7 Anzeichen dafür, dass deine Beziehung eine Sextherapie gebrauchen könnte

Illustration: Anna Sudit.
Jede Beziehung hat ihre Hochs und Tiefs. Verschieden Faktoren, wie Stress auf der Arbeit, Termindruck oder auch einfach hormonelle Schwankung, können Zeiträuber für intime Momente zu zweit sein und somit euer Sexleben etwas weniger aufregend erscheinen lassen, als dies zu Beginn der Fall war. Solche Phasen sind ganz normal und gehen meist schnell wieder vorbei. Solltet ihr aber ernsthaft besorgt sein über die Entwicklungen in eurer Beziehung und euch die Veränderungen im Schlafzimmer keine Ruhe lassen, dann kann es helfen sich professionelle Hilfe zu holen.
Dr. Kat van Kirk, Sexualtherapeutin, erklärt: „Neben den normalen Schwankungen in einer Beziehung, die von alltäglichen Dingen beeinflusst werden, empfiehlt es sich genau zu beobachten, ob sich ein Muster erkennen lässt und dann ist es möglicherweise Zeit, um mit jemandem darüber zu reden.“
Werbung
Vanessa Marin, ebenfalls Sexualtherapeutin, gibt ihr Recht: „Viele Paare geben eine Therapie viel zu früh wieder auf und somit dem Problem die Möglichkeit wiederzukehren. Ist das Problem schon sehr akut, wenn Sie sich in Therapie begeben, werden Sie einen wesentlichen Teil der Zeit erstmal dafür benötigen, Ihrem gegenseitigen Ärger Luft zu machen und erst erheblich später dem eigentlichen Problem auf den Grund gehen können.“
Wir haben in unserer Slideshow 7 Anzeichen dafür gesammelt, dass eurer Beziehung die Ratschläge unserer Sextherapeuten helfen könnten.
1 von 7
Falls du und dein Partner sich mehr streiten als früher, müsst ihr noch nicht gleich zu besorgt sein. „Wichtig ist, dass Sie versuchen konstruktiv zu streiten“, meint Dr. van Kirk. „Wenn Sie das Gefühl haben, die Gespräche werden unproduktiv und sie diskutieren immer wieder über die gleichen Dinge, kann ein Therapeut helfen ihren Streit für sie zu ‚moderieren‘ und das Gespräch somit in eine konstruktive Richtung leiten.“

Die Therapeutin sensibilisiert ihre Patienten darauf zu erkennen, welches die jeweiligen Trigger sind, die dafür sorgen, dass die Fetzen fliegen. Somit entwickeln die Paare die Fähigkeit, an ihrem Körper genau zu beobachten, was mit ihnen passiert und wann sie sich selbst vielleicht in Rage reden. Wenn die Patienten den Punkt erreicht haben, an dem sie genau beschreiben können, was mit ihrem Körper während eines Streits mit dem Partner passiert, gibt Dr. van Kirk ihnen Mechanismen an die Hand, wie sie mit ihren Emotionen produktiver umgehen und sich selbst aus dem Streitmodus herausholen können: „Dabei geht es oft um eine veränderte Atmung, die Art des Augenkontakts oder einfach darum die richtigen Worte zu finden. Manchmal empfiehlt es sich so etwas wie eine ‚Waffenruhe‘ von 2 Minuten einzulegen, sich zu sammeln, oder sogar sich zu umarmen und somit die Energie und Dynamik des Streits zu verändern. Auch gewisse Streitregeln aufzustellen kann äußerst hilfreich sein. Am Ende hat jedes Paar ganz persönliche Bedürfnisse.“
2 von 7
Ihr habt nun schon eine Weile Sex mit eurem Partner, aber bisher seid ihr noch nie dabei gekommen. Auch wenn es beim Sex natürlich um mehr geht als den perfekten Abschluss, haben wir alle verdient auch da auf unsere Kosten zu kommen. Am besten man beginnt damit sich anzusehen, in welch einer Lebensphase man gerade ist. War alles in letzter Zeit besonders anstrengend? Hattet ihr mehr Stress als sonst und vor allem, sprecht ihr in eurer Beziehung mit eurem Partner über eure Wünsche? Vielleicht kann auch da eine Sextherapie helfen: „Ein großes Problem ist immer wieder, dass viele Frauen sich schuldig dafür fühlen, dass sie scheinbar nicht zum Orgasmus kommen können. Dabei haben viele von ihnen nur nie gelernt, wie sie zum Höhepunkt kommen“, beschreibt Marin das Dilemma. „Diese Frauen haben Schwierigkeiten ganz persönlich für sich herauszufinden, was ihnen dabei hilft zum Orgasmus zu kommen.“

SextherapeutInnen können hier, zusammen mit den Frauen, gemeinsame Detektivarbeit leisten. Durch z.B. das Empfehlen von verschiedenen Selbstbefriedigungspraktiken, kann die Frau genau herausfinden, was ihr gefällt.
Werbung
3 von 7
Es kommt in den besten Familien vor, aber euer Sex ist einfach ein bisschen langweilig geworden: „Ganz oft, verharren wir in gewohnten Mustern und haben immer auf die selbe Art und Weise Sex, das ist ein absoluter Killer für jegliche Art von Spontaneität und Kreativität und am Ende führt das zu Sex, der uns nicht mehr befriedigt und uns langweilt, wir haben es uns einfach zu gemütlich gemacht“, erklärt Van Kirk.

