässt alle unvergesslichen Momente, die wir mit Bridget Jones hatten, Revue passieren.
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Drachenläufer von Khaled Hosseini (2003)

Die beiden Freunde Amir und Hassan wachsen in den Siebzigern zusammen in Kabul auf. Der eine ist privilegiert, der andere der analphabetische Sohn eines Hausdieners. Ein unverzeihlicher Vertrauensbruch trennt die Wege der beiden Jungen. Als Erwachsener lebt Amir in den USA, wohin er mit seiner Familie nach der sowjetischen Invasion seiner Heimatstadt geflohen ist. Ein alter Freund der Familie eröffnet ihm ein über Jahrzehnte gehütetes Geheimnis und bietet Amir damit die Gelegenheit, eine alte Schuld zu begleichen.
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Der nasse Fisch. Gereon Raths erster Fall von Volker Kutscher (2008)

Seit kurzem ist die Fernsehserie „Babylon Berlin“ in der ARD zu sehen. Diese basiert auf der Krimi-Reihe um den Kommissar Gereon Rath, den Autor Volker Kutscher im Berlin der späten Zwanziger- und frühen Dreißigerjahre ermitteln lässt. Aus Köln in die ferne Landeshauptstadt versetzt, findet sich der junge Ermittler in einer Welt wieder, in der Fortschritt und Rückschritt, hohe Moralvorstellungen und stetiger Sittenverfall sowie politische Unruhen und extreme Gesinnungen sich die Hand geben. Im ersten Band dieser Reihe, Der nasse Fisch, muss der Mord an einem Unbekannten aufgeklärt werden, der eines Tages im Landwehrkanal schwimmt. Dafür steigt Rath in die zwielichtige Unterwelt Berlins ab.
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Gut gegen Nordwind von Daniel Glattauer (2008)

In diesem Roman entspinnt sich zufällig eine E-Mail-Brieffreundschaft zwischen zwei Unbekannten. Obwohl sich Emmi und Leo nicht kennen, wächst eine Nähe und Offenheit zwischen den beiden, die so wohl nur zwischen zwei Fremden möglich ist. Doch wie würde es eigentlich sein, wenn die beiden dann tatsächlich eines Tages voreinander stehen? Einige Jahre nach E-Mail für Dich und vor Tinder beschäftigt sich Glattauer in seinem Roman mit der Liebe in Zeiten der vermeintlichen Anonymität digitaler Kommunikation.
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Léon und Louise von Alex Capus (2011)

Frankreich im Jahre 1918: Louise und Léon lernen sich in kennen und lieben, doch der erste Weltkrieg trennt ihre Wege. 10 Jahre später treffen sie sich zufällig in der Pariser Metro wieder. Ihre Liebe ist noch da, nur haben sich die Umstände geändert. Als einige Jahre später der zweite Weltkrieg beginnt und Paris von den Nazis eingenommen wird, müssen beide mit ihrem eigenen Schicksal zurechtkommen.
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Gone Girl – Das perfekte Opfer von Gillian Flynn (2012)

Gone Girl war ein Literaturhit der besonderen Art. Wer immer noch nicht weiß, wieso Amy Dunne eine der cleversten Antiheldinnen der Literaturgeschichte ist, sollte dieses Buch lesen. Oder hören. Das Hörbuch, das von Christiane Paul und Matthias Koeberlin eingesprochen wurde, zieht einen nämlich mindestens genauso in seinen Bann.
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Der große Trip - Wild von Cheryl Strayed (2012)

Cheryl Strayeds Biografie wurde schon als Hollywoodfilm mit Reese Witherspoon in der Hauptrolle umgesetzt. Das Buch erzählt die wahre Geschichte einer jungen Frau, die sich in einer schweren Lebenskrise befindet. Sie beschließt, den Pacific Crest Trail, einen über tausend Meilen langen Wanderweg entlang der Westküste der USA, zu laufen. Auf dem Weg, den sie alleine bestreitet, findet sie eine innere Kraft, von der sie niemals geträumt hätte.
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Americanah von Chimamanda Ngozi Adichie (2014)

Ifemelu und Obinze wachsen im Nigeria der Neunziger Jahre auf und verlieben sich. Doch nach der Schule trennen sich ihre Wege: Ifemelu geht nach Amerika, wo sie an der renommierten Princeton-Universität studiert, während Obinze sich als illegaler Einwanderer durch London schlägt. Der Roman behandelt Identität und Rassismus vor dem Hintergrund einer einfühlsamen Liebesgeschichte.

Die Autorin Chimamanda Ngozi Adichie ist mittlerweile ein echter Literaturstar: Beyoncé featurte sie in ihrem Flawless-Video und ihr Ted-Talk We should all be Feminists wurde millionenfach gesehen und oftmals zitiert.
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Middlesex von Jeffrey Eugenides (2018)

Mdidlesex ist gleichzeitig ein griechischer Epos und ein moderner Gesellschaftsroman, der die Lebens- und Liebesgeschichten der Einwandererfamilie Stephanides erzählt, die sich 1922 in Detroit niederlässt. Aus Sicht des jungen Cal Stephanides, der als Mädchen Callie geboren wird und in den Neunziger Jahren in Berlin Schönefeld strandet, erzählt dieser Roman auf fantastische Weise eine Geschichte von Fremdsein und Schicksal.
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