Manchmal kann ein offenes Gespräch mit dem Partner wahre Wunder wirken. Sprecht miteinander, am besten noch bevor ihr euch die Kleider vom Leib reißt. Erzählt euch gegenseitig, in liebevoller Art, was ihr euch von dem anderen wünscht und was ihr gerne ausprobieren möchtet.

Ihr möchtet gerne einmal etwas ausgefalleneres, wie zum Beispiel einen Dreier ausprobieren und traut euch nicht dies eurem Partner mitzuteilen? Auch hier könnt ihr die Hilfe einer Sextherapie in Anspruch nehmen. „Eine solche Therapie kann ein geschützter Raum sein um auch heikle Wünsche anzusprechen. Es kann einem die Freiheit verschaffen über Dinge zu reden, die man vielleicht zuvor noch gar nicht bedacht habt“, beschreibt Marin. Unsere Wünsche im Vorfeld in einem festen Rahmen zu besprechen, kann dann eventuell vor Überraschungen schützen.
4 von 7
Euer Partner möchte mit euch schlafen, aber ihr möchtet eigentlich lieber sofort ein-schlafen? Ihr habt Lust auf ein Stelldichein in der Dusche, aber euer Partner zeigt keinerlei Anzeichen von Motivation? Nicht immer zur gleichen Zeit Lust aufeinander zu haben, ist völlig normal. „Deshalb müssen Pärchen lernen, sich gegenseitig aufeinander einzustellen. Sollten Sie aber erhebliche Schwierigkeiten und immer seltener zur selben Zeit Lust aufeinander haben, kann eine Sextherapie helfen, zu lernen sich dem Partner auf eine besondere Weise schmackhaft zu machen und so die Sexlust in ihm zu wecken. Außerdem aber auch Möglichkeiten an die Hand geben, dem anderen auf eine liebevolle Weise zu sagen, dass man vielleicht gerade keine Lust hat“, fügt Marins hinzu.
5 von 7
Solltet ihr geplagt sein von Versagensängsten, die sich auch den Weg in euer Schlafzimmer gebahnt haben, ist es vielleicht an der Zeit sich Hilfe zu holen. Eine Sextherapie kann euch helfen mit diesen Ängsten besser umzugehen und vielleicht auch der Angst genauer auf den Grund gehen. Egal in welchem Alter oder welches Geschlecht man hat, Versagensängste sind häufiger als man glaubt. Dr. van Kirk beschreibt das Problem wie folgt: „Hinzu kommen die vielen negativen Gedanken, die wir uns selbst machen. Sich das immer wieder bewusst werden zu lassen, ist der erste große Schritt den man kontinuierlich machen muss.“ Die Therapeutin hilft Frauen dabei, ihren Fokus während des Sex darauf zu verlagern, wie sie selbst den Moment mehr genießen können und sich nicht nur darüber Gedanken zu machen, wie sie selbst wahrgenommen werden.
6 von 7
Solltet ihr in eurer Vergangenheit ein sexuelles, traumatisches Erlebnis erfahren haben, ist es auf jeden Fall ratsam, wenn nicht sogar notwendig sich professionelle Hilfe zu holen. Je länger ihr versucht es zu ignorieren umso negativer kann es eure Sexualität beeinflussen. Dann seid ihr, selbst, wenn ihr den Wunsch nach Sexualität habt, vielleicht nicht mehr in der Lage, Erregung als etwas positives zu empfinden.

Dr. van Kirk beschreibt das wie folgt: „Eine Therapie hilft dabei sich dem Problem zu öffnen, anstatt es weiter zu verdrängen und somit die partnerschaftliche Sexualität nicht weiter negativ zu beeinflussen. Als Therapeutin kann ich einen sicheren Raum schaffen, indem sich die Klienten ihren schwierigen und sie hemmenden Emotionen offen stellen können.“
7 von 7
Egal, ob es sich um körperliche oder gedankliche Untreue handelt, sie hat auf ihre Art immer Einfluss auf eure Beziehung. „Während die gelegentliche Eifersucht, bzw. der Gedanke an sexuelle Aktivitäten außerhalb der Beziehungen, in jeder Beziehung relativ normal sind, so sollte man sich dennoch Gedanken machen, wenn man immer häufiger in diese Fantasie abschweift, bzw. Eifersucht ein ständiger Begleiter wird“, so Dr. van Kirk. Auch diese Probleme lassen sich möglicherweise in einer Therapie besser besprechen.

Sollte ein Betrug stattgefunden haben und ihr möchtet eure Beziehung weiterführen und daran arbeiten, bietet die Therapiepraxis einen neutralen Ort um sich darüber klar zu werden, ob noch genügend Vertrauen vorhanden ist. Dr. van Kirk erklärt: „Es ist definitiv immer besser über die die Dinge zu sprechen, anstatt sie zu ignorieren, somit hat das Paar die Gelegenheit aktiv daran zu arbeiten. Auf diese Weise kann die Untreue als eine Möglichkeit dienen, gemeinsam zu wachsen und sich besser zu verstehen.“
Werbung

Mehr aus Sex & Relationships

Watch

R29 Originals

Jetzt Ansehen
Fashion
Der Weg des Styles von der Subkultur auf die Weltbühne
Jetzt Ansehen
Queer Voices
Mitglieder der LGBTQIA-Community wenden sich in bewegend ehrlichen Briefen an ihr jüngeres Ich
Jetzt Ansehen
Lifestyle
5 Tage, 1 Experiment – Lifestyle-Redakteurin Lucie Fink stellt ihr Leben 5 Tage am Stück auf den Kopf!
Jetzt Ansehen
Musik
Frech und unkonventionell Musikerinnen